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Da ich momentan vermehrt damit beschäftigt bin, mir meine ’Autorenmarke’ aufzubauen (was bis jetzt jedoch mehr schlecht als recht läuft), habe ich mich am vergangenen Wochenende getraut und eine kleine Cosplay-Fotosession gemacht, für die ich in die Rolle meiner Protagonistin geschlüpft bin. Und das sogar jenseits der jecken Jahreszeit. Auch wenn ich damit in meiner Stadt vermutlich nicht näher auffalle, war mir das unangenehm. Denn ich mag es nicht, verkleidet herumzulaufen und komische Blicke auf mich zu ziehen.

Aber wer Erfolg haben will, muss leiden. Oder so ähnlich.

Am Sonntag war es endlich soweit. Das Wetter war gut und ich hatte Monsieur, der schon diverse andere Fotosessions mit mir gemacht hat, dazu verdonnert mit mir in den Wald zu gehen. Denn in schwarzer Robe zuhause auf dem Sofa ist irgendwie auch am Thema vorbei. Eine alte Burg wäre mir noch lieber gewesen, aber in meiner Gegend gibt es keine alten Burgen, die nicht außer bei Regenwetter total überlaufen sind. Die Idee ist allerdings nicht vergessen.

Ich hatte mich seit Tagen auf den Termin gefreut. Ich hatte noch nie zuvor Cosplay gemacht und war dementsprechend aufgeregt. Am Freitag war ich sogar noch einmal beim Frisör gewesen, weil meine Haare eher die Konsistenz von Stroh hatten. Doch dann kam der Sonntagmorgen und ich war so deprimiert und voll Selbstzweifel, dass ich die Aktion am liebsten gecancelt hätte. Weil es ja sowieso nicht bringt. Leider – oder vielleicht auch glücklicherweise – war ich blöd genug, das zu twittern, woraufhin mich dann ein paar liebe Autorenfreundinnen motiviert haben, es dennoch durchzuziehen. Und daher möchte ich ihnen ganz herzlich für ihre mutmachenden Worte danken!

Also machten Monsieur und ich uns am späten Sonntagnachmittag auf den Weg zu einem nahen Wald. Meine schwarze Robe, die ich mir vor vier Jahren für Karneval genäht und seitdem nicht mehr getragen habe, passte noch, wenn nicht sie sogar inzwischen ein wenig besser saß, weil ich die Abmessungen damals etwas zu knapp gemacht hatte. Marika hatte wenig zuvor noch darauf geschlafen (irgendwie liegt er gerne auf schwarzen Sachen), das konnte eigentlich nur Glück bringen.

Die Robe hatte ich in eine große Tasche gepackt und das nicht nur, um möglichst wenig verstörte Blicke auf mich zu ziehen, sondern weil es mit 27°C für Ende September noch einmal sehr warm geworden war. Mir waren die Jeans und die Stiefel (Sneaker unter der Robe sehen nicht gut aus) schon viel zu warm, da muss dicker schwarzer Stoff nicht auch noch sein. Wahrscheinlich wären damit meine Haare bis zum Wald durchgeschwitzt und mein Makeup verlaufen gewesen.

Im Wald hatte ich schnell eine Stelle auserkoren, wo das Sonnenlicht optimal durch die Bäume fiel. Dort zog ich mir dann die Robe über und fummelte gefühlte zehn Minuten an der verfluchten Schärpe rum – einer dieser Momente, in denen ich froh bin, kein Gildenmagier zu sein. Als ich endlich fertig war, war mir bereits viel zu warm und ich war überzeugt, Makeup und Frisur völlig ruiniert zu haben.

Besonders auf den ersten Fotos wusste ich nicht, was ich mit meinen Händen machen sollte, wodurch ich mir blöd und unbeholfen vorkam. Außerdem verzweifelt jeder Fotograf daran, mich gut zu treffen, wenn ich lache oder lächele. Meistens sieht das irgendwie debil, bescheuert oder sonst wie aus. Dementsprechend ernst habe ich auf den ersten Bildern dreingeschaut. Die Ergebnisse, von denen ich ein paar in die Bildergalerie aufgenommen habe, zeigen das auch sehr schön. Tatsächlich haben sie in mir wilde Phantasien zum Leben erweckt, in denen ich eine Metal-Band (Sonea and the Black Magicians) gründe, weil ich das mit dem Posen und böse gucken schon recht gut hinbekomme.

Auf späteren Bildern habe ich meine Hände mit einer Kerze oder einem Buch beschäftigt, wobei ich mir allerdings auch nicht sonderlich wie Sonea vorkam. Aber es war besser, als ohne Gegenstand in den Händen und allmählich fing die Aktion an, Spaß zu machen.

Zwischendurch hatten wir Probleme mit dem Licht und mussten an Belichtungszeit, ISO etc. rumdrehen, weil die Sonne hinter Wolken war. Daher sind die Bilder unterschiedlich belichtet und kontrastreich, was aber nicht schlimm ist, weil man so mehr Möglichkeiten hat, sie zu verwenden. Je nach Vorhaben werde ich ohnehin einen Filter davor setzen.

Das schlechte Licht war dennoch ein Ärgernis. Und dann neigte sich auch noch der Akku seinem Ende (den ich natürlich nicht vorher aufgeladen hatte) und da ich nicht so recht wusste, wohin mit meinen Armen und welche Posen in einnehmen soll, war ich schließlich frustriert. Ich hatte die Robe schon ausgezogen, als mir das Buch einfiel. Und ab da hat das Fotoshooting richtig Spaß gemacht.

Natürlich kamen immer mal wieder Leute vorbei, die geglotzt haben. Ich war die meiste Zeit so sehr mit dem Zurechtzupfen von Haaren und Robe und dem Posen beschäftigt, dass ich sie immer erst wahrgenommen habe, wenn Monsieur ihnen grinsend zurückgewunken hat. Dank ihm kam ich mir auch überhaupt nicht blöd vor, sondern fand die Reaktionen der Leute witzig.

Zuhause habe ich zu meiner hehren Freude festgestellt, dass ein überraschend großer Teil der Fotos richtig, richtig gut geworden ist. Normalerweise mache ich auf 95% komische Gesichter oder habe die Augen zu. Dieses Mal war der Anteil komischer Gesichter sehr gering. Dafür kann ich von den mehr als 200 Bildern dennoch nur einen kleinen Teil verwenden, weil Belichtung, Bildausschnitt, Schärfe etc. auf vielen Bildern nicht stimmen.

Was ich letztendlich mit den Bildern mache? Keine Ahnung. Meine ursprünglichen Pläne gingen in Richtung des üblichen Größenwahns, Aufbau meiner ’Autorenmarke’ etc. Doch abgesehen davon, dass eine Autorin, die sich wie die Protagonistin ihrer Fanfictions kleidet, vielleicht nicht ernstgenommen wird, frage ich mich, was es mir bringen soll, außer meine Webseiten- und Social-Media-Profile aufzuhübschen. Denn wenn ich ehrlich bin, hat meine bisherige Aktion zum Thema Marketing und Autorenmarke absolut null gebracht. Im Gegenteil, bis jetzt war sie eher kontraproduktiv.

Nichtsdestotrotz hatte ich bei der Aktion Spaß und habe nun ein paar schöne, aktuelle Sonea-Bilder. Und es werden gewiss nicht die letzten gewesen sein. So wie ich gewiss nicht zum letzten Mal Sonea beim Cosplay dargestellt habe. Auch wenn das noch ausbaufähig ist. Ein paar Ideen habe ich dazu sogar schon.

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