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Oder auch: Wer mir in dieses Camp interveniert, dem bereite ich die Hölle auf Erden

Seit letzter Woche Sonntag stecke ich in der heißen Phase der Vorbereitungen auf den CampNaNoWriMo im Juli, wo ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie schreiben werde. Auf Twitter habe ich darüber auch unter den Hashtags #50SoA3 für das Projekt und #NaNoPrep gespammt. Dabei steht #50SoA3 für ’50 Shades Of Akkarin Pt. III’, dem Arbeitstitel, passend zum flaspigen Arbeitstitel der gesamten Trilogie, der nichts, aber auch rein gar nichts mit der unsäglichen Twilight-Fanfiction zu tun hat, sondern mit meinem Humor.

Zur Vorbereitung und für das Camp habe ich mir ’The High Lord’ als eBook gekauft und angefangen, die Szenen, in denen Akkarin auftritt, oder die er in irgendeiner Weise per Blutjuwel mitbekommt, aufzulisten und in Kapitel zu gliedern. Dazu habe ich einen Nachmittag und eine Frühschicht am darauffolgenden Morgen gebracht. Dafür, dass ich beim Überfliegen der Szenen gefangirlt und gelitten habe, als würde ich das Buch richtig lesen, war das erstaunlich schnell.

Es ist jetzt nicht so, als hätte ich ’The High Lord’ nicht zweimal als Taschenbuch (die zweite Ausgabe ist ein Ersatz, wenn die erste eines Tages zerfleddert ist), einmal gebunden und in der deutschen Ausgabe, deren Übersetzung mich gruselt. Das eBook ist einfach praktischer, wenn ich die Szenen übersetze und an meinen Stil anpasse und nebenbei Akkarins Perspektive einfüge. Statt eines physikalischen Buches, wo ich die Seiten beschweren muss oder im schlimmsten Fall mein Kater drauf liegt, kann ich es einfach auf den Zweitmonitor ziehen. Die gebundene Ausgabe, die seit letztem Jahr voll mit Post-Its ist, lag beim Heraussuchen der Szenen jedoch zum Abgleich neben mir.

NaNo-Prep an einem verregneten Sonntagnachmittag

NaNo-Prep an einem verregneten Sonntagnachmittag mit Buch und eBook.

In den folgenden Tagen habe ich in Mittagspausen und weiteren Frühschichten die Kapitelstruktur erweitert und die Lücken mit Szenen/Kapiteln* aufgefüllt, die für Akkarin wichtig sind. Und die wichtig sind, damit die Geschichte keine Nacherzählung von ’The High Lord’ aus seiner Sicht wird. Inzwischen bin ich bei ca. 50% sich mit dem Buch deckenden Szenen/Kapiteln und 50% ergänzenden und so ganz bin ich damit noch nicht zufrieden, weil es meiner Meinung nach noch zu wenig Eigenanteil ist.

In den beiden ersten Teilen hatte ich das Problem mit der Nacherzählung nur bedingt. ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ spielt Jahre vor den Büchern in einer Zeit, über die wir in ’The High Lord’ nur das wenige erfahren, was Akkarin darüber erzählt. In ’Darker Than Black’ steigt der Anteil der Akkarin-Auftritte aus den Büchern ab etwa der Hälfte graduell, wo die Geschichte anfängt, parallel zu ’The Magicians’ Guild’ und ’The Novice’ zu spielen. In ’The High Lord’ hat Akkarin dagegen so viele Auftritte, dass man als Leser kaum noch aus dem Fangirlen herauskommt. Zugleich ist die Handlung so dicht, dass es schwierig wird, sie mit weiteren Szenen aufzufüllen, die zu seiner in diesem Buch wirklich bemerkenswerten Entwicklung beitragen.

Normalerweise bezeichne ich mich ja eher als Chaos-Discovery-Writer, der nur so etwas wie Plotten macht, um die vielen Ideen im Kopf notieren und in eine Struktur zu bringen, damit sie nicht verlorengehen, bis ich sie aufschreiben kann. Alles dazwischen überlasse ich den Charakteren und ihrem Eigenleben. Nur, wenn ich damit in eine Sackgasse gerate, klamüsere ich das auseinander und mache mir Gedanken, die mir helfen, das Chaos in meinem Kopf zu lichten. Den Rest der Zeit schreibe ich ins Blaue.

Bei meiner Fortsetzung, die auf den Büchern aufsetzt, kann ich das so machen. Bei einer Geschichte, die vor und während der Bücher spielt und sich an den Canon halten muss, geht das nicht mehr. Hier muss alles, was ich schreibe, mit den Büchern konsistent sein. Bei ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ und der ersten Hälfte von ’Darker Than Black’ hatte ich diesbezüglich noch jede Menge Spielraum, danach wurde dieser jedoch kontinuierlich weniger.

Dazu kommt, dass ich mir für den NaNoWriMo gerne eine Struktur vorab mache, an der ich mich entlanghangeln kann, weil ich in diesem Monat weder Schreibblockaden erleiden noch Plotprobleme wälzen, sondern einfach nur schreiben will. Diese Struktur ist mehr oder weniger ausgearbeitet. Letzten November bei der ’Königsmörderin’ enthielt sie große Lücken, weil ich nur an dem Gerüst geschrieben habe und die Trilogie in ihren Anfängen steckt, was der Handlung viel Spielraum bietet, um sich zu entfalten. Dieses Mal ist die Struktur sehr viel feiner ausgearbeitet, was an der Dichte der Fixpunkte aus ’The High Lord’ liegt. Dazwischen werde ich noch immer Spielraum haben. Und nicht zuletzt gibt es auch mehrere Kapitel, die zwischen ’The Novice’ und ’The High Lord’ spielen und die Story in Fahrt bringen.

Wegen dieser Feinarbeiten habe ich mir dieses Mal sehr viel Vorbereitungszeit genommen. Dummerweise habe ich seit einer Woche das Gefühl, fertig zu sein und losschreiben zu wollen, während ich zugleich am liebsten noch mehr Zwischenszenen hätte. Spätestens am Donnerstag werde ich mit dem Prolog der Geschichte beginnen, um mich in die Story einzuschreiben und in Stimmung zu kommen.

Isara schläft derweil im Körbchen auf dem Schreibtisch.

Isara schläft derweil im Körbchen auf dem Schreibtisch.

Weil ich am liebsten gestern mit der Geschichte angefangen hätte, auch wenn ich dann vermutlich vor Ende Juli fertig würde, reizt mich kaum etwas anderes, und ich prokrastiniere bei all meinem anderen Projekten nur vor mich hin. Ich habe ein Märchen geschrieben, sammele Ideen für eine Kurzgeschichte, die in eine Anthologie eingehen soll, und das läuft so überhaupt nicht, weil ich anscheinend nur Fanfiction schreiben kann. Außerdem erledige ich einige Todos in ’Darker Than Black’, die mir beim Durcharbeiten der Szenen von ’The High Lord’ aufgefallen sind. Darunter die Existenz Senfels, die Gruppe elynischer Adeliger, die Akkarin schon seit einer Weile beobachtet und das Vermitteln zwischen Gilde und Häusern/König in Bezug auf die Heiler für die Rennpferde der Häuser Arran und Korin und Lord Davins Wetterausguck.

Seit gestern liebäugele ich damit, die Geschichte ’Der Zorn der schwarzen Sonnen’ zu nennen. Es würde den Kreis zu Teil 1 schließen und passt meiner Meinung nach hervorragend in die Symbolik. Nur würde das bedeuten, dass ich für Teil 2 einen anderen Namen brauche. Ich habe mich letztes Jahr auf ’Darker Than Black’ eingeschossen, obwohl es als englischer Titel schon nicht zu Teil 1 passt. Bis jetzt habe ich jedoch noch keinen passenden deutschen Titel gefunden. ’Schwärzer als die Nacht’ wäre eine Möglichkeit und würde thematisch ins Konzept passen, auch weil die Sonnen im Titel fehlen. Doch ich bin noch unschlüssig. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass mir wie bei Teil 1 der passende Titel kurz vor Veröffentlichung des ersten Kapitels kommt. Sollte ich mich jedoch auf ’Schwärzer als die Nacht’ einigen, so würde Teil 3 wahrscheinlich ’Der Zorn der schwarzen Sonnen’ heißen.

Daher werde ich der Einfachheit halber #50SoA3 als Hashtag verwenden, wenn ich im Juli über diese Geschichte twittere. Auch auf die Gefahr, dass Leute das falsch verstehen und denken, ich würde irgendeinen Schweinkram in die Geschichte flechten, der dort nicht hingehört. In meiner gesamten Akkarin-Trilogie hat der arme Kerl einmal im letzten Teil Sex, und da dies die berühmte Szene hinter dem Wasserfall ist, könnt ihr euch wahrscheinlich denken, dass es dort ziemlich blümchenhaft zugeht. Zudem sind die Unterschiede zu Chedward so frappierend, dass ich einen eigenen Blogartikel schreiben müsste, um das zu erfassen.

Ich freue mich wie Bolle auf das Camp. Um meine Vorfreude zu steigern, höre ich seit zwei Wochen kein Kamelot mehr. Von den letzten beiden Juli-Camps weiß ich, wie gut diese Abstinenz wirkt. Wenn ich dann schließlich über Akkarin schreibe und diese Musik dazu höre, bin ich faktisch nicht mehr aufzuhalten.

Marika erweist sich bevorzugt frühmorgens als lieb und moralische Unterstützung.

Marika erweist sich bevorzugt frühmorgens als lieb und moralische Unterstützung. Besonders dann, wenn ich mich dem bösen Ende des Buches nähere.

Meine Cabin habe ich gleich am 1. Juni gegründet und es sind lauter nette Menschen darin, die ich aus früheren Camps oder dem offiziellen NaNo kenne. Wahrscheinlich werde ich sehr viel fangirlen, aber zum Ende hin auch leiden. Daher gehe ich davon aus, dass es dieses Mal auch ein sehr therapeutisches Camp wird. Ich will dieses Camp genießen – sowohl in den schönen, als auch in den schmerzhaften Aspekten der Geschichte. Zumal das Ende von ’The High Lord’ nicht das Ende dieser Geschichte sein wird. Akkarin bekommt das Ende, das er verdient und daher werde ich die ersten Kapitel aus ’Der Spion’ mit einbeziehen.

Wer auch immer auf die Idee kommt, mir im Juli dazwischenzufunken, der wird von mir so eins auf den Deckel kriegen, dass er seines Lebens nicht mehr froh wird. Dafür hatte ich zu viele Camps unter erschwerten Bedingungen und nach dem Desaster mit dem Stalker im April und mehr als einem halben Jahr, in dem ich mehr überarbeitet denn geschrieben habe, brauche ich dieses Camp, um endlich wieder einmal zu schreiben.

Es reicht schon, wenn ich mit zwei wilden Kätzchen zusammenlebe, die vorzugsweise dann Unsinn machen, wenn ich es gerade am wenigstens gebrauchen kann. Zumindest bei der Vorbereitung waren sie weitgehend lieb, aber das heißt nichts. Was das betrifft, bin ich ohnehin gespannt, wie das mit dem Schreiben läuft und ob ich die angepeilten 100k schaffe, auch wenn mein eigentliches Ziel bei >150k liegt. Allerdings bin ich momentan auch gut darin, mich selbst vom Schreiben abzuhalten, weil mir nach Monaten des Überarbeitens noch immer die entscheidende Motivation fehlt. Ich hoffe, sie im Juli wiederzufinden.

* Die Einteilung ist in Kapitel, beim Schreiben dieser entscheide ich, wie diese in Szenen aufgeteilt sind. Daher sind viele Kapitel eine Mischung aus Bekanntem und Neuem, während weitere Kapitel komplett neu sind.

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