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Ich habe lange überlegt, ob ich das hier schreiben soll, während ich noch im Prozess der Entscheidungsfindung stecke oder euch vor vollendete Tatsachen stellen soll. Beides erscheint mir auf die eine oder andere Weise unfair. Ersteres, weil mir Rumgeheule wie ein Heischen nach Aufmerksamkeit vorkommt und ich mich selbst damit der Hoffnung aussetze, dass es vielleicht etwas ändert. Letzteres, weil es mir irgendwie grausam erscheint und euch die Chance nimmt, sich dazu zu äußern, sofern ihr das wollt, zumal ich selbst viel zu gut weiß, wie sich das anfühlt.

Da ich mit meiner Entscheidung jedoch noch nicht zu einem Ergebnis gekommen bin und das, was in mir vorgeht, raus muss, weil ich es schon zu lange mit mir herumtrage und es mir damit immer schlechter ergeht, habe ich mich für Ersteres entschieden.

Ich bin kurz davor, das Hochladen von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ erneut abzubrechen. Dieses Mal vielleicht sogar für immer.

An den letzten beiden Samstagen habe ich kein neues Kapitel hochgeladen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil ich es einfach nicht mehr über mich bringen konnte. Es zu tun, war mit zu viel emotionalem Stress und Ängsten verbunden.

Nach der Leserabstimmung im Herbst hatte ich der Geschichte noch eine Chance gegeben. Im Nachhinein komme ich mir dumm vor, weil ich damals geglaubt habe, es würde dieses Mal besser laufen. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich auch da schon diese Angst, dass alles genau so kommen würde, wie beim ersten Versuch die ganze Zeit im Hinterkopf.

Im November waren bereits erste Anzeichen zu sehen, dass es wieder genau so läuft wie beim ersten Versuch, aber ich entschied, mich da durchzubeißen und bis Weihnachten weiterzumachen, zumal der NaNoWriMo mich in einen solchen Schreibrausch versetzte, dass ich dieses Problem ein Stück beiseiteschieben konnte. Tatsächlich lief es im Dezember auch wieder besser, was vermutlich auch dem Adventskalender zu verdanken war. Ich hatte sogar die Hoffnung auf einige neue Leser. Inzwischen kann ich jedoch wieder froh sein, wenn ich überhaupt ein Review für ein neues Kapitel bekomme.

Ich weiß nicht, ob es an der alljährlichen Weihnachtspause lag, doch danach war es mit einem Mal vorbei. Und jetzt stehe ich wieder da, wo ich letztes Jahr im Frühsommer stand.

Im Augenblick kämpfe ich noch mit mir. Ich kämpfe mit mir, ob ich diesen Schritt wirklich tun soll, denn wenn ich das tue, dann wird es dieses Mal vielleicht für immer sein. Letzte Woche hatte ich für einen oder zwei Tage (auch dank eines sehr motivierenden Mailverkehrs mit einem lieben Leser oder einer lieben Leserin – das weiß ich leider nicht so genau) die Zuversicht, es am Samstag noch einmal zu versuchen und am Ende des Kapitels einige konkrete Fragen zu stellen in der Hoffnung, dann das Feedback zu bekommen, was ich so dringend brauche, um nicht das Gefühl zu haben, dass diese Geschichte in den letzten Wochen nicht einen total grottigen Verlauf genommen hat und ich mit meinem Lieblingscharakter etwas ganz Furchtbares fabriziere.

Dann kam der Samstag und die Angst war mit einem Mal wieder so groß, dass ich es gelassen habe.

Noch versuche ich mich dazu durchzuringen, ein neues Kapitel einzustellen, aber die Angst ist weiterhin da. Dass es nun schon zwei Kapitel sind, die nicht fristgerecht hochgeladen wurden, und das nur einer einzigen Person aufgefallen ist, bestärkt mich zudem in meinem Entschluss.

Es geht mir nicht mehr gut damit, neue Kapitel hochzuladen und fürchten zu müssen, schon wieder kein Feedback dazu zu bekommen. Es verunsichert mich zutiefst und wirft in mir die Frage auf, ob ich überhaupt in der Lage bin, Geschichten dieser Art zu schreiben.

Liebe Leser, ich weiß, dass auf Fanfiktion.de Autoren, die ihre Geschichte aus Mangel an Feedback abbrechen, nicht gerade beliebt sind. Und wahrscheinlich erhöht es auch nicht gerade meine Beliebtheit und die dieser einen Geschichte, dass ich mich nun vielleicht bei ihnen einreihen muss. Ich denke nicht darüber nach, diese Geschichte abzubrechen, um euch zu bestrafen oder zu erpressen nach dem Motto „schreibt mir Reviews, damit die Geschichte weitergeht“, denn ich weiß, dass diese nicht von Herzen kommen würden und damit wäre weder mir noch euch geholfen.

Ich denke darüber nach, diese Geschichte abzubrechen, weil es mir mit ihrer Veröffentlichung nicht mehr gutgeht.

Freunde in der Autorencommunity sagen mir oft, ich soll doch einfach nur für mich schreiben. Aber genau das tue ich. Ich habe nie etwas anderes getan. Ich schreibe das, was ich selbst lesen will. Doch indem ich das mit anderen teile, mache ich mich verletzlich. Oder besser gesagt: Ich habe den Anspruch an mich selbst, dass das, was andere Menschen von meinen Werken zu Gesicht bekommen, gut ist, weil ich mich andernfalls zutiefst schämen würde. Nur hier ist eben wieder das Problem mit dem mangelnden Feedback: Ich kann es nicht wissen, wenn nichts zurückkommt. Nur mit Feedback kann man sich als Autor verbessern und weiterentwickeln. Da ich mit meinen Fanfictions kein Geld verdienen kann, habe ich keinen Lektor, der das für mich erledigt, und auch ein Betaleser kann diese Aufgabe nur zum Teil erfüllen, weil jeder Mensch eine andere Meinung hat und andere Dinge sieht und für wichtig befindet.

Bei meiner Trilogie bin ich inzwischen einigermaßen sicher, dass ich dort nicht völligen Mist gebaut habe. Mittlerweile ist diese Geschichte auch weit gediehen, dass ich Phasen mit nur wenig oder gar keinem Feedback aussitzen kann, auch wenn es mir damit ebenfalls nicht gutgeht. Aber es geht mir damit immer noch gut genug, dass ich klarkomme und es ausblenden kann.

Bei ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ kann ich das nicht, weil es ein Herzensprojekt ist. Vielmehr noch als die Fortsetzung, die ich mir immer von der Trilogie gewünscht habe. Zugleich war es auch ein Experiment, weil ich eine Geschichte wie diese noch nie zuvor geschrieben habe. Deswegen bin ich bei ihr umso mehr auf Feedback angewiesen. Da diese Geschichte wegen ihrer Thematik von Natur aus weniger Leser hat, fällt es umso mehr ins Gewicht, wenn plötzlich gar nichts mehr zurückkommt. Nur ist kein Feedback leider auch ein Feedback und hat für mich den Beigeschmack, dass die Geschichte nicht gut ist. Denn seien wir ehrlich: Oft trauen wir uns doch gar nicht etwas Negatives zu sagen und konzentrieren uns auf das Positive. Und wenn es nichts Positives zu sagen gibt, dann schweigen wir lieber.

Das muss bei dieser Geschichte nicht zwingend auch so sein. Aber das kann ich nicht wissen. Ich weiß nur, dass ich verunsichert bin und es mir damit überhaupt nicht mehr gutgeht.

Ich veröffentliche meine Geschichten zu einem nicht unwesentlichen Teil auch in der Hoffnung, damit andere glücklich zu machen. Es ist etwas, das ich freiwillig und gerne gebe. Aber wenn nichts zurückkommt, dann bleibt neben der Frage, ob die Geschichte überhaupt etwas taugt, das bittere Gefühl, zu viel von sich gegeben zu haben.

Ein Abbruch der Veröffentlichung würde auch bedeuten, dass ’Darker Than Black’ nicht wie geplant im September online geht, weil es die Fortsetzung ist. Den dritten Teil meiner Akkarin-Trilogie werde ich wahrscheinlich wie geplant im NaNo-Camp im Juli schreiben. Weil ich das für mich schreiben muss. Weil ich Akkarin verstehen will.

Um ehrlich zu sein, bewundere ich Autoren, die ihre Geschichten hochladen, auch wenn sie keine Reviews bekommen, aber so ein dickes Fell habe ich nicht. Ganz besonders nicht, wenn mir eine Geschichte so nahe geht, wie diese. Ich wünschte, es wäre anders, weil ich mir damit auch selbst das Leben schwermache. Aber im Augenblick ist es nun einmal so.

Es tut mir leid für alle, denen ich damit unrecht tue, die vielleicht etwas schreiben wollten, sich aber nicht getraut haben, aus Zeitgründen keine Reviews schreiben können, oder nicht wussten, wie sie ihre Gedanken dazu formulieren sollten. Vielleicht hätten hier konkrete Fragen am Ende des Kapitels geholfen. Aber im Augenblick kann ich mich nicht dazu durchringen, damit einen erneuten Versuch zu starten. Vielleicht geht es nächste oder übernächste Woche, doch das kann ich nicht versprechen.

Für mich ist in erster Linie wichtig, dass es mir mit meinen Geschichten gutgeht. Wenn ich mich dabei schlecht fühle, etwas zu teilen, weil ich nicht sicher bin, ob es gemocht wird oder überhaupt etwas taugt, behalte ich das Geschriebene lieber für mich. Aber so wie es jetzt ist, kann ich nicht weitermachen. Ich muss mich in dieser Hinsicht selbst schützen und verhindern, dass meine Kreativität und mein übriges Leben – selbst mein Job – darunter leiden und ich nicht mehr schreiben kann, weil ich entweder blockiert bin oder nur tote und leblose Sätze herauskommen, während im Hinterkopf mir eine Stimme flüstert, dass ich nur Scheiße zusammenschreibe.

Bitte schreibt mir jetzt nicht, wie toll ihr meine Geschichten findet und wie viel sie euch geben. Das würde mir im Augenblick ebenso wenig helfen, wie zu schreiben, dass man ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ doch einfach lesen muss, um Akkarin zu verstehen.

Mich würde vielmehr interessieren, wie das für euch ist, die ihr vor ein paar Monaten wolltet, dass die Geschichte weitergeht. Ist ein Kapitel pro Woche zu häufig? Schafft ihr das mit D2K daneben generell einfach nicht? Findet ihr die Geschichte scheiße? Lest ihr überhaupt noch mit? Fällt es euch einfach nur schwer, euch dazu zu äußern? Würden euch konkrete Fragen dabei helfen?

Ich kann euch leider nicht versprechen, dass es irgendwann wieder weitergeht, weil ich nicht weiß, ob ich es ertragen könnte, wenn ich einen dritten Versuch starte und dieser wieder so endet. Ich weiß nicht, ob ich dafür die Kraft aufbringe. Oder ob ich die Kraft aufbringe, in einer der nächsten Wochen ohne offiziellen Abbruch weiterzumachen (offizieller Abbruch = mindestens mehrere Monate und den Status der Geschichte auf „abgebrochen“ setzen). Und es tut mir leid für alle, die jetzt traurig oder enttäuscht sind. Ich hoffe, ihr versteht, dass ich das Veröffentlichen dieser Geschichte auf Kosten meiner eigenen Gesundheit vielleicht nicht fortführen kann. Denn leider bin ich auch nur ein Mensch mit Ängsten, Schwächen und Unsicherheiten.

Vielen Dank fürs Lesen! ❤

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