Fan zu sein bedeutet nicht, das Hirn abzustellen

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Von überarbeiteten Rezensionen und warum es wichtig ist, reflektiert zu sein

Nachdem Blood Mirror, der vierte Band der Lightbringer-Reihe, mich auf Grund mäßig entwickelter Storylines und nicht nachvollziehbarer Charakterentwicklung (bis auf eine einzige Ausnahme) derart angefixt hat, dass ich nach langem Überlegen meine Rezension überarbeitet und das Rating drastisch heruntergestuft habe, wurde mir klar, dass ich viel zu lange über Schwachstellen meiner Lieblingsbücher hinweggesehen habe. So leidenschaftlich ich meine Lieblingsbücher verteidige, wenn sie zu unrecht zerrissen werden, so sehr habe ich die mir bewussten Schwächen mit einem Schulterzucken abgetan und dem Buch fünf Sterne gegeben, selbst wenn die Schwächen essentiell waren.

So auch mit The Black Magician Trilogy, meiner Lieblingsbuchreihe aller Zeiten und dem Stoff, aus dem meine Fanfictions sind. Längen? Logikfehler? Charaktere, deren Verhalten auf die Story hingebogen wird? Gibt es, aber Hauptsache, die Bücher erzeugen Fangirlgefühle und der Schreibstil ist schön. Das Ende ist so ziemlich jeder Hinsicht unterirdisch? Geben wir The High Lord doch trotzdem fünf Sterne, weil ich Akkarin so sehr liebe und er hier unglaublich ehrfurchtgebietend ist. Und natürlich wiegt das jede Kritik auf. Selbst das unsägliche Ende.

Ich kann und will das so nicht fortführen. Es fühlt sich falsch an, die Augen vor Schwächen und Fehlern zu verschließen und diese nach außen schönzureden, nur weil ich diese Bücher so abgöttisch liebe. Bei Menschen funktioniert es ja auch. Und bei Büchern, die ich nicht mag. In Reviewantworten diskutiere ich diverse Schwächen von Black Magician seit ich auf Fanfiktion.de veröffentliche, also seit mehr als vier Jahren. Weil diese Schwächen viel zu häufig in meine Fanfictions intervenieren und ich eine plausible Erklärung finden oder in ganz harten Fällen den Canon zugunsten der Logik missachten muss, komme ich gar nicht daran vorbei. Die alten Rezensionen auf meinem Blog reden all dies schön und übersehen außerdem noch einige wichtige Punkte. Als ich das neulich gesehen habe, habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

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Der Vornovember

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NaNoPrep und der ganz normale Wahnsinn

Die Blätter werden gelb, die Tage spürbar kürzer und kälter, das NaNo-Forum wurde gewipt und allmählich treiben sich dort wieder die üblichen Verdächtigen rum. Es ist Oktober – oder auch Vornovember* und die heiße Phase der Vorbereitung auf das größte Schreibevent des Jahres, der National Novel Writing Month (NaNoWriMo) hat begonnen.

Seit Montag kann man auf der NaNo-Seite seine Novel für den November anlegen, was ich auch sofort inklusive einer noch ziemlich behelfsmäßigen Synopsis getan habe. Die richtige Synopsis hat Zeit, bis das „Das Erbe 2“ mit den üblichen 800k Wörter und zwei bis drei Überarbeitungszyklen später (= ca. 2-3 Jahre) online geht. Dementsprechend groß ist inzwischen auch meine Vorfreude, wo ich wenige Tage zuvor noch mit einer halbgaren Storyline herumgekrebst bin auf der verzweifelten Suche nach meiner Motivation, während „The Project which may not be named“ trotz aller Ideenflashs, die der September brachte, noch immer in meinem Kopf herumschwirrte und schwirrt.

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Wir haben eine Verantwortung

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Von Wahlen und warum aktuelle Themen in Geschichten so wichtig sind

Am vergangenen Sonntag waren Bundestagswahlen. Und bei dieser Wahl hat die Demokratie verloren. Wie die CDU, die trotz herber Verluste den Regierungsauftrag erhalten hat. Oder die FDP, die mit mehr als 10% Stimmen ihren Wiedereinzug in den Bundestag feiern konnte. Von der SPD einmal ganz zu schweigen. Und auch die 87% der Wähler, die nicht AfD gewählt haben, haben nicht gewonnen. Und ganz sicher nicht die 13%, die AfD gewählt haben. Tatsächlich sind Letztere sogar am meisten zu bedauern.

Die AfD – und das ist auf eine pessimistische Weise nüchterne Realität – ist der einzige Sieger bei dieser Wahl. Denn sie haben bekommen, was sie wollten: das Fortschreiten der Spaltung des Landes und Sitze im Bundestag.

Wer in Geschichte aufgepasst hat, wird sich gewiss an eine ähnliche Situation vor mehr als 80 Jahren erinnern, die ähnlich anfing und alles andere als gut ausging. Auch damals hatten die etablierten Parteien rekordverdächtig schlechte Ergebnisse eingefahren und der Rechtspopulismus war seit Jahren auf dem Vormarsch. Dass wir um diese Situation wissen, dass so viel mehr Menschen als damals Zugang zu Bildung und Aufklärung haben, dass wir dieses finstere Kapitel in unserer Geschichte aufarbeiten hätte ein solches Erstarken der AfD verhindern sollen. Aber das hat es nicht.

Wir können und jetzt lange und ausführlich darüber aufregen. Wir können weinen und den drohenden Untergang der Demokratie beklagen. Wir können uns darüber aufregen, wie 13% der Wähler (ca. 4 Millionen Deutsche) so dumm sein können, eine faschistische, autoritäre und rechtsradikale Partei in Kauf zu nehmen, um „es der Regierung mal so richtig zu zeigen“, wo es doch so viele andere kleine Parteien gibt, die man wählen kann, wenn man mit den großen unzufrieden ist. Wir können gegen Alexander Gauland wegen seiner im Stil von Joseph Goebbels gehaltenen Wahlrede wettern (Stichwort „Wir werden sie jagen“). Wir können gegen die AfD und ihre Wähler hetzen. Wir können Schwarzmalerei betreiben, was in vier Jahren sein könnte (oder auch schon früher, wenn die Spaltung des Landes vielleicht bald so sehr in die Politik übergreift, dass welche Koalition auch immer entsteht, diese es nicht bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode machen wird).

Aber es wird nichts helfen. Manchmal erreicht man einen Punkt, an dem man mit gesundem Menschenverstand nicht mehr weiterkommt.

Wir müssen aufpassen, dass wir dieses Land nicht noch weiter spalten, indem wir unsererseits Hass und Hetze gegen Rechts verbreiten. Indem wir gegen die AfD wettern (was hin und wieder durchaus legitim ist), geben wir ihnen genau die Aufmerksamkeit, die sie wollen und brauchen. Es ist ein bisschen wie mit den Trollen im Internet, nur dass diese harmlos sind.

Stattdessen sollten wir für genau das einstehen, was die AfD abschaffen will: Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Weltoffenheit. Wir haben eine Verantwortung uns und unserem Land gegenüber. Jeder kann dazu beitragen.

Als Autorin liegt mir dieses Thema ganz besonders am Herzen. Indem man Geschichten schreibt und sie der Welt zugänglich macht, verbreitet man seine eigene Ideologie und steckt andere damit an. Unsere Geschichten sind unsere selbstgemachte Propaganda. Mit ihnen können wir gebrochene Herzen heilen, neue Perspektiven aufzeigen und Hoffnung spenden. Mit ihnen können wir anderen Menschen helfen, ihren Horizont zu erweitern und sie dazu bringen, Thematiken zu hinterfragen und über die eigenen Werte und Moralvorstellungen zu reflektieren.

Als Autorin sehe ich mich daher in der Verantwortung, Werte zu vermitteln, die für unser Miteinander essentiell sind. Ich bin zwar ’’nur’’ Fanfiction-Autorin mit nur wenigen Lesern, von denen vermutlich nur ein Bruchteil diesen Blog liest*. Doch auch meine Ideen von Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Nächstenliebe etc. fließen seit Jahren in meine Geschichten ein, auch wenn diese jetzt nicht super politisch sind. Aber allein, dass die Charaktere in meinen Geschichten diese Werte leben und in entsprechenden Strukturen denken und etwas zu bewegen suchen, hat das Potential etwas zu bewirken. Es ist eine Chance.

Canavans Bücher mögen viele Schwächen haben, aber in Bezug auf aktuelle Themen, bietet die Black Magician Trilogy eine gute Grundlage, um sich mit diesen auseinanderzusetzen – etwas, das ich an diesen Büchern sehr schätze. Zahlreiche andere Bücher tun dies natürlich auch, aber Black Magician ist nun einmal mein Fandom und das, wo ich mich am besten auskenne. So thematisieren sie unter anderem Homosexualität in einer konservativen Gesellschaft und die Kluft zwischen Arm und Reich und damit verbundene Ausgrenzung, soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile etc. pp. Sonea, der weibliche Hauptcharakter, und Rothen, ein weiterer Hauptcharakter, sind beides sehr mitfühlende Menschen. Sonea kommt aus den Slums und wünscht sich ein besseres Leben für die Menschen dort und schließt sich der Gilde an, um ihnen zu helfen. Damit dies überhaupt geschehen kann, nimmt Rothen sich ihrer an und gibt ihr eine Perspektive. Er hilft ihr, ihre Vorurteile gegenüber der Gilde abzulegen, so wie die Magier auch nach und nach ihre Vorurteile gegenüber Sonea ablegen (zumindest in Teilen). Im späteren Verlauf der Trilogie verteidigt Sonea, was ihr lieb und teuer ist, während die übrigen Magier in ihren konservativen Denk- und Handlungsmustern gefangen bleiben und damit ihren eigenen Untergang heraufbeschwören. Hier zeigen die Bücher sehr deutlich, was passiert, wenn man sich von den eigenen Ängsten leiten lässt und erst dann wieder zu Verstand kommt, wenn es zu spät ist. Dannyl, ein weiterer Hauptcharakter, kämpft derweil mit seiner sexuellen Identität, die er jahrelang unterdrückt hat, um in seinem konservativem Umfeld zu überleben.

In meinen Geschichten (sowohl der alternativen Fortsetzung als auch Akkarins Trilogie) spinne ich diese Themen fort. Sonea tut, was seit Generationen keine Magierin mehr getan hat: Sie wählt die Kriegskunst als Disziplin – bislang eine Männerdomäne. Sie tut es aus der Überzeugung heraus, dass dies der beste Weg ist, um die ihr gegebene Macht zum Schutz ihres Landes einzusetzen. Sogar in Gefangenschaft und ihrem größten Feind ausgeliefert, tut sie alles, um die Gilde zu schützen. Emanzipation ist gerade bei ihr ein wiederkehrendes Thema. Akkarin stellt sich als Feminist und unkonventioneller Denker heraus, der auf subtile Weise gegen das System rebelliert. Der König beginnt endlich, die Slums zu einem lebenswerteren Ort zu machen und den dort lebenden Menschen eine Perspektive zu geben. Und selbst die Gilde fängt an, sich gegenüber der Unterschicht zu öffnen und fördert die Integration der Novizen, die sie nun auch von dort rekrutiert. Nicht wenige meiner OCs sind homo- oder bisexuell – nicht, um eine Quote zu bringen, sondern weil ich beim Schreiben plötzlich wusste, dass sie es sind. Weil es normal ist, und genau so behandele ich sie. Die Frauen – selbst jene, die in einem patriarchalischen Land wie Sachaka leben – wissen in den meisten Fällen ziemlich genau, was sie wollen, und bekommen ihren Willen auf die eine oder andere Weise. Im aktuellen Teil „Das Heiligtum von Yukai“ geht es zudem um das Beenden eines Krieges und Völkerverständigung – und darum, wohin Hass führen kann. Im zehn Jahre später spielenden Teil „Die Königsmörderin“, der in ca. einem Jahr online gehen wird, geht es unter anderem um Flüchtlingsproblematiken. In dem Teil, an dem ich seit ein paar Wochen arbeite, wird sich wiederholende Geschichte und der Umgang damit eines der Leitthemen sein.

Und natürlich geht es darum, Verallgemeinerungen zu vermeiden, die trotz aller Praktikabilität gefährlich sind: Nicht alle Bewohner der Slums sind Verbrecher. Nicht alle Adeligen sind arrogant und herablassend. Nicht alle Ashaki sind böse und behandeln ihre Sklaven schlecht. Nicht alle Magierinnen der Verräter sind militant. Die Duna sind kein Volk von Barbaren, nur weil sie Nomaden sind und andere Sitten haben etc. pp.

All diese Themen haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Es sind aktuelle Themen, die auch in dieser Welt wieder und wieder diskutiert werden. Und weil sie so aktuell sind und so heiß diskutiert werden und die Probleme unserer Gesellschaft widerspiegeln, ist es nahezu unvermeidlich, dass sie nicht in Geschichten einfließen. Oft geschieht unbewusst, als Folge einer vorangegangenen Situation oder eines Konflikts innerhalb der Story. Mir macht es Spaß, mich damit auf schriftstellerischer Ebene auseinanderzusetzen, ganz besonders wenn ich den Bezug zur Realität herstelle, denn es gibt mir eine Möglichkeit, meine eigene Meinung auf abstrakter Ebene zu diskutieren und einzubringen. Eine Meinung, die von anderen gelesen wird und die im Idealfall eine Auseinandersetzung bei diesen Menschen bewirkt. Eine Meinung, die ich mir von nichts und niemandem verbieten lasse. Eine Meinung, die unter einer AfD-Regierung verboten würde – dazu braucht man nur einmal einen Blick in das Wahlprogramm der Partei zu werfen.

Ich kann in meinen Geschichten weder alle wichtigen Themen behandeln, noch kann ich Lösungen bieten (bei Dannyl ist das z.B. nahezu unmöglich gesellschaftlich als „Knabe“ akzeptiert zu werden, weil ich eine konservative Gesellschaft nicht mal eben innerhalb weniger Jahre tolerant und offen machen kann). Oft kann ich nur die Problematiken herausarbeiten und darstellen, wie die Charaktere damit kämpfen. Ich habe weder Politik noch Sozialwissenschaften oder Psychologie studiert. Ich verfüge nur über die Denkstrukturen eines Physikers und meinen gesunden Menschenverstand und meinen links-grün-versifften Idealismus. Doch ich hoffe, dass meine Geschichten dazu anregen, sich mit all diesen Themen auseinanderzusetzen, zu reflektieren und den eigenen Horizont zu erweitern. Es mag nicht viel sein, aber es ist ein kleiner Beitrag gegen Intoleranz und rechtes Gedankengut. Und vielleicht genügt das, um einige wenige Menschen zu erreichen. In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je. Dabei sollte es eine Selbstverständlichkeit sein.

Für mich war es immer normal, diese Themen in meine Geschichten einzubringen. Weil sie zum Leben dazu gehören, weil sie normal sind. Aber vielleicht befinden wir uns momentan in einer Zeit, in der es umso wichtiger ist, uns das ins Gedächtnis zu rufen und ein Stück weit zu leben, was die Helden unserer Lieblingsgeschichten uns vorleben.

Mir brennt dieses Thema schon sehr lange auf der Seele, doch ich habe immer die Füße stillgehalten, weil ich meinen Blog nicht für politische Diskussionen missbrauchen will. Aber nach diesen Wahlen sehe mich in der Pflicht, als Autorin Stellung zu beziehen. Die AfD ist eine Partei, die wenn sie an die Macht käme, Einfluss auf die Meinungsfreiheit ausüben wird, und damit auch auf das Geschriebene Wort. Ich hoffe sehr, dass von nun an genug in diesem Land passieren wird, dass solche Artikel nicht zur Regelmäßigkeit werden müssen. Doch damit dies geschieht, dürfen wir uns auf den 87% nicht ausruhen.

Deutschland ist unser Land. Nicht das von Herrn Gauland und auch nicht von seiner Partei. Es ist das Land in dem Menschen anderen Menschen helfen, wenn sie vor unserer Tür stehen und Hilfe brauchen. Es ist das Land, in dem Menschen Herrn Boateng gerne als Nachbarn hätten. Es ist das Land, das mit der Ehe für Alle einen weiteren Schritt ins 21. Jahrundert getan hat. Es ist eines der wohlhabendsten und fortschrittlichsten Länder der Erde. Wir können uns glücklich schätzen, hier zu leben. Es liegt an uns, ob wir wahren, was wir und unsere Eltern und Großeltern sich in den vergangenen 60 Jahren erkämpft haben, oder ob unser Land zu einem Vierten Reich wird. Es liegt an uns, an unserem Verhalten und unseren Entscheidungen. Wir haben die Verantwortung.

[* Der aktuelle Teil meiner alternativen Fortsetzung hat 156 Favoriteneinträge auf Fanfiktion.de. Wie viele davon tatsächlich lesen, weiß ich nicht, noch kenne ich die Zahl jener, die lesen und keinen Account haben.]

Schreibnews: Der Startschuss für „Das Erbe 2“ ist gefallen

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Seit dem Wochenende schreibe ich endlich offiziell an „Das Erbe 2“, der Fortsetzung der „Königsmörderin“, die im Spätsommer 2018 im Anschluss an „Yukai“ online gehen wird. Schon in der vergangenen Woche habe ich begonnen die Ideen, die seit Monaten bis Jahren in meinem Kopf herumspuken, nach Charakter sortiert aufzuschreiben. Wie so oft führt das zu Kaskaden mit weiteren Ideen und wie so oft sind es zu viele, um sofort als Szenen aufgeschrieben zu werden.

Und wie so oft klaffen riesige Lücken in der Storyline, geschweige denn, dass ich überhaupt annähernd damit beginnen könnte, die Handlungsstränge der einzelnen Charaktere in eine Struktur zu bringen. Aber das macht nichts. Ich bin ja Discovery Writer und kein Planer. Nur, dass mich die Fülle an Ideen häufig so überfordert, dass die Outline ein Abfallprodukt gratis mitkommt. Schließlich kann ich nur eine nach der anderen aufschreiben.

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Aus der Überarbeitungshölle: Lust und Frust der schriftstellerischen Weiterentwicklung

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Als schreibendes Wesen entwickele ich mich kontinuierlich weiter. Das ist völlig normal und auch gut so, denn wir wachsen an unseren Erfahrungen. Frustrierend wird es jedoch, wenn ich auf ein Werk zurückblicke, das ich vor noch nicht allzu langer Zeit (im März 2016) inklusive Korrekturlesen abgeschlossen habe und mit dem aktuellsten von diesem Sommer vergleiche. Ganz besonders wenn Ersteres eine laufende Geschichte ist.

Schon in der Vergangenheit habe ich ältere Geschichten noch einmal sprachlich überarbeitet. Erst vor zwei Jahren habe ich „Der Spion“ (Teil 1 meiner alternativen Fortsetzung zu Black Magician) einer solchen Prozedur unterzogen. Ich ging davon aus, dass die Folgeteile besser wären, weil ich mich in der Zwischenzeit weiterentwickelt hatte. Zudem hatte ich Teil 3 „Das Heiligtum von Yukai“, die Geschichte, um die es geht, im Anschluss an die sprachliche Überarbeitung des „Spions“ ausgedruckt und Korrektur gelesen. So wie ich das mit jeder Geschichte mache, wenn sie fertig geschrieben und überarbeitet ist.

Am Wochenende habe ich jedoch festgestellt, dass ich mir etwas vorgemacht habe. Weiterlesen

Auch der schönste Sommer geht einmal zu Ende – Monatsrückblick August

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Nach dreieinhalb Monaten Urlaub von meinem Black Magician Universum und dem Einsetzen des Spätsommers bin ich nun soweit, mich von dem Projekt, das offiziell unter dem Titel „The Project which may not be named“ läuft, emotional zu lösen.

Obwohl schon Ende Juli mit Schreiben fertig geworden, habe ich mich im August einer intensiven Überarbeitung dieses Projekts gewidmet. Nicht nur, weil ich unfähig war loszulassen, sondern auch weil es sich angeboten hat, die erste Überarbeitung direkt zu erledigen. Beim Schreiben fallen mir in der Regel schon Todos auf, die ich dann entweder im Text vermerke oder in ein gesondertes Dokument schreibe. Manche Ideen verändern sich beim Schreiben und man sieht Teile des Plots mit dem Fortschreiten der Handlung noch einmal in einem anderen Licht, was eine Anpassung früherer Stellen erfordert. Und solange man von dem Projekt noch nicht genug und die Handlung dafür umso besser im Kopf hat, bietet sich eine unmittelbare Überarbeitung an.

Normalerweise brauche ich keinen kompletten Monat inklusive einer Urlaubswoche, um ein Projekt von ca. 200k zu überarbeiten. Allerdings war dies mein erstes Projekt auf Englisch, weswegen es sprachlich mehr zu korrigieren gab als sonst; mit ziemlich vielen Facepalms übrigens, weil es beim Lesen eigentlich so klar war. Andere Stellen wiederum haben mir echtes Kopfzerbrechen bereitet und Diskussionen mit Dritten erfordert, um meine Gedanken zu ordnen, neue Anregungen zu bekommen oder einfach Problempunkte bestätigt oder entkräftet zu bekommen.

Dreieinhalb Monate – ein ganzer Sommer – sind eine lange Zeit für einen Urlaub vom eigentlichen Schreibprojekt. Es war eine wundervolle, magische Zeit wie jeder Sommer, insbesondere des Juli-Camps, aber dieses Jahr war es noch einmal anders. Und das nicht nur wegen der neuen Erfahrungen in Bezug auf meine Schreibe. Zwischendurch war ich nicht einmal sicher, ob ich wirklich zurückfinden kann, hatte ich mir doch ein Akkarin-Gavin-Crossover geschrieben, das in etwas resultierte, für das ich kurz davor war alles über den Haufen zu werfen. Hätte ich gekonnt, ich wäre mit dem Kerl durchgebrannt. Mich so in dem Projekt zu vergraben war hingegen fast genauso gut.

Jetzt heißt es jedoch Abschied von meiner Sommeraffäre nehmen, schweren Herzens und mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn das Projekt ist abgeschlossen.

Die letzten Züge der Überarbeitung fanden hauptsächlich in meiner Urlaubswoche statt. Wie immer mit Kätzchen.

Ganz abgeschlossen? Nein. In einem abgelegenen Teil meines Hirns hält sich eine Horde hartnäckiger Plotbunnies, entschlossen bis zum nächsten Sommer zu überwintern und all meinen Vorsätzen zu trotzen. Da diese Erfahrung der vergangenen Monate so unglaublich gutgetan hat, werde ich es im nächsten Jahr erneut so handhaben und im Sommer mit meinem Akkarin-Gavin-Crossover ein weiteres Mal im Geiste durchbrennen. Davon abgesehen wird allerspätestens im April eine zweite Überarbeitungsphase folgen.

Ich weiß nicht, ob es an der ganz besonderen Magie des Spätsommers liegt oder daran, dass ich mit dem „Project which may not be named“ nun an einem Punkt angelangt bin, an dem ich die Hände in den Schoß legen und abwarten und Tee trinken muss – vielleicht ist es ein wenig von beidem, doch nun zieht es mich mit aller Macht zurück zu Akkarin, Sonea und den anderen Gildenmagiern und meinen sachakanischen OCs. Auf einmal habe ich wieder Lust, meinen Re-read von „The High Lord“ wiederaufzunehmen und im Anschluss mich der letzten Kapitel der Schwarze-Sonnen-Trilogie anzunehmen, die noch einer sehr gründlichen Überarbeitung bedürfen. Ich habe wieder Lust, mich wieder in meine laufenden Stories „Das Heiligtum von Yukai“ und „Schwärzer als die Nacht“ einzulesen und die bis zur Winterpause anstehenden Kapitel durchzukorrigieren, damit ich mich anschließend voll und ganz in die Arbeiten von „Das Erbe 2“ stürzen kann.

Das Einzige, auf das ich mich nicht freue, ist mich wieder an die deutsche Notation der wörtlichen Rede zu gewöhnen. Aber nach ein paar Wochen wird sich auch das wieder gelegt haben. Die Tatsache, dass es mir im Englischen leichter fällt, Dinge auf den Punkt zu bringen, wird allerdings dazu beitragen, die Wordiness meiner deutschen Projekte zu reduzieren.

Alles nur geklaut: Von Crossover-Charakteren, Interferenzen und der Wahrheit über meine OCs

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Es ist unglaublich, wie eine Erkenntnis manchmal zu etwas völlig anderem führt. Wie sie dabei einen Zauber schafft und in letzter Konsequenz einen anderen Zauber aufhebt. Wie in diesem Fall die Wahrheit über die OCs (OC = Own Character) in meinen Geschichten.

Aber der Reihe nach.

Vor ein paar Tagen, nach ausgiebigem Schwelgen meinem NaNo-Projekt „The Project which may not be named“, wurde mir klar, dass ich dem Hauptcharakter hoffnungslos verfallen bin. Der Prozess war schleichend und ich hatte nicht einkalkuliert, dass es so eskaliert. Und der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein. Als wäre es nicht schon genug, dass ich neben Akkarin einen zweiten Buchcharakter zum Lieblingscharakter erhoben habe! Die Wahrheit ist jedoch: Es ist strenggenommen kein dritter Charakter. Ich habe etwas getan, das ich früher schon unbewusst getan habe, wenn auch nicht in diesem Extrem:

Ich habe zwei großartige Charaktere miteinander gekreuzt.

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Jahrestags-Edition: Jahrestag trotz Fremdfangirlen – geht das? #Humor #Fangirlprobleme

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Der 11. August ist der Tag, an dem ich, für nicht-fangirlende Menschen vermutlich nicht nachvollziehbar, den Jahrestag mit meinem Lieblingscharakter aus Black Magician feiere, dem mein Fangirlherz seit jenem Tag im Sommer 2009 gehört. Für gewöhnlich kleide ich mich ihm zu Ehren an diesem Tag komplett schwarz (etwas, was ich als hitzeempfindlicher Mensch in dieser Jahreszeit eigentlich vermeide), höre Musik aus jenem Sommer und lese abends Szenen aus „The High Lord“ und trinke dabei ein Glas Anurischen Dunkelwein – pardon, den Wein, den ich als Äquivalent dazu betrachte.

Es mag seltsam klingen, doch für mich ist dieser Tag sehr wichtig. Die Black Magician Trilogy und ganz besonders Akkarin haben damals vor acht Jahren etwas in mir verändert. Ich nenne es immer gerne und ein wenig flapsig meine post-pubertäre Fangirlphase, hatte ich diese Eigenheit mit fünfzehn Jahren doch abgelegt, weil ich ja „erwachsen“ war. Die Wahrheit ist, dass mir in den zwölf Jahren, die verstreichen sollten, bis es mich wieder erwischt, etwas gefehlt hat. Und seit jenem Tag fangirle ich dauerhaft und fühle mich dadurch sehr viel lebendiger.

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Der CampNaNoWriMo 2017, das Projekt, dessen Name nicht genannt werden darf und warum man Kreativität nicht erzwingen sollte

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In meinem letzten Blogartikel hatte ich angedeutet, entgegen meiner ursprünglichen Planung in diesem Camp-NaNoWriMo etwas für mich zu tun. Damals sagte ich zudem, dass ich kein abschließendes Wort darüber in diesem Blog verlieren werde, weil es euch, liebe Leser meiner Geschichten, nicht betrifft und damit hier fehl am Platze ist.

Aber irgendwie tut es das doch, und nach dem Facebook-Post eines meiner Lieblingsautoren, der gerade an der Vollendung des letzten Bandes seiner aktuellen Reihe laboriert und vor einem ähnlichen Dilemma steht, konnte ich meine Gedanken und (Schuld-)Gefühle zu diesem Thema endlich in Worte fassen.

In den vier Jahren, die ich meine Geschichten nun auf Fanfiktion.de veröffentliche, war ich mich meinen Zusagen immer zuverlässig. Noch im Winter habe ich euch versprochen, in diesem Camp meinen Headcanon um Akkarins und Lorlens Zeit als Novizen zu ergänzen, nachdem ich in meiner Schwarze-Sonnen-Trilogie schon zahlreiche Anspielungen und Rückblenden darauf gemacht hatte. Und ich hätte mich daran gehalten, weil ich stur genug bin, meine Pläne durchzuziehen und Versprechen einzuhalten und ich dies für das Vertrauen der Leser in mich wichtig halte.

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Missetat begangen – „Die Königsmörderin“ ist fertig

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Nach etwas mehr als anderthalb Jahren, 831k Wörtern* und 56 Kapiteln ist es vollbracht: Die Rohfassung der ’Königsmörderin’ ist abgeschlossen und überarbeitet. Damit ist dieser erste Teil von „Das Erbe der schwarzen Magier“ von seinem Umfang her etwa gleichauf mit den Teilen der Vorgängertrilogie „Die Bürde der schwarzen Magier“. Also wieder reichlich Lesestoff.

Alles begann Anfang September 2015. Seitdem habe ich mit einigen Unterbrechungen an diesem ersten Band meiner zweiten Trilogie, die Black Magician auf alternative Weise fortsetzt, geschrieben. Darunter mehr als drei Monate Korrekturlesen von Band 3 der ersten Trilogie (Yukai) und, drei CampNaNoWriMos, in denen ich mich der Schwarze-Sonnen-Trilogie gewidmet habe und hier und da kleinere Unterbrechungen. Mehr als die Hälfte (ca. 470k) habe ich in den offiziellen NaNoWriMos 2015 und 2016 geschrieben.

Wo ’Yukai’ die Handlung ein wenig von der Gilde fortgeführt hat, ist diese in der ’Königsmörderin’ wieder in einem zentraleren Fokus. Trotzdem gibt es eine nicht gerade unwichtige Handlung in Sachaka, die sich durch die gesamte Trilogie ziehen wird. Es gibt jede Menge Action und Humor, ein in einer D/s-Beziehung lebendes Hauptpair, das sich selbst nicht so ganz ernstnimmt und das mit zwei schlimmen Kindern und einem verrückten Diener in einer Residenz lebt, einen Barney Stintson der Magiergilde, ein zwielichtiges Comeback, ein langersehntes Wiedersehen, unerwartetes Fremdflirten, sachakanische Cachikas und jede Menge Tote, die Gilde erschütternde Skandale und einen sie spaltenden Streit – und einen neuen Antagonisten. Und wahrscheinlich noch so einiges andere, das mir gerade nicht einfällt.

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