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Beim heutigen Sumikränzchen möchte ich euch erzählen, was die Musik der Band Kamelot mit meiner Geschichte über Akkarins Zeit als Sklave ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ zu tun hat.

Musik war für mich schon immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens und ich brauche sie wie die Luft zum Atmen. Sie wirkt wie ein Verstärker auf meine Emotionen, sie tröstet, sie bewegt, sie macht mich glücklich, sie inspiriert und sie motiviert. Ohne sie wären mein Leben ein ganzes Stück weniger farbenfroh.

Zu vielen Liedern habe ich Szenen und Bilder im Kopf, die zu den Geschichten gehören, an denen ich gerade arbeite, oder zu Geschichten, die erst noch geschrieben werden wollen. Häufig sind das einzelne Lieder, selten ein ganzes Album. Diese Lieder machen mir gute Laune, motivieren mich und versetzen mich in einen Flow, in dem ich arbeiten, lernen oder schreiben kann, ohne damit jemals wieder aufhören zu wollen. Damit kann ich Prokrastination häufig sogar im Keim ersticken und beim Schreiben sprudeln die Ideen mit Musik wie von selbst. Es gibt auch Lieder, die nur dieses Gefühl auslösen, letztendlich ist es für das Schreiben jedoch irrelevant, weil ich meine Playlist einfach laufen lasse und die Phantasien häufig in Situationen kommen, in denen ich nicht schreibe, wie z.B. beim Joggen oder beim Kochen.

Auf diese Weise funktioniere ich kreativ und schöpferisch, solange ich denken kann. Musik ist ein Ventil, ein Katalysator, um meine Emotionen auf Papier zu bringen.

Und dann habe ich auf der Suche nach guter Musik vor ungefähr zwei Jahren die wunderbare Band Kamelot entdeckt. Kamelot machen sehr anspruchsvollen Power-Metal mit melodischen und progressiven Elementen und die meisten ihrer Alben sind Konzeptalben. Ich habe sie ungefähr zu der Zeit entdeckt, zu der ich meine Kurzgeschichte über Takan ’Die Erfüllung’ schrieb, wozu ich mich erstmals mit Akkarins Vergangenheit intensiver auseinandersetzte. Ich fand sehr schnell Gefallen an Memento Mori, einem einfach epischen Song, dessen Melodie und Text sofort Assoziationen zu Akkarin auslösten. Durch Memento Mori kam ich auch mit den übrigen Songs auf dem Album ’The Black Halo’ in Berührung und fand darüber heraus, dass es eine Interpretation Goethes Faust II ist. Das Vorgängeralbum ’Epica’, nachdem sich die Band um die wunderbare Simone Simons benannt hat, entspricht dabei Faust I.

Schon in der Schule war ich ein großer Fan von Faust – es war eine der einzigen wenigen guten Lektüren, mit denen meine Deutschlehrer mich gefoltert haben. Bei Faust faszinierte mich als angehende Physikerin vor allem das Gott vs. Wissenschafts-Thema. Und Mephisto war der erste Antagonist, der mich begeistern konnte.

Irgendwie kam dann im Frühjahr 2014 alles zusammen. Die Geschichte über Takan, die Musik, Faust und Akkarin. Ich war so begeistert, dass ich mir die beiden Alben kaufte und über Tage und Wochen rauf und runter hörte. Dabei entstanden immer mehr Gedankenfetzen zu ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, so dass ich Ende April 2014 anfing, erste Szenen aufzuschreiben.

Weil ’The Black Halo’ und ’Epica’ nur eine Interpretation von Faust I+II sind, war einiges anders, doch die Texte lösten bei mir unzählige Assoziationen zu einem Akkarin aus, der auszog, um die Geheimnisse der Magie zu erforschen und dabei mit dem Bösen in Kontakt gerät. Einem Akkarin, der die Frau verliert, die er liebt, und der sich schließlich dieser dunklen Macht hingibt. Natürlich ist nicht alles bei Kamelot und Goethe gleich. So wie die Parallelen zwischen Akkarins Geschichte und beiden Dingen wiederum speziell sind.

Aber es muss auch nicht zu 100 % oder zu 50 % oder welchem Anteil auch immer übereinstimmen. Wenn man sich die Zitate über den Kapiteln ansieht, dann ist die Geschichte, die Kamelot in ihren beiden Alben erzählen durcheinandergewürfelt und es fehlen Stücke. Weil es eine andere Geschichte ist. Aber die Zitate passen auf die Kapitel und sie haben mich inspiriert. Als ich ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ im Camp-NaNoWriMo Juli 2014 schrieb, habe ich diese Alben und alle anderen von Kamelot noch exzessiver gehört (mit einem mehrwöchigen Verbot zuvor, um beim Schreiben so richtig abzugehen). Trotzdem würde ich ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ nicht als Songfic bezeichnen, weil ich die Zitate nur als Ergänzung und Bereicherung der Geschichte sehe.

Da aus meinen Ideen inzwischen eine Trilogie mit dem flapsigen Arbeitstitel ’50 Shades Of Akkarin’ geworden ist (was nichts mit dem Schundroman zu tun hat, sondern darauf anspielt, wie viele Facetten seiner Persönlichkeit ich durch das Schreiben über seine Vergangenheit hervorgeholt habe), werden natürlich auch in den Kapiteln von Teil 2 ’Darker Than Black’ und Teil 3, den ich diesen Juli im Camp schreiben werde, passende Songzitate vorkommen. Das neuste Album ’Haven’ hat mich letztes Jahr sehr zum Schreiben von ’Darker Than Black’ inspiriert. Ihr könnt euch also denken, was ich letzten Sommer bevorzugt gehört habe. (Wobei ich zugeben muss, das meistens frühmorgens gehört zu haben und an heißen Tagen und Abenden habe ich sehr viel Dream Theater gehört, was überhaupt keine Akkarin-Assoziationen bei mir auslöst).

Aber auch ’Ghost Opera’ und ’Poetry For The Poisoned’ haben mich zu ’Darker Than Black’ inspiriert. Ich bin gespannt, was es diesen Sommer wird. Ein neues Album steht leider gerade nicht an, aber das macht nichts, weil ’Haven’ und ’The Black Halo’ noch sehr viel Inspiration bieten.

Aber Kamelot ist mehr als das. Ihre Musik ist für mich zu einem musikalischen ’The Black Magician’ geworden. So wie ich es nie leid werde, die Bücher zu lesen, könnte ich die Alben täglich rauf und runter hören. Häufig tue ich das sogar noch immer, weil es einfach etwas für die Seele ist. Ich könnte stundenlang in dem Zusammenspiel von Klängen, harten und weichen Elementen, dem Heraushören klassischer Instrumente, der Stimme von Roy Khan bzw. seit zwei Alben Tommy Karevik und den Texten schwelgen. Obwohl ich sehr viel großartige Musik vor allem im Bereich Metal kenne, ist Kamelot in dieser Hinsicht für mich außergewöhnlich und einzigartig. Ich kann nur jedem empfehlen, sie sich einmal anzuhören.

Und vielleicht ist es auch einfach so, dass eine außergewöhnliche Sache bei mir eine andere außergewöhnliche Sache bedingt, weil sie irgendwo tief unten auf denselben Ursprung zurückzuführen sind.

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