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Mein ursprünglicher Plan sah vor, spätestens Anfang Februar mit der Überarbeitung des ’Heiligtums von Yukai’ zu beginnen. Jetzt ist der Monat fast zu Ende und ich habe noch immer nicht damit begonnen. Aber diese Verzögerung hat einen guten Grund:

Eine Woche vor Release des ersten Kapitels von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hatte ich neben der verzweifelten Suche nach einem passenden Titel (wobei mein Freund und Amazon.de eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben) damit begonnen, noch einmal sämtliche Kapitel dieser Story zu lesen und in meinem krankhaften Streben nach Perfektion Kleinigkeiten auszubessern. Mein leicht zu verstörendes Zeitmanagement war in Ordnung, bis ich zu Kapitel 24 kam. Ab da taten sich einige sehr große Zeitsprünge in der Handlung auf, die ich bewusst so gesetzt hatte, um die Story voranzutreiben. Denn wer will schon über einen erzählten Zeitraum von fünf Jahren in Form einer Daily Soap lesen, wie Akkarin von Dakova gequält wird (’Die Leiden des jungen Akkarin’) oder wie er unter seiner unerfüllten Liebe zu Isara leidet und dafür von Dakova gequält wird (also eine sachakanische Version von ’Verbotene Liebe’)? Ich bin sicher, eine solche Story würde mir zahlreiche Quietsche-Reviews einbringen, aber ich bediene eigentlich eine andere Zielgruppe.

Nichtsdestotrotz gefielen mir die Zeitsprünge im zweiten Korrekturdurchgang mit einem Mal nicht mehr. Nach einem Cocktail-Abend mit meiner besten Freundin, jeder Menge Kamelot und einem ausgiebigen Mittagspausen-Plotten hatte ich schließlich einige tolle Ideen für acht weitere Kapitel. Und obwohl ich geplant hatte, die Story frühestens im Dezember wieder anzufassen, weil ich besagte Kapitel erst danach posten werde, endete es damit, dass ich meinen Zeitplan über den Haufen warf und mich mein diesjähriger Karnevalseskapismus in die Ödländer Sachakas führte. Denn so tief wie jetzt würde ich so bald nicht mehr geistig in dieser Story stecken.

Das Schreiben an ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ ging wie immer unter die Haut. Irgendwie ist das jedes Mal ein Erlebnis für sich: Tragische Stellen, die auf ihre ganz eigene Weise episch sind, das Spielen mit Metaphern (ein Kapitel enthält ganze vier Mal das Wort ’prüde’ – als Stilmittel), das spontane Umbringen eines Nebencharakters oder einfach nur stilles, platonisches Shippen, wenn Akkarin und Takana sich wieder einmal wie ein altes Ehepaar streiten. Wenn ich daran denke, wie sich ihre Freundschaft später verändert, weil Akkarin höhere Magie erlernt, bricht es mir jedes Mal das Herz.

Die Kapitelzahl von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ ist damit von 49 auf 57 gestiegen, so wie es inzwischen auch in meinem Profi auf FF.de steht. Ich kann euch leider nicht versprechen, dass keine weiteren Kapitel dazukommen werden. Denn wenn nicht ihr Leser es seid, die mich dazu inspirieren, so habe ich noch nie eine Geschichte geschrieben, die auch nach ihrer Fertigstellung mich derart mit neuen Ideen überschüttet hat. Und meine Muse ist ohnehin allgemein als Bitch bekannt. Allerdings kann ich dafür garantieren, dass dies euren Lesefluss nicht stören wird 🙂

Der schlimmste Teil – und das hat mich den halben Sonntag gekostet – war die Zuordnung von Songzitaten zu den neuen Kapiteln. Das hat dazu geführt, dass ich die Songzitate bei älteren Kapiteln ändern musste. Und dazu, dass ich mir geschworen habe, niemals wieder eine Story zu schreiben, in der zu Beginn eines jeden Kapitels ein Songzitat steht – egal, wie sehr mich die Musik dazu inspiriert hat. Dummerweise habe ich da so eine Fortsetzung mit dem Arbeitstitel ’Die Abenteuer des Hohen Lords’ in Planung, die den Geist aus ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ fortführt.

Drei Kapitel haben immer noch keine Songzitate, weil ich keine passenden finden konnte. Obwohl Akkarins Geschichte gewisse Parallelen zur Faust-Tragödie aufweist, wenn man sehr frei interpretiert, und Kamelot Letztere wirklich großartig auf ihre eigene Weise interpretiert haben, passt es bei diesen Kapiteln einfach nicht. Inzwischen frage ich mich jedoch (auch dank LittleSnowfall <3), ob das wirklich so schlimm ist. Schließlich sind es zwei unterschiedliche Geschichten und es schadet nicht, das dem Leser hier und da ins Gedächtnis zu rufen. Zudem würden für jene Kapitel wunderbar Zitate aus ’The High Lord’ passen. Denn was bringt es, die noch übrigen Songzitate in diese Story pressen zu wollen, wenn sie sich nicht mit den jeweiligen Kapiteln vereinbaren lassen und ich Ideen habe, wie ich sie in einer Fortsetzung unterbringen könnte?

Tatsächlich spiele ich nun sogar mit dem Gedanken, hier und da weitere Buchzitate zusätzlich einzufügen, um einen bestimmten Aspekt der Handlung zu betonen. Denn schließlich ist es Akkarins Geschichte 🙂

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