Jahrestags-Edition: Jahrestag trotz Fremdfangirlen – geht das? #Humor #Fangirlprobleme

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Der 11. August ist der Tag, an dem ich, für nicht-fangirlende Menschen vermutlich nicht nachvollziehbar, den Jahrestag mit meinem Lieblingscharakter aus Black Magician feiere, dem mein Fangirlherz seit jenem Tag im Sommer 2009 gehört. Für gewöhnlich kleide ich mich ihm zu Ehren an diesem Tag komplett schwarz (etwas, was ich als hitzeempfindlicher Mensch in dieser Jahreszeit eigentlich vermeide), höre Musik aus jenem Sommer und lese abends Szenen aus „The High Lord“ und trinke dabei ein Glas Anurischen Dunkelwein – pardon, den Wein, den ich als Äquivalent dazu betrachte.

Es mag seltsam klingen, doch für mich ist dieser Tag sehr wichtig. Die Black Magician Trilogy und ganz besonders Akkarin haben damals vor acht Jahren etwas in mir verändert. Ich nenne es immer gerne und ein wenig flapsig meine post-pubertäre Fangirlphase, hatte ich diese Eigenheit mit fünfzehn Jahren doch abgelegt, weil ich ja „erwachsen“ war. Die Wahrheit ist, dass mir in den zwölf Jahren, die verstreichen sollten, bis es mich wieder erwischt, etwas gefehlt hat. Und seit jenem Tag fangirle ich dauerhaft und fühle mich dadurch sehr viel lebendiger.

Black Magician hat mich auf eine positive Weise verändert, durch Akkarins Tod (und das ist das einzig Positive an diesem unsäglichen Ende), habe ich wieder angefangen zu schreiben und mittlerweile ein ganzes Fanfiction-Universum rund um die Bücher erschaffen. Meine Schreibe ist, wenn auch meilenweit davon entfernt, dass ich mich mit meinen Lieblingsautoren messen könnte, seitdem weitaus ambitionierter als zuvor.

Acht Kerzen für acht wundervolle Jahre voll stiller Glückseligkeit und ein Glas Anuren Dark (in diesem Fall Cabernet Sauvignon aus Chile, wo ich einst meine persönlichen sachakanischen Ödländer fand). Und ja, das ist eine Khal Drogo Actionfigur. Und ja, der Ausschnitt auf meinem Zweitmonitor ist eine Karte der Seven Satrapies, die ich als Desktophintergrund verwende.

Sieben Jahre lang war Akkarin-High-Lord-es-kann-nur-einen-geben der einzige fiktive Charakter, dem die unsterbliche Liebe meines Fangirlherzens gehört. Vor gut einem Dreivierteljahr hat er jedoch Konkurrenz von einem gewissen Gavin-hottest-Prism-ever-Guile, häufig von mir auch liebevoll Mr. Badass genannt, bekommen. Anfangs dachte ich noch, das würde sich wieder legen, aber selbst Blood Mirror und ein Re-read der bisher erschienenen vier Lightbringer-Bücher konnten daran etwas ändern. Eher im Gegenteil.

Und seitdem fangirle ich beide abwechselnd. Der CampNaNoWriMo vom letzten Monat hat irgendwie dafür gesorgt, dass mein Mr. Badass sich in den Vordergrund gedrängt hat, dabei habe ich im Camp nicht einmal Lightbringer-Fanfiction geschrieben (die Bücher sind so exzellent, dass ich mir das nicht zutraue, wobei ich es in Erwägung ziehen werde, je nachdem wie die Reihe ausgeht und da befürchte ich das Schlimmste). Mittlerweile habe ich mich an dieses Hin und Her einigermaßen gewöhnt, aber im Hinblick auf den Jahrestag mit meinem High Lord könnte es nicht ungelegener kommen.

Andere Fangirls sind da lockerer. Sie wechseln zwischen ihren Fangirl-Objekten hin und her und nehmen es, wie es gerade kommt. Ich bin sowohl im realen Leben als auch bei Buchcharakteren monogam veranlagt. Ich fühle mich wie ein Fangirl-Flittchen und das geht gar nicht. Ich hatte schon vor ein paar Jahren diese schmutzige Affäre mit dem bösen heißen König, nachdem ich meinen Kater benannt habe. Das hier, das ist jedoch irgendwie etwas Ernsteres. Dabei wären Gavin und ich in einigen für mich essentiellen Punkten nicht einmal kompatibel. Aber wen stört das schon, wenn der Mann einem Gott gleicht? Und wenn man Jahrestag mit seinem Fangirl-Objekt feiern kann, während man eine reale Beziehung hat, wieso sollte das nicht auch gehen, wenn es noch ein zweites Fangirl-Objekt gibt?

Auf meine Frage, wie ich mit diesem Problem umgehen soll, wurde mir vorgeschlagen, ein Crossover zu schreiben. Eigentlich eine sehr schöne Idee, allerdings sind beide Männer ziemliche Platzhirsche und vermutlich würde das in einem epischen Kampf Akkarin vs. Gavin enden. Unter der Annahme, dass beide unter für sie optimalen Bedingungen kämpfen, hätte Gavin selbst nach Blood Mirror noch genug Macht, um Akkarin vom Erdboden zu blasten. Also lieber kein epischer Kampf. Stattdessen ein Dreier? Ugh! Nein!

Der Vorschlag hat mich jedoch auf eine andere Idee gebracht. Und diese hat mit Teil 2 von „Das Erbe der schwarzen Magier“ zu tun, den zu schreiben ich jetzt bald beginnen werde. Denn in diesem wird Sonea als lustige Nebenstoryline dem Helden aus der Romanreihe „Die Abenteuer des Gayend von Gallene“, die in Elyne gerade der neuste Schrei ist und mittlerweile auch in der Gilde gelesen wird, verfallen sein. Akkarin findet das Ganze zwar amüsant, in gewissen Situationen jedoch eher ärgerlich. Seit mir vor ein paar Monaten die Idee dazu kam, bin ich dafür regelrecht Feuer und Flamme. Ich kann es kaum erwarten, mit der Arbeit an „Das Erbe 2“ zu beginnen. So wie ich momentan jedoch noch in mein Projekt vom Camp-NaNoWriMo involviert bin, komme ich wahrscheinlich erst irgendwann im September dazu. Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht vorher schon die eine oder andere Szene schreiben werde, die mir im Kopf herumschwirrt. Und genau das habe ich gestern Abend bei einem Glas pseudo-Anuren Dark getan. Und ich kann euch sagen, es macht verdammt viel Spaß, Akkarin in gewissen Situationen mit Gayend zu ärgern. *reibt sich mit einem niederträchtigen Lachen die Hände* Schließlich soll die Beziehung meines Hauptpairs auch nach fünfzehn Jahren noch voll knisternder Spannung sein.

(Eigentlich schade, dass Sonea erst mit Mitte 30 in den Genuss des Fangirlens kommt, angesichts ihrer Herkunft allerdings auch verständlich.)

Ihr könnt jedoch davon ausgehen, dass Soneas Geschwärme für Gayend von Gallene nicht die gesamte Handlung an sich reißen wird. Die Handlung von „Das Erbe 2“ baut auf den Ereignissen der Königsmörderin auf und da werden unsere Helden bald ganz andere Probleme als Romanhelden haben und es wird zwischenzeitlich richtig düster für sie aussehen. Aber gerade deswegen ist von ein wenig stimmungsauflockernden Humor noch niemand gestorben.

Und für alle Interessierten habe ich eine runtergeschmierte Rohfassung des Anfangs von Kapitel 1 für euch (der Prolog, der ihm vorangestellt werden wird, wird hingegen auf irgendeine Weise blutig und brutal und wird die Haupthandlung einführen):

Schauen wir mal, wie lange Akkarin ihr ihre Eskapaden durchgehen lässt und wie weit Sonea die Situation nutzt, um ihn zu bestimmten Reaktionen zu bewegen 😀 – Und wie gesagt, das ist wirklich nur runtergeschmiert und wird noch x-mal überarbeitet.

Richtig geht es jedoch erst wie gesagt im September los.

Und so wie es seit gestern Abend scheint, bin ich jetzt auch endlich in der richtigen Stimmung, um meinen Re-read von Black Magician wiederaufzunehmen und sobald ich mit meinen aktuellen Lektüren durch bin, The High Lord zu lesen.

(Mein erster Jahrestag mit Gavin wäre übrigens im Dezember, wobei ich noch mit mir streite, ob es der 21. oder 27. sein soll. Wahrscheinlich werde ich mich an diesem Tag dann mit meinen Katzen aufs Sofa kuscheln und meine Lieblingsszenen aus Black Prism lesen. Feiern werde ich diesen Tag auf jeden Fall auch, denn Lightbringer hat erneut eine positive Veränderung in meinem Leben bewirkt, für die ich unheimlich dankbar bin und bei der ich noch ganz am Anfang stehe.)

Der CampNaNoWriMo 2017, das Projekt, dessen Name nicht genannt werden darf und warum man Kreativität nicht erzwingen sollte

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In meinem letzten Blogartikel hatte ich angedeutet, entgegen meiner ursprünglichen Planung in diesem Camp-NaNoWriMo etwas für mich zu tun. Damals sagte ich zudem, dass ich kein abschließendes Wort darüber in diesem Blog verlieren werde, weil es euch, liebe Leser meiner Geschichten, nicht betrifft und damit hier fehl am Platze ist.

Aber irgendwie tut es das doch, und nach dem Facebook-Post eines meiner Lieblingsautoren, der gerade an der Vollendung des letzten Bandes seiner aktuellen Reihe laboriert und vor einem ähnlichen Dilemma steht, konnte ich meine Gedanken und (Schuld-)Gefühle zu diesem Thema endlich in Worte fassen.

In den vier Jahren, die ich meine Geschichten nun auf Fanfiktion.de veröffentliche, war ich mich meinen Zusagen immer zuverlässig. Noch im Winter habe ich euch versprochen, in diesem Camp meinen Headcanon um Akkarins und Lorlens Zeit als Novizen zu ergänzen, nachdem ich in meiner Schwarze-Sonnen-Trilogie schon zahlreiche Anspielungen und Rückblenden darauf gemacht hatte. Und ich hätte mich daran gehalten, weil ich stur genug bin, meine Pläne durchzuziehen und Versprechen einzuhalten und ich dies für das Vertrauen der Leser in mich wichtig halte.

Allerdings hatte ich in meinem Monatsrückblick zu März auch geschrieben, dass mich dieser krasse Alltag von Brotjob und Schreiben allmählich ausbrennt. Seit vier Jahren besteht meine Freizeit zu einem erschreckend großen Anteil aus Schreiben und allem, was dazu rundherum anfällt von der Überarbeitung bis hin zur regelmäßigen Kommunikation mit den Lesern und dem letzten Korrekturlesen eines Kapitels vor dem Hochladen. Ich mache alles davon gerne und halte es für wichtig, aber ich muss in diesem ganzen Wahnsinn auch auf mich achtgeben.

Wie schon im März geschrieben, tötet jedoch dieses Ausbrennen, diese Fixierung auf das Schreiben, meine Kreativität. Dazu kommt die Erkenntnis, dass ich nur noch zwei Bände meiner alternativen Fortsetzung zu schreiben habe und dann wird diese zu Ende sein. Und nein, die Handlung wird danach nicht noch weitergesponnen. Dann ist alles erzählt, was ich zu Akkarin und Sonea erzählen wollte und irgendwann muss auch einmal gut sein, zumal Themen sich auslutschen. Wenn ich dann im Black Magician Universum noch weiterschreibe, dann in Form von Prequels und Spin-Offs zu meinem Headcanon, und alternativen Szenarien, aber auf einem weniger exzessiven Level. Wenn ich mit dem letzten Band von „Das Erbe“ fertig bin, werde ich 12 Jahre an meiner Fortsetzung geschrieben haben. 12 Jahre, in denen Akkarin und Sonea zu meiner persönlichen Zuflucht geworden sind, in denen ich mit ihnen gelebt, geliebt und gelitten habe. Mit dem Ende dieser Zeitlinie geht gefühlt eine Langzeitbeziehung zu Ende. Ich würde vor einem Loch stehen, das schlimmer ist als jenes nach meiner Diplomarbeit, die ’nur’ ein Jahr gedauert hat (ja, ich bin so alt, ich habe noch auf Diplom studiert). Besser, ich fange jetzt schon an, diese Fixierung ein wenig aufzulösen, damit es mich in vier Jahren weniger hart trifft. (Ich habe früher nie verstanden, wieso jemand nach 35 Jahren im Job in Altersteilzeit anstatt direkt in Rente geht. Heute tue ich es.)

Durch meine Besessenheit von Black Magician ist über die Jahre einfach viel auf der Strecke geblieben. Ich habe Dinge nicht getan, die ich tun wollte, weil das Schreiben wichtiger war. Bücher nicht gelesen, die ich lesen wollte, oder wenn, dann habe ich Monate für ein einziges Buch gebraucht. Selbst wenn ich wie verbissen vor dem Dokument mit dem offenen Kapitel saß und an einer Stelle festhing, konnte ich mich oft nicht dazu überwinden, etwas anderes zu tun, um den Kopf freizubekommen, obwohl das bei kreativen Tätigkeiten so unglaublich wichtig ist.

Aber ich möchte andere Dinge tun, mein Herz verlangt danach. Ich möchte Bücher lesen, viele Bücher, mein Lesestapel zuhause wird immer größer. Ich möchte rausgehen und mich an der Natur erfreuen, auf Konzerte gehen, fotografieren, vielleicht andere kreative Dinge und Sportarten ausprobieren. Und so vieles andere, was ich gerne einmal ausprobieren möchte. Oft will ich, kann mich jedoch nicht vom Schreibtisch lösen. Mein derzeitiger Uploadrhythmus ist so gewählt, dass zum nächsten Band keine allzu lange Wartezeit entsteht, aber das bedeutet nicht, dass ich trödeln kann. Und damit mache ich mir selbst wieder Druck, der meiner Kreativität entgegen wirkt. Wenn es an einem Tag nicht läuft, würde ich nicht viel Zeit verlieren, wenn ich anstatt Black Magician Fanfiction zu schreiben, etwas anderes tue. Jedes Mal, wenn es mir gelingt und ich mich für eine Weile löse, läuft es danach umso besser. Es gelingt mir nur viel zu selten.

Schreiben ist ein kreativer Prozess, und dass die Finger nur so über die Tasten fliegen, kann nur geschehen, wenn man das, für das man brennt, freilässt. Kreativität ist wie eine Brennstoffzelle, die leer wird, wenn man sie nicht regelmäßig auffüllt. Macht man trotzdem weiter, geht es irgendwann an die eigene Substanz so wie bei einem Magier, der sich erschöpft hat. Während der vergangenen zwei bis drei Jahre war ich viel zu knapp davor auszubrennen. Ich kann nicht kreativ sein, wenn ich mich auf eine Sache verbeiße und nichts anderes mehr mache. Wenn ich nur noch für diese eine Sache existiere, anstatt zu leben.

Deswegen habe ich in diesem Camp keine Black Magician Fanfiction geschrieben. Ich habe etwas geschrieben, was mir auf der Seele gebrannt hat und mir persönlich sehr viel bedeutet. Denn das ist auch eine Folge des kreativen Prozesses. Ideen müssen raus. Ohne meine Lektüre der Lightbringer-Bücher im vergangenen Winter wäre es nicht dazu gekommen, weil diese in mir eine nie geahnte Begeisterung ausgelöst haben, die ich in dieser Form nicht mal in der Anfangszeit mit Black Magician verspürt habe. Ich weiß zwar schon lange, dass es tausendmal bessere Bücher als Black Magician gibt und dass andere Autoren sehr viel besser sind, als Canavan, aber das hat irgendwie ins Herz getroffen. Und ohne jetzt lange über die Genialität von Lightbringer zu schwärmen, wurde dadurch ein Prozess in Gang gesetzt, gegen den ich mich anfangs heftigst gewehrt habe, weil ich ein sehr monogamer Mensch bin, der aber letztendlich etwas Wunderbares bewirkt hat. Ich war endlich in der Lage, mich ein Stück von Akkarin und Sonea zu lösen. Es ändert nichts an meiner Liebe zu diesen Charakteren, es ist vielmehr so, dass ich mich dadurch als Mensch und als Autor weiterentwickelt habe (was sich letztendlich wieder auf meine Fanfictions auswirken wird, weil sie frischen Wind bekommen).

Das Camp erschien mir dazu der passende Zeitpunkt etwas zu ändern, nachdem die ich die Jahre davor jeden Juli einen Tag meiner Schwarze-Sonnen-Trilogie geschrieben habe. Auch dieses Mal war es eine wundervolle und intensive Zeit – keine (selbstauferlegten) Verpflichtungen, keine Erwartungen, die es zu erfüllen gilt, nur ich und das Textdokument. Tatsächlich begann diese Zeit schon sechs Wochen zuvor in meinem Urlaub, weil „The Project which may not be named“ eine gewisse Vorarbeit erfordert hat. Zudem habe ich auf Englisch geschrieben, was ich bis jetzt nur bei wissenschaftlichen Texten an der Uni getan habe, was wiederum schon Jahre zurückliegt. Am Anfang lief es recht holprig, weswegen ich mich fast den kompletten Juni eingeschrieben und ca. 1/5 des Gesamttextes niedergeschrieben habe. Weil ich fast nur noch auf Englisch lese, war die Wahl der Sprache jedoch naheliegend. Man sucht sich seine Herausforderungen eben selbst.

Stats for „The Project which may not be named“

(Die Lightbringer-Bücher mussten über diese Zeit übrigens ins Exil, weil ich nach der ersten Woche ganz kurz davor war, mir mit einem erneuten Re-read das komplette Camp zu ruinieren.)

Zum Inhalt von „The Project which may not be named“ möchte ich mich jenseits der Beschreibung auf der Camp-Seite nicht äußern, weil es nichts mit meinen Geschichten zu tun hat und schon allein auf Grund der Sprache niemals auf Fanfiktion.de erscheinen wird. Was am Ende dabei rauskam, ist 200k lang, davon ca. 160k im Camp selbst geschrieben, was ich angesichts der Sprache so nicht erwartet hätte (normalerweise schreibe ich im Juli so um 180-200k auf Deutsch).

Alles rund um „The Project which may not be named“

Ich bin unglaublich froh, das getan zu haben. Denn es hat Blockaden gelöst und meinen Horizont erweitert. Es hat sich gut angefühlt, wirklich nur für mich zu schreiben. Zwar tue ich das auch bei meinem Black Magician Fanfictions, aber da ich diese im Internet veröffentliche, verspüre ich zwangläufig eine Erwartungshaltung der Leser, der meine Geschichte unter Umständen nicht gerecht wird, weil ich es mir beim Schreiben zu allererst recht machen muss, damit es gut werden kann. Natürlich will ich auch, dass möglichst viele Leser meine Geschichten mögen, jeder Autor will das. Aber ich schreibe nicht, was sie vielleicht gerne lesen würden, sondern was ich gerne lesen will. Und das ist nicht immer dasselbe. Diese Diskrepanz baut, und das lässt sich nun einmal nicht verhindern, einen unterschwelligen Druck auf, dem ich für eine Weile entkommen musste.

Und hier geht es mir wie meinem Lieblingsautor. Ich verspüre Schuldgefühle, weil ich mein Wort gebrochen habe. Weil eine böse Stimme in meinem Kopf mir einzureden versucht, dass meine Leser von mir erwarten, nichts anderes außer meinen Fanfictions zu schreiben und ich bitteschön auch sonst keine Freizeit haben darf, damit sie weiter brav ihre Kapitel bekommen, die sie dann innerhalb einer Stunde weginhalieren könnten. Ich habe das Camp trotz der Schuldgefühle durchgezogen und versucht, sie niederzukämpfen, weil es für mich wichtig ist, keine zu haben, aber die Stimme war trotzdem manchmal da. Es fühlt sich an, als hätte ich euch Leser enttäuscht oder vor den Kopf gestoßen. Und eigentlich ist es albern, weil ich gegenüber euch keine Verpflichtungen habe, außer denen, die ich mir selbst auferlege. Sobald man seine Geschichten mit anderen teilt, gerät man in eine Symbiose, die von gegenseitigen Erwartungshaltungen und daraus resultierendem Freude und Leid geprägt ist. Im Ideal profitieren Autor und Leser von diesem Verhältnis und dem dabei entstehenden Austausch, aber es kann auch verdammt schnell nach hinten losgehen.

Die böse Stimme kommt nicht von ungefähr. Sobald man eine Fanbase hat, erlebt man leider auch die andere Seite. Leser, die nur einfordern, und unverschämt werden, wenn das nächste Kapitel wie wie erwartet kommt, ihnen die Uploadintervalle nicht passen, die Fortsetzung nicht früh genug da ist oder sie am liebsten alles auf einmal hätten, aber ansonsten nicht einmal ein einfaches „Danke“ für die Leistung des Autors übrig haben. Hatte ich alles schon. Und ja, ich warte auch auf Bücher. Ich warte seit fünf Jahren auf „The Winds of Winter“, seit einem Jahr auf Teil 3 von „The Ember Series“ und ich drehe seit einem halben Jahr durch, weil der Termin für „Lightbringer 5“ noch in den Sternen steht und ich das Ende der Reihe zugleich mehr fürchte als alles andere. Aber es würde mir niemals einfallen, diesen Autoren zu sagen, dass sie gefälligst schneller schreiben sollen oder keine Bücher lesen und rezensieren, Computerspiele spielen, sich für wilde Wölfe einsetzen, Serien produzieren oder – oh mein Gott! – andere Bücher schreiben dürfen, weil sie an den Schreibtisch gefesselt gehören, bis das heißersehnte Buch fertig ist. Das finde ich unverschämt und respektlos.

Kreativität funktioniert nicht, indem man an seinen Schreibtisch gefesselt bis zum bitteren Ende schreibt. Kreativität funktioniert, wenn man loslässt.

Und ganz ehrlich? Ich als Leser warte lieber länger, als eine dahingeschluderte, schlecht lektorierte Story zu lesen. Dann ist die Enttäuschung umso größer. Und da ich den schmerzhaften Prozess des Schreibens oft genug am eigenen Leib erfahre, wenn ich über meinem Plot verzweifele oder über Wochen nur ein paar hundert leblose Worte pro Tag schreibe, weiß ich auch, warum.

Und deswegen bin ich dieses Camp von meinem üblichen Muster abgewichen und werde es im nächsten Sommer vermutlich wieder tun. Weil Kreativität Zeit und Raum braucht, um sich zu entfalten, weil mir meine Gesundheit wichtig ist und es dazu beiträgt, dass ich in vier Jahren nicht vor einer riesengroßen Leere stehe.

Und davon profitiert ihr Leser auch, wenn auch auf Umwegen.

Die Geschichte mit Lorlen und Akkarin als Novizen ist nicht gecancelt, dafür will ich sie zu sehr schreiben. Ich kann nur im Augenblick nicht sagen, wann es soweit sein wird.

Black Magician Fanfiction zu schreiben, ist meine große Leidenschaft. Und ich möchte, dass es das bleibt. In den letzten Jahren war es jedoch auch viel zu häufig zu einem zu großen Anteil Arbeit und Pflicht.

Jetzt freue ich mich, im Spätsommer/Frühherbst mit Teil 2 von „Das Erbe“ zu beginnen. Abgesehen von der groben Hauptstoryline, die seit Jahren in meinem Kopf existiert, hatte ich beim Schreiben der letzten Kapitel der „Königsmörderin“ einige Ideen, die ebenfalls mit einfließen werden. Und sogar Lightbringer wird darin einfließen. Aber keine Angst, es wird kein seltsames Crossover oder wieder ein Charakter, der dieses Mal bewusst an eine Figur aus Lightbringer angelehnt ist und nicht nachträglich dazu gemacht wurde, weil der Name so schön passte. Nein, es wird hin und wieder von einem elynischen Autor namens Brennini und seiner neusten Reihe „Die Abenteuer des Gayend von Gallene“ die Rede sein. Akkarin tut mir jetzt schon leid.

Missetat begangen – „Die Königsmörderin“ ist fertig

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Nach etwas mehr als anderthalb Jahren, 831k Wörtern* und 56 Kapiteln ist es vollbracht: Die Rohfassung der ’Königsmörderin’ ist abgeschlossen und überarbeitet. Damit ist dieser erste Teil von „Das Erbe der schwarzen Magier“ von seinem Umfang her etwa gleichauf mit den Teilen der Vorgängertrilogie „Die Bürde der schwarzen Magier“. Also wieder reichlich Lesestoff.

Alles begann Anfang September 2015. Seitdem habe ich mit einigen Unterbrechungen an diesem ersten Band meiner zweiten Trilogie, die Black Magician auf alternative Weise fortsetzt, geschrieben. Darunter mehr als drei Monate Korrekturlesen von Band 3 der ersten Trilogie (Yukai) und, drei CampNaNoWriMos, in denen ich mich der Schwarze-Sonnen-Trilogie gewidmet habe und hier und da kleinere Unterbrechungen. Mehr als die Hälfte (ca. 470k) habe ich in den offiziellen NaNoWriMos 2015 und 2016 geschrieben.

Wo ’Yukai’ die Handlung ein wenig von der Gilde fortgeführt hat, ist diese in der ’Königsmörderin’ wieder in einem zentraleren Fokus. Trotzdem gibt es eine nicht gerade unwichtige Handlung in Sachaka, die sich durch die gesamte Trilogie ziehen wird. Es gibt jede Menge Action und Humor, ein in einer D/s-Beziehung lebendes Hauptpair, das sich selbst nicht so ganz ernstnimmt und das mit zwei schlimmen Kindern und einem verrückten Diener in einer Residenz lebt, einen Barney Stintson der Magiergilde, ein zwielichtiges Comeback, ein langersehntes Wiedersehen, unerwartetes Fremdflirten, sachakanische Cachikas und jede Menge Tote, die Gilde erschütternde Skandale und einen sie spaltenden Streit – und einen neuen Antagonisten. Und wahrscheinlich noch so einiges andere, das mir gerade nicht einfällt.

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CampNaNoWriMo 2017 – Das kürzeste Camp ever

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Ja, damit habe ich mich dieses Mal selbst überrascht. Ich war mit dem Camp fertig, bevor man seinen Wordcount überhaupt validieren konnte. Das ist mir bis jetzt noch nicht passiert. Auch nicht bei einem Überarbeitungscamp. Ich wusste gar nicht, wie ich mit einem solchen Luxusproblem umgehen sollte. Ok, strenggenommen gibt es noch ein paar kleine Todos, die ich aber bewusst geschoben habe.

Aber der Reihe nach.

Die ersten Tage schrie alles danach, dass es statt des kürzesten Camps ever, das frustrierendste Camp ever würde. Ich kam zu nichts, war dauermüde und hatte noch weniger Bock auf die Story, zumal mein Fangirl-Herz wieder einmal zwischen aktueller Lektüre und dem Projekt hin und hergerissen war. Dazu kamen einige Startschwierigkeiten mit meinem neuen Laptop Dazen (wie Gavin, aber ich sträube mich dagegen, Hardware mit einem Alias zu versehen) wie ein versehentlich zerschossenes Open Office und sein Bestreben, sämtliche Windows 7 Updates machen zu wollen, die seit dem Release dieses letzten einigermaßen brauchbaren Betriebssystems aus dem alten und gar mächtigen Hause Microsoft online gegangen sind.

Nachdem ich die ersten Kapitel brauchte, um in die Story reinzukommen, und sich auch der berufliche Stress ein wenig gelegt hatte, bekam ich wieder richtig Freude an „Der Zorn der schwarzen Sonnen“. Das lag nicht zuletzt daran, dass Akkarin in diesem letzten Teil seiner Trilogie eine Wandlung vom einsamen Wolf zu jemandem, der sich einem anderen öffnet und zu dessen Verbündeten/Komplizen macht, durchlebt. Diese Entwicklung ist einfach großartig, nicht zuletzt wegen seiner aufkeimenden Gefühle für Sonea. Seine Liebe/Besessenheit von Isara hatte sich immer irgendwie falsch angefühlt. Zu lesen und überarbeiten, wie er mehr und mehr Gefühle für Sonea entwickelt, war als würde ich mich selbst neu in ihn verlieben. Und ab da entwickelte sich die Überarbeitung zu einem Selbstläufer. Meine anfängliche Befürchtung, die Geschichte könnte eine Nacherzählung von „The High Lord“ geworden sein, löste sich rasch in Wohlgefallen auf. Obwohl die Dialoge der Akkarin-Szenen aus dem Original übersetzt sind, wirken sie durch ihre Einbettung in die Handlung und Akkarins eigene Wahrnehmung vom Buch losgelöst.

Das hat mich sehr beruhigt.

Es stellte sich sogar als gut heraus, dass ich meinen Re-read des Buches aufgeschoben hatte. Denn so konnte ich besser den Wiedererkennungswert der jeweiligen Szenen bewerten, als wenn ich das Buch ganz frisch im Kopf gehabt hätte.

Insgesamt lief die Überarbeitung so zügig, dass ich an Ostermontag das letzte Mal meinen Wordcount aktualisiert habe. 200k hatte ich mir als Ziel gesetzt, es wurden ca. 240k – entsprechend der Länge der Geschichte. Die folgende Woche arbeitete ich eine überraschend kurze Todo-Liste ab, wozu ich einen Großteil der Geschichte noch einmal überflog und einige einzelne Stellen ausführlicher schrieb oder kleine Szenen ergänzte. Insgesamt war dies jedoch nichts, was ein weiteres Updaten des Wordcounts gerechtfertigt hätte. Anders als im vergangenen April, wo ich „Schwärzer als die Nacht“ zweimal gründlich überarbeiten musste und dementsprechend Wörter gezählt habe.

Einige Punkte meiner Todo-Liste sind noch offen. Darunter das Finden passender Song-Zitate für 20 der mehr als 50 Kapitel (mittlerweile gar nicht mehr so einfach, da die guten Zitate schon für Teil 1 und 2 der Trilogie draufgegangen sind – es wird Zeit, dass Kamelot ein neues Album rausbringen!). Außerdem bin ich mit den Kapiteln nach dem Showdown noch nicht glücklich. Seltsamerweise habe ich mehr Schwierigkeiten, jenen Teil, der parallel zu „Der Spion“ spielt, nicht zu einer Nacherzählung werden zu lassen, als jenen, der parallel zu Canavans Trilogie spielt. Mit ein wenig geistigem Abstand zum Camp werde ich mir in Ruhe durch den Kopf gehenlassen, was ich mit diesen letzten vier Kapiteln mache. Ich würde sie nur ungern streichen und stattdessen nur lieblos den Epilog dahinklatschen. Sie so umzuschreiben, dass sie nicht mehr zum Headcanon passen, möchte ich auch nicht. In ihnen passiert zu viel, was für den Abschluss von Akkarins Entwicklung von Bedeutung ist. Zum Glück habe ich noch eine Weile, um mir darüber klarzuwerden.

Es passiert selten, dass ich mit einer Geschichte bei der Überarbeitung so zufrieden bin. Ich hoffe, das ist ein gutes Zeichen. In jedem Fall hat mir „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ viele schöne bewegende Momente bereitet und ich komme nicht umhin zu bedauern, dass die Trilogie über Akkarin damit nun zu Ende ist. Obwohl es mir alles bedeutet, die Fortsetzung zu Black Magician zu schreiben, die ich mir gewünscht hätte, so betrachte ich die Schwarze-Sonnen-Trilogie als meine beste Arbeit.

Da „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ so nah an „The High Lord“ ist, habe ich das Gefühl zu viel zu spoilern, wenn ich Leseproben bereitstelle. Dabei gibt es genug Szenen, die nicht auch im Buch vorkommen. Eventuell stelle ich einige Monate vor dem Start der Geschichte (voraussichtlich Anfang 2018) noch eine Leseprobe online. Bis dahin müsst ihr euch mit dieser Szene begnügen.

Das Blöde daran, so früh fertig zu sein, ist übrigens, dass man beinahe vergisst, seinen Wordcount zu validieren, was ich dann letzte Woche noch getan habe. Schließlich wollte ich mein Winner-Zertifikat:

Wenn am Ende der Überarbeitung noch so viel Camp übrig ist

Den Rest der Zeit habe ich getan, was ich andernfalls Anfang Mai getan hätte. Allerdings in einem größeren Extrem:

Ich habe sämtliche Kapitel von „Schwärzer als die Nacht“ und „Yukai“, die bis Anfang August online gehen, inklusive Testleserkommentare und Fragen uploadfertig gemacht. Damit kann ich mich während der nächsten Wochen ganz auf das Beenden meiner Rohfassung der „Königsmörderin“ konzentrieren. Besonders bei „Yukai“ bin ich überrascht, wie viele unschöne Formulierungen und Redundanzen ich gefunden habe. Das erweckt wiederum in mir den Wunsch, meine bisher online gestellten Geschichten erneut zu überarbeiten, doch dazu fehlt mir im Augenblick die Zeit. Und das ist auch keine Arbeit, die Testleser mir abnehmen könnten.

Was „Schwärzer als die Nacht“ betrifft, so könnt ihr gewiss sein, dass ich euch den Sommer über mit kurzweiligen, teils amüsanten, teils nachdenklich stimmenden und in jedem Fall bewegenden Kapiteln versorgen werde. In ihnen sind einige Easter-Eggs versteckt, eines davon habe ich letzte Woche erst eingebaut, weil ich, sagen wir, die Ironie zu schätzen wusste.

Und auch „Yukai“ wird nicht ohne sein. In den folgenden Kapiteln werden einige Dinge passieren, von denen ich hoffe, dass sie überraschend daherkommen. Alle, die Freude an Intrigen haben, sollten hier außerdem auf ihre Kosten kommen. Wobei das erst der Anfang ist. Ab dem Spätsommer/Herbst wird es erst so richtig intrigant.

In jedem Fall lässt sich sagen, dass dieses Camp wieder äußerst produktiv war und das ganz ohne in irgendeiner Weise am Limit zu leben. Das ist allerdings auch etwas, das traditionsgemäß dem Juli-Camp und dem offiziellen CampNaNoWriMo im November vorbehalten ist.

Zuletzt habe ich noch ein paar Lieblingszitate für euch, zwei davon kennt ihr vielleicht schon von Facebook oder Twitter:

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Der Zorn der schwarzen Sonnen – Textauszug aus der Überarbeitung #CampNaNoWriMo

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Dieses Mal spare ich mir umständliche Zwischenupdates zum CampNaNoWriMo, wie sonst gerne schon einmal auf Facebook gepostet, und gebe euch einen kleinen überarbeiteten Textauszug aus „Der Zorn der schwarzen Sonnen“.

Die Szene ist noch nicht hundertprozentig perfekt, über die meisten Szenen werde ich diesen Monat noch mindestens einmal drübergehen, aber sie ist in einem Zustand, den ich bereit bin sie auf euch loszulassen, damit ihr einen ersten Eindruck erhaltet. Die Szene dreht sich um den berüchtigten Harrel, den Akkarin zu Soneas Unterricht in schwarzer Magie mitgebracht hat. Im Buch habe ich mich immer gefragt, was mit diesem passiert, und da ich finde, dass Soneas Unterricht eine gute Möglichkeit ist, die Wandlung Akkarins und ihrer Beziehung näher zu beleuchten, habe ich mich ein wenig näher damit beschäftigt.

Viel Spaß beim Lesen!

Der Harrel scharrte in seinem Käfig, kaum dass Akkarins Lichtkugel in den Raum schwebte. Stroh und Köttel lagen in der Ecke verstreut, in der er den Käfig deponiert hatte. Bis jetzt hatte er Sonea an Takan und an Wasser üben lassen. Auch die Pflanze hatte sie mittlerweile getötet. Den Harrel hatte Akkarin sich bis zuletzt aufgespart. Er wäre das einfachere Übungsobjekt gewesen, doch für seinen Geschmack kam er von allen nichtmenschlichen Versuchsobjekten dem Menschen am nächsten. Für das, was Akkarin damit beabsichtigte, zog er es vor, dass Sonea sich bis dahin an ihre neue Fertigkeit gewöhnt hatte.

Seinen Willen ausstreckend ließ er den Käfig auf den Tisch schweben. Takan hatte sich wiederholt beschwert, dass Akkarin den Harrel in einem Käfig in seinem Keller hausen ließ. Seiner Ansicht nach war das nicht artgerecht. „Entweder Ihr sorgt dafür, dass ich ihn kochen kann, oder Ihr lasst ihn frei“, hatte er erklärt. „Ich bin es leid, jeden Tag seinen Dreck wegzumachen, damit Ihr Lady Sonea in einem sauberen Raum unterrichten könnt.“

Auch an diesem Tag hatte Takan den Dreck entfernt. Mittlerweile hatte das Tier jedoch neuen verursacht.

Den Harrel betrachtend seufzte Akkarin innerlich. Er erinnerte sich noch zu gut an einen Takan, der es nicht übers Herz gebracht hatte, ein Tier zu töten. Ein totes Tier zuzubereiten, war für ihn eine Sache, es zu töten oder zu quälen eine andere.

Eine halbe Stunde später, die Akkarin einige der Bücher aus der Truhe konsultiert hatte, betrat Sonea den Keller.

Akkarin hob eine fragende Augenbraue. „Hast du alle Hausaufgaben gemacht?“

„Ja, Hoher Lord.“

„Auch die, die nicht für morgen sind?“

Sie hielt seinem Blick mit unterschwelliger Sturheit stand. „Ich habe heute in der Mittagspause angefangen.“

„Gut.“ Akkarin wies auf den Stuhl vor seinem Versuchstisch. „Setz dich. Wir fangen gleich an.“

Ihre Augen leuchteten, als sie sich setzte und zu ihm aufsah. „Was werdet Ihr mich heute lehren?“

Akkarin wies auf den Käfig. „Heute gehen wir in den Versuchen am lebenden Objekt eine Stufe weiter.“

Das Leuchten erstarb.

„Du solltest erfahren einmal geübt haben, wie es sich anfühlt, die komplette Magie aus einem anderen Wesen zu nehmen.“

Sie nickte ernst. „Dann lasst es uns hinter uns bringen“, sagte sie entschlossen.

„Nimm das Messer. Du weißt, was zu tun ist.“

Sonea öffnete die Schatulle, in der er seinen Dolch aufzubewahren pflegte. Es war seltsam, sie tun zu sehen, was für gewöhnlich er selbst – und hin und wieder Takan – tat. Behutsam schlug sie den schwarzen Samt zurück und hob die Klinge heraus.

„Der Käfig lässt sich von oben öffnen. So kannst du verhindern, dass er dir entwischt.“

Sie nickte nur und öffnete den Käfig. Der Harrel verstärkte seine Bemühungen, dem Käfig zu entkommen, doch Sonea reagierte instinktiv und drückte ihn mit einer magischen Barriere nach unten.

„Gut“, sagte Akkarin. „Jetzt schneide ihn. Du wirst tiefer schneiden müssen, als bei einem Menschen. Unter dem Fell ist seine Haut sehr dick.“

Der Harrel quiekte und fiepte panisch, als wisse er, was geschehen würde, als Sonea die Klinge herabsenkte. Soneas Zögern bemerkend sagte Akkarin: „Nimm nur ein wenig seiner Energie. Nutze die Erfahrung, um den Unterschied zwischen magisch begabten Personen und normalen Lebewesen zu spüren.“

Gespannt beobachtete er, wie Sonea den Kopf des Harrels herabdrückte. Ihre kleinen, schlanken Finger teilten das Fell des Tieres, dann machte sie einen kleinen Schnitt im Nacken. Der Harrel quiekte und bäumte sich unter der magischen Barriere auf. Sonea legte das Messer beiseite und legte ihre Hand auf den Nacken des Tieres.

Akkarin stieß sich von dem Regal ab, an dem er gelehnt hatte, und berührte ihre Schläfen. Sie zuckte kaum merklich zusammen.

– Entspann dich.

Sie gehorchte augenblicklich.

Bemerkenswert, dachte Akkarin. Wann hatte es angefangen, dass seine Worte nicht nur bewirkten, dass sie tat, was er von ihr verlangte, sondern auch einen Effekt auf ihr Befinden hatten?

– Ertaste die Energie in dem Tier.

Sonea dehnte sich in ihrer Quelle aus und driftete durch den Riss unter ihrer Hand in den Körper des Harrels. Akkarin beobachtete, wie sie sich der Lebensenergie des Tieres bewusst wurde. Sie war schwach und auf eine Weise diffus verteilt, die sich von jener der Menschen unterschied.

– Sehr gut, sandte er. Jetzt nimm ein wenig davon. Aber so, dass du ihn nicht umbringst.

Ihre Kontrolle war für diese Aufgabe inzwischen weit genug fortgeschritten. An Takan hatte Akkarin sie gelehrt, wie sie wenig Magie durch eine große Öffnung und viel Magie durch eine winzige Öffnung ziehen konnte.

Dieses Mal bestand die Herausforderung darin, die diffus verteilte Magie zu fassen. Behutsam nahm sie ein wenig der Energie und zog sie in ihre eigene Quelle. Es war mehr, als Akkarin beabsichtigt hatte, jedoch war noch genug übrig, um den Harrel am Leben zu lassen.

– Und jetzt noch einmal. Halbiere die Menge.

Sie gehorchte wortlos. Dieses Mal stellte sie sich geschickter an. Unter ihr entspannte sich der Harrel, nur um wieder nervös zu werden, sobald sie den Kraftfluss stoppte.

Akkarin ließ sie den Vorgang noch zweimal wiederholen, dann ließ er von ihr ab.

„Sehr gut, Sonea. Du hast ein Gefühl dafür bekommen, wie man sich an einer tierischen Quelle stärkt. So, wie das Stärken an unwilligen Quellen, solltest du diese Möglichkeit jedoch nur in Betracht ziehen, wenn dir keine andere Wahl bleibt.“

„Ich verstehe“, sagte sie ernst.

Akkarin wies zu dem Käfig, wo der Harrel sich vor Erschöpfung zusammengerollt hatte. „Und jetzt bring es zu Ende.“

Sie starrte ihn an. „Aber er ist ein unschuldiges Tier!“

„Das gerade zugunsten deines Unterrichts gelitten hat.“

„Es würde sich doch wieder erholen nicht wahr?“

„Das würde es. Doch ich will, dass du es tötest.“ Akkarin lächelte humorlos. „Zudem redet Takan seit Tagen davon, wieder einmal Harrelragout kochen zu wollen. Ich nehme an, weil er es leid ist, den Keller zu fegen.“

Sie schnaubte. Offenkundig missfiel ihr sein Humor noch immer häufig. „Nur, um das klarzustellen: Ich tue das nicht, um Takan einen Gefallen zu tun, sondern damit das arme Tier nicht noch öfter unter mir leiden muss.“

Akkarin spürte, wie ein unfreiwilliges Lächeln an seinen Mundwinkeln zerrte. Was ihn betraf, so hatte er ihren Humor zu schätzen gelernt.

„Aus welchen Motiven du es tust, ist mir egal. Ich will nur, dass du es tust.“

Ihre dunklen Augen wanderten zu seinen. Dann legte sie schweigend erneut die Hand auf das Fell des Harrels.

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

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Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

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Ein Geständnis an meine Leser …

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Imardin, 1. April 2017

Ihr lieben Leser meiner Geschichten,

Nach mehr als drei Monaten emotionalem Chaos in meinem Fangirlherzen und den sieben Stadien der Verleugnung* muss ich mich den Tatsachen stellen und euch ein Geständnis machen. Denn das absolut Undenkbare, der für mich persönliche Super-GAU, ist passiert: Ich habe mich in einen anderen Romanhelden verliebt. Sein Name ist Gavin, er ist ein Arschloch** und wir sind eigentlich überhaupt nicht kompatibel. Aber wie heißt es doch so schön? Wo die Liebe hinfällt.

Ich weiß, ihr alle kennt mich als das schlimmste Akkarin-Fangirl unter dem Antlitz Orholams Gottes. Seit mehr als sieben Jahren schreibe ich nur seinetwegen Fanfiction, aber auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende. Gavin ist einfach so viel toller. Sein Geheimnisse sind sehr viel dunkler, als Akkarins Geheimnisse es jemals sein könnten. Wo Gavin hinkommt, wirkt er wie eine Naturgewalt. Wo Akkarin hager ist, ist Gavin gut ausgestattet. In einem magischen Duell würde er Akkarin selbst im Dunkeln besiegen. Wo Akkarin dem König untersteht, ist Gavin der mächtigste Mann der Seven Satrapies und nichts und niemand kann ihn aufhalten. Wo Akkarin nur ein Sterblicher ist, ist Gavin auf dem besten Weg ein Gott zu werden. Und sorry, aber da kann auch der ehrfurchtgebietende Hohe Lord der Magiergilde nicht mehr mithalten. Ich weiß, dass mich das zu einem ziemlich üblen Fangirl-Flittchen macht, aber Light cannot be chained. Ein Fangirl sollte seinem Herzen folgen.

Aber was bedeutet das für euch?

Das bedeutet, so leid es mir tut, dass ich ab sofort nur noch Lightbringer-Fanfiction schreiben werde. Ich weiß, dass eigentlich noch zwei Teile von „Das Erbe der schwarzen Magier“ zu schreiben wären, aber dazu wird mir in Zukunft die Zeit fehlen, weil ich mich meinem geliebten Mr. Badass mit meinem ganzen Herzen widmen will ❤ Und um meine Sache gut zu machen und meinem Helden gerecht zu werden, muss ich mich zunächst gründlich in das Fandom einarbeiten.

Nichtsdestotrotz werde ich die Schwarze-Sonnen-Trilogie um Akkarin wie geplant zu Ende hochladen. Und auch „Die Königsmorderin“ wird noch fertig überarbeitet und im Anschluss an Yukai veröffentlicht. Für ca. 3 Jahre werdet ihr also noch Lesestoff haben 😉

Es tut mir wirklich wahnsinnig leid für alle, die auf zwei weitere Bände gehofft haben. Aber seht es einmal so: Ich werde weiterhin das schreiben, wofür ich brenne.

* Die Sieben Stadien der Verleugnung, damit ihr wisst, was ich seit Weihnachten durchlitten habe:

  1. Infizierung/Versuchung: Beim Lesen des Namens führt das innere Fangirl einen wilden Tanz auf.
  2. Intervention: Gründe finden, warum man diesen Charakter nicht lieben soll.
  3. Kapitulation: Quietschen.
  4. Hilfe suchen: Sich bei einer Freundin ausheulen.
  5. Regression: Verzweifelt fangirlen, was man davor gefangirlt hat (und feststellen, dass es einen nicht mehr anfixt).
  6. Erkenntnis: Merken, dass das neue Fangirl-Objekt so viel toller ist.
  7. Akzeptanz: Im siebten Fangirlhimmel schweben ❤ ❤ ❤

Punkt 4 hat übrigens bewirkt, dass jene Freundin Gavin jetzt auch fangirlt und wir darüber unseren eigenen, wahrhaft epischen Prisms War gestartet haben.

** sagt jeder über ihn, sogar er selbst.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen tollen 1. April. Ich werde jetzt den CampNaNoWriMo begehen und zwischendurch in einer Pause meinen Mr. Badass fangirlen ❤

Eure Lady Sonea

PS: Der richtige Artikel, sprich der Monatsrückblick März, kommt dann morgen 😉

„Aber dadurch wird er doch erst zu dem Charakter, den du liebst“ – eine Mutmach-Geschichte #wirsindtraumfaenger

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Diesen Monat nehme ich an der Wir sind Traumfänger-Challenge von der wundervollen Annika Bühnemann teil. In dieser Challenge geht es um die Liebe zu Büchern und Geschichten oder dem geschriebenen Wort an sich. Denn mit Büchern fängt man Träume ein. Es ist egal, ob man als Autor oder Leser daran teilnimmt. Den ganzen März über gibt es jeden Tag eine Aufgabe, die es auf möglichst kreative Weise zu erfüllen gilt.

Obwohl ich ’nur’ Fanfiction schreibe, habe ich mich entschlossen, mitzumachen. Denn auch ich fange mit meinen Geschichten sowohl meine Träume ein als auch, so scheint es zumindest, die Träume meiner Leser. Und als Leser kenne ich wiederum Bücher, die mich zum Träumen verleiten.

In der heutigen Aufgabe geht es darum, anderen Autoren Mut zu machen. Ich weiß nicht, ob die Geschichte, die ich für euch habe, am Thema vorbei ist, oder ob sie eher zu Tag 6 passt (und außerdem habe ich es nicht so mit hübschen Bildern mit Sprüchen drauf), aber so wie mir damals Mut gemacht wurde, kann ich vielleicht anderen Mut machen, die vor einem ähnlichen Problem stehen.

Also höret nun eine aufregende und spannende Geschichte:

„Aber dadurch wird er doch erst zu dem Charakter, den du liebst“

Vor ziemlich genau drei Jahren, im Frühjahr 2014, nahm ich zum ersten Mal an einem Schreibwettbewerb teil. Das Thema lautete „Für dich gehe ich bis ans Ende der Welt“ und man durfte sowohl mit Fanfiction als auch mit einer freien Arbeit daran teilnehmen. Ziemlich schnell hatte ich mich für eine Geschichte darüber entschieden, wie Takan Akkarin aus Sachaka folgt und zu seinem Diener wird. Dieses Thema hatte mich in den Büchern schon immer fasziniert, weil seine Motivation nicht einzig daraus zu resultieren scheint, dass er kein anderes Leben als die Sklaverei kennt.

Also schrieb ich diese Kurzgeschichte und dann kamen weitere Dinge hinzu, die dazu führten, dass mich das Thema fortan nicht mehr loslassen sollte.

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Monatsrückblick Februar – Karnevalseskapismus & Homecoming

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Irgendwie ist der Februar einer dieser Monate, die viel zu schnell vergehen, und das nicht, weil er 2-3 Tage kürzer als die übrigen ist. Jetzt, wo ich den Monat Revue passieren lasse, fällt mir jedoch einiges ein, was sich in dieser Zeit in meinem Autorenleben getan hat. Insgesamt habe ich im Februar sogar recht viel geschafft, auch wenn ich insgesamt nicht so viele Kapitel überarbeitet habe, wie im Januar und Dezember. Aber Überarbeiten und eine Geschichte zu beenden ist eben mehr als nur Kapitel zu lesen und beim Lesen zu korrigieren.

Überarbeitungsstatus der ’Königsmörderin’

Auch diesen Monat konnte ich meinen Plan ein Kapitel pro Tag zu überarbeiten, nicht immer einhalten, was neben Arbeit und allgemeiner Müdigkeit auch davon abhängt, wie viel es bei einem Kapitel zu tun gibt. Da ich mich dem Ende nähere, gibt es in jedem Kapitel mehr zu tun, weil mehr Szenen angepasst oder aufgefüllt werden müssen. Die zweite Februar-Hälfte bestand weitgehend aus einer längeren ToDo-Liste für den Mittelteil, die vor dem Finale abgearbeitet werden wollte. Da ich nur die Mittagspausen und die zu kurzen Abende zur Verfügung hatte, zog sich das über eine Woche hin. Als ich anschließend mit den Folgekapiteln weitermachte, wurde mir schnell klar, dass für den weiteren Verlauf ein Brainstorming erforderlich war. Insbesondere für die Sachaka-Storyline, womit die letzte Februar-Woche dann auch gefüllt war.

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Autorenwahnsinn Reloaded: Wann und wie hat du mit dem Schreiben angefangen?

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Es gibt das ’’Schreiben’’ und das Schreiben. Daher muss ich meine Antwort zweiteilen.

Je mehr ich darüber nachdenke, wie alles begann, desto mehr fällt mir wieder ein. Und was ich dabei aus den tiefsten Tiefen meines Gedächtnisses hole, ist teilweise ganz schön pubertär.

schreibwahnsinn-februar-woche-3

1. Das ’’Schreiben’’

Die ersten Anfänge waren mit 12/13. Damals war ich nacheinander in zwei Jungs aus meiner Klasse verknallt und hatte die glorreiche Idee, dies als eine Art Liebesgeschichte niederzuschreiben. Jeden Abend schrieb ich zu der schrecklichen Musik, die Mitte der 90er in war, meine Erlebnisse des Tages und jedes an mich gerichtete Wort und jeden mir gewidmeten Blick jener Jungs mit Füller in eine dicke Kladde. Es war also kein Tagebuch, sondern der Versuch einer echten Geschichte (inkl. Erträumten Happy End).

Weil ich dennoch meinen gesamten Tagesablauf festhielt, enthielten jene Stories auch meine Schwärmereien von den fiktiven Personen, in die ich in jenem Alter ebenfalls verliebt war. Zu jener Zeit waren das Mr. Spock und Han Solo. Zum Glück habe ich nie die Fanfictions aufgeschrieben, die ich mir in meinem Kopf zusammenspann, denn damit hätte ich die Menschheit mit Dingen vergewaltigt, bei denen sich mir heute die Fußnägel aufrollen, wenn ich die Scheuklappen abnehme und mich in meinem Fandom oder anderen Fandoms umblicke. Davon abgesehen gab es 1994/95 noch kein Internet und die Möglichkeiten, meine geistigen Auswüchse auf die Menschheit loszulassen, waren somit sehr eingeschränkt.

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