Schlagwörter

, , ,

In diesem Artikel geht es um lange verschollene Leser und die Bestätigung, dass die Aufklärung über die Missbrauchsbeziehung in ’Die zwei Könige’ zwischen meiner Heldin und meinem bösen, heißen König tatsächlich Früchte getragen hat. Denn beides war heute an dem Tag, der für mich als Glückstag gilt, ein Anlass zu hehrer Freunde, weswegen ich der Sache einen Blogartikel in der Mittagspause spendieren muss.

Als ich heute Morgen um 4 Uhr aufstand, um weiter am Bonuskapitel zu ’Die zwei Könige’ zu arbeiten, nachdem mir gestern Abend schon um halb zehn beim Schreiben die Augen zufielen, erwartete mich eine freudige Überraschung.

Eine Leserin, von der ich seit anderthalb Jahren nichts mehr gehört hatte, hatte sich zurückgemeldet. Mein erster Gedanke war „OMG, sie lebt noch!!!“. Irgendwie hatte ich nie angenommen, dass sie die Geschichte aufgegeben hätte, weil sie ihr plötzlich nicht mehr gefiel, oder zu den Geschichten mit dem weichgespülten Vanilla-Akkarin und der pubertären Sonea abgewandert wäre, wie es einige andere Leser in der Vergangenheit getan haben. Da ihre Reviews immer sehr begeistert, ausführlich und konstruktiv waren und wir auch in Mailkontakt standen und uns über vieles austauschen und diskutieren konnten, gingen meine Gedanken eher in die Richtung diverser Horrorszenarien.

Zum Glück war es nichts dergleichen und ich war einfach nur froh, dass sie wieder da war. Und dass sie den Mut hatte, zu schreiben, wo andere sich das vielleicht nicht trauen würden. Ich wüsste nicht einmal, ob ich in einer solchen Situation den Mut hätte.

Ich freue mich immer, wenn sich Leser nach längerer Zeit zurückmelden. Bei einigen weiß ich inzwischen, dass ihnen häufig ihr RL dazwischen kommt. Aber nachdem ich mehr als ein Jahr nichts mehr von ihr gehört hatte und sie auch nicht mehr auf FF.de aktiv gewesen war, galt sie für mich als verschollen und ich habe das dementsprechend bedauert. Anderthalb Jahre sind einfach eine verdammt lange Zeit.

Bei Geschichten, die kapitelweise veröffentlicht werden, kann es passieren, dass Leser verschwinden, ohne dass man je erfährt, wohin und warum. Eigentlich passiert das sogar recht häufig.

Vor einer Weile hatte ich in dem Zusammenhang jedoch auch ein anderes schönes Erlebnis. Mehr als ein Jahr zuvor hatte mir jemand ein Review zu einer meiner Kurzgeschichten geschrieben. Es war eine, die vor den Büchern spielte, weil die Leserin mit der Originaltrilogie noch nicht so weit war, dass sie irgendetwas anderes aus diesem Fandom lesen wollte. Ich dachte, ich lese nie wieder von ihr, weil ihr die Bücher am Ende vielleicht doch nicht gut genug gefallen oder sie lieber andere Fanfictions als meine dazu liest. Doch dann erhielt ich von ihr plötzlich ein Review zum ’Spion’. Ob sie noch immer dabei ist, weiß ich nicht, doch das war eine schöne Überraschung.

Heute am frühen Morgen hatte ich jedoch gleich zwei Anlässe zur Freude.

Diese Leserin war vom Anfang von ’Die zwei Könige’ an ein Marika-Fangirl. Ich habe nichts dagegen, wenn Leser meinen Antagonisten fangirlen, schließlich habe ich ihn so geschrieben, dass er polarisiert. Und deswegen darf mein böser heißer König gerne und ausgiebig gefangirlt werden.

Schwierig wird es nur, wenn man über das Fangirlen den Missbrauch übersieht, der meiner Prota in diesem Teil der Geschichte widerfährt und anfängt, die beiden zu shippen. Und gerade während Teil 1 von ’Die zwei Könige’ hatte ich einige Leser, die sich zwischen den beiden eine Romanze gewünscht haben, was mich daran zweifeln ließ, ob ich die Beziehung in meiner Geschichte verharmlost oder romantisiert habe. Eine Weile war ich sogar unfähig jenen zu glauben, die mir sagten, dass ich das Thema mit der nötigen Sensibilität anfasse.

Das hatte damals zu dem Artikel über Missbrauchsbeziehungen geführt. Mit diesem habe ich gehofft, ein Bewusstsein für die Situation, in der sich meine Heldin befindet, zu schaffen. Ich hatte gehoffte, den Sonea/Marika-Shippern die Augen zu öffnen. Hinterher hatte ich jedoch vielmehr das Gefühl, diese Shipper vergrault zu haben, da ich von ihnen nie wieder etwas gehört habe.

Bei meiner Leserin hatte ich nie den Eindruck, dass sie Sonea und Marika derart shippt, wobei ich das nie so genau in Erfahrung gebracht habe. Und es spielt auch keine Rolle. Denn es ist einfach nur großartig, mehr als ein Jahr, nachdem ich diesen Artikel veröffentlicht habe, von einem bekennenden Marika-Fangirl zu erfahren, dass sie durch mein Statement und beim erneuten Lesen der Geschichte, die Entwicklung zwischen ihm und Sonea nun in einem ganz anderen Licht sieht.

Das zeigt mir, dass dieser Artikel etwas bewirkt hat. Und vielleicht hat er das auch bei dem einen oder anderen der harten Shippern.

In jedem Fall ist es ein verdammt gutes Gefühl. Denn so heiß mein böser heißer König sein mag, ist er vor allem auch eines: ein Schwein.

Es ist jedes Mal aufs Neue toll, wenn ich morgens aufstehe und ein tolles Review bekommen oder vielleicht sogar einen neuen Leser gewonnen habe. Ich freue mich, wenn sich Leser nach längerer Zeit wieder melden. Deswegen hoffe ich, dass sich niemand meiner Leser durch diesen Blopost herabgewürdigt fühlt. Dieses Review war auf seine Weise einfach besonders, weil es eine verdammt lange Zeit warm, sich ein unglaublich lieber Mensch nach so langer Zeit wieder bei mir gemeldet hat und ich obendrein die Bestätigung bekommen habe, dass es gut war, jenen Missbrauchsartikel zu schreiben, weil ich mich als Autorin in der Verantwortung sehe, über gewisse Themen Aufklärung zu betreiben, anstatt Dinge zu verherrlichen, die es nicht wert sind, verherrlicht zu werden.

Advertisements