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„It is a powerful thing, this belief that black magic is evil.“ „Is it?“ Akkarin frowned, his eyes focussing far beyond the floor. „Yes“

Kapitel 23, The Black Magician Trilogy 2 – The Novice

Seit ich diesen Dialog zwischen Akkarin und Lorlen zum ersten Mal gelesen habe, grübele ich über seine Bedeutung nach. Ist schwarze Magie wirklich böse? Ich finde nein. Schwarze bzw. höhere Magie ist nicht besser oder schlechter als jede andere From von Magie. Auch mit seiner eigenen Magie kann man böse Taten vollbringen. Sonea hat in The High Lord bewiesen, dass man sogar mit heilender Magie töten kann. Und ich denke, heilende Magie ist über jeden Zweifel erhaben, dass sie von allen Formen der Magie als diejenige mit der geringsten destruktiven Wirkung konzipiert ist.

Und trotzdem kann man sie missbrauchen.

So wie jede andere Macht auch.

Es braucht jedoch keinerlei Magie, damit Menschen schlechte Dinge tun. Das schaffen sie auch ganz ohne Magie.

Schwarze Magie ist gefährlicher, weil sie mehr Schaden anrichten kann. Doch das gilt für jede Macht. Wie heißt es so schön bei Spiderman? „With great power comes great responsibility“ und daher lässt sich als Faustregel sagen: Je größer die Macht, desto größer die Verantwortung. Wer Macht hat, kann sie sowohl für Gutes als auch für Schlechtes einsetzen. Höhere Magie kann nicht nur zu destruktiven Zwecken eingesetzt werden. Sie kann ebenso die Heilung von mehr Menschen ermöglichen oder helfen, ein großes Unheil abzuwenden.

Ein höherer Magier sollte daher besonders verantwortungsbewusst mit seiner Macht umgehen, weil der Kontrollverlust seiner Magie als auch seiner Selbstdisziplin verheerende Folgen haben kann. Interessanterweise wurde höhere Magie nur von der Gilde verboten, nachdem ein kyralischer Magier dem Wahnsinn erlag. In Sachaka erfreut sich höhere Magie auch noch während der Trilogie großer Beliebtheit. Wenn es dort jemals Zwischenfälle gab, haben sie dort zumindest nicht zum Verbot höherer Magie geführt.

Allerdings macht Akkarin an der oben zitierten Stelle keinerlei Aussage darüber, ob schwarze Magie böse sei, sondern sagt nur, dass der Glaube daran stark ist. Tatsächlich drückt er sich hier sogar sehr geschickt aus – man muss die Stelle mehrfach und sehr genau lesen, um sie wirklich zu begreifen. Lorlen scheint seine Aussage zumindest so zu verstehen, als würde sein Freund schwarze Magie für böse halten, da er anschließend „Then why practise it?“ fragt. Jedoch muss man hier zu Lorlens Verteidigung sagen, dass ihm in dieser Sache seine Objektivität abhanden gekommen ist. In der deutschen Übersetzung geht diese Zweideutigkeit verloren. Dort fragt Lorlen „Ist sie böse?“ und legt somit die Aussage des vorangegangenen Satzes fest.

Man erfährt in den Büchern nicht viel über Akkarins Einstellung zur schwarzen Magie. Nach seiner Rückkehr aus Sachaka schwört er, sie niemals wieder zu verwenden, weil er verständlicherweise Vorurteile hat, doch er erkennt rasch ihren Nutzen in seinem heimlichen Kampf gegen die Spione. In The High Lord sagt er zudem über Dakova „He did not need black magic to perform evil. I saw him do things with his bare hands that I will never forget.“, was darauf hindeutet, dass er zwischen schwarzer Magie und der Absicht hinter dem Praktizieren dieser differenziert. Dennoch heißt er schwarze Magie nicht gut, weil er um ihre Gefährlichkeit weiß.

Und ich muss Akkarin recht geben.

Magie an sich ist neutral, denn sie ist eine fundamentale Kraft der Natur. Böse ist, was die Menschen daraus machen.

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