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Mein Schreibmeer-Kollege Florian von Tintenfleck-Blog hat meinen Blog für den Liebster-Award nominiert, weil „die nicht nur grandiose Fan-Fiction schreibt, sondern auch sonst tolle Texte“. Das ist nun schon die dritte Nominierung, was mich wahnsinnig freut.

Folgendes wollte Florian von mir wissen:

1. Wenn ich schreibe, bekomme ich früher oder später immer Durst, weshalb das Wasserglas nie weit weg ist. Manchmal steht da neben mir aber auch Kaffee oder – in sehr seltenen Fällen – Tee. Wie ist das bei dir? Trinkst du etwas, wenn du schreibst? Was ist dein Schreibgetränk?

Beim Schreiben steht neben mir immer eine Kanne mit Kräuter- oder Schwarztee. Oft auch eine Flasche mit Wasser, aus der ich jedoch nur dann viel trinke, wenn mir zu warm ist und ich kein gefühltes „Loch“ im Magen habe. Hin und wieder trinke ich abends beim Schreiben auch ein oder zwei Gläser Wein, um meinen Autorenalkoholismus zu pflegen. Allerdings vertrage ich Wein momentan nicht mehr so gut und verzichte weitgehend darauf. Als Ersatz trinke ich nun häufig selbstgemachte, heiße Schokolade, was auch gut zur Jahreszeit passt.

2. Stichwort Getränk: Hast du eine eigene Schreibtasse? Oder einen bestimmten Füller, einen magischen Bleistift oder irgendwelche anderen besonderen Gegenstände des Alltags, die ganz allein deiner kreativen Leidenschaft vorbehalten sind?

Ich habe einen ganzen Schrank voll mit schönen Tassen, allerdings trinke ich nicht

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nur beim Schreiben daraus. Allerdings stehen auf meinem Schreibtisch ein Khal Drogo und ein kleiner blauer Elefant, die mir beim Schreiben immer zusehen dürfen. Und ein Bergkristall und eine Wüstenrose, die mich an Dinge aus meinen Geschichten erinnern.

3. Manche Leute hören beim Schreiben Musik. Bei mir war das früher so, für meinen letzten Fantasy-Roman hatte ich eine Art eigenen Soundtrack. Inzwischen ist viel Wasser den Bach runtergeflossen und es muss bei mir meistens absolut still sein, wenn ich schreibe. Was bevorzugst du: Stille? Straßenbahn-Lärm? Bestimmte Musik? Hast du einen eigenen Soundtrack?

Stille beim Schreiben geht gar nicht. Meistens höre ich die Musik, die mich gerade am meisten anfixt, was unter anderem von meiner Stimmung und der Jahreszeit abhängt. Da ich fast nur Metal höre, kann man davon ausgehen, dass meine Playlist aus diversen Sub-Genres zusammengestellt ist. Szenen, die in einer wüstenartigen Landschaft spielen, lasse ich gerne von orientalischem Metal begleiten und beim Schreiben und Überarbeiten meiner Akkarin-Trilogie habe ich Kamelot rauf und runter gehört, weil mich diese Musik so sehr zum Schreiben dieser Geschichte inspiriert hat. Im Herbst und Winter höre ich vor allem Melodeath von Insomnium, was meine Stimmung verstärkt und auf diese Weise beim Schreiben unterstützt – egal, was ich schreibe. Also alles ziemlich querbeet.

4. Wie handhabst du das mit Notizen? Ich suche seit Jahren den „goldenen Gral“ des Ideen-Aufbewahrungs-Systems, aber immer wieder verschwinden mir Einfälle irgendwo im Zettelnirvana. Was verwendest du? Wie organisierst du dich? Notizbuch, Cloud-Speicher, Einmachglas, ganz was anders? Und: Funktioniert es?

Wie bei allem, was das Schreiben betrifft, herrscht bei mir auch hier Chaos. Für meine geistigen Ergüsse unterwegs habe ich immer ein Notizbuch dabei (Ich bin sehr begeistert von Paperblanks). Außerdem habe ich zu jeder Geschichte ein Worddokument, in das alle Ideen kommen, die irgendwann einmal zu Szenen werden sollen, und sortiere diese in Kapitel. Für storyübergreifende Details habe ich außerdem meine Pinnwand des Wahnsinns.

Die Pinnwand des Wahnsinns

Die Pinnwand des Wahnsinns

5. Wir alle lesen gerne, aber: Welcher Autor hat eigentlich den größten Einfluss darauf, was und wie du schreibst?

Puh, ich würde sagen, dass George R.R. Martin ein großes Vorbild ist, weil ich seine detailverliebte und schonungslose Art zu schreiben und plötzliche Wendungen herbeizurufen, liebe. Ganz besonders schätze ich die Komplexität seiner Romane. Ich selbst strebe das alles zwar nicht in diesem Extrem an, doch es ist eine schöne Inspiration und Orientierung. Ansonsten, auch wenn ich es nur ungern zugebe, weil ich die Frau nicht nach dem Ende ihrer Erstlingstrilogie einfach nicht mehr mag: Trudi Canavan. Denn ohne ihre „Black Magician Trilogy“ wäre ich nie zu meinem Fanfiction-Universum gekommen, das in den letzten sieben Jahren darüber entstanden ist. Beim Schreiben halte ich mich strikt an die Bücher, damit ich beim Lesen meiner eigenen Geschichten dieses „Buchgefühl“ habe. Nur mit dem Unterschied, dass ich die Geschichten schreibe, die sie nicht schreiben wollte, und der Handlung den weiteren Verlauf, den sie ihr nicht geben wollte. Und dass ich mich an Themen heranwage, die sie nur anreißt, wo dann häufig Mr. Martin ins Spiel kommt.

6. Wo hast du deine besten Ideen?

Überall, nur nicht am Schreibtisch 😀 Vorzugsweise kommen die Ideen auf Spaziergängen, beim Joggen oder im Büro. Und natürlich immer dann, wenn ich keine Gelegenheit habe, sie vernünftig aufzuschreiben. Deswegen hoffe ich seit Jahren, dass die Wissenschaft eine USB-Schnittstelle irgendwo am Hinterkopf entwickelt, so dass ich dann mit USB-Stick spazieren und meine Ideen direkt aus meinem Geist in ein Worddokument bannen kann.

7. Leere Frage, die du dir selber stellen und gleich beantworten darfst: __________________________________________________________?

Keine Ahnung. Aber die Antwort lautet: Akkarin! [füge hier unkontrolliertes Gefangirle ein] Alles weitere würde euch übrigens verstören.

8. Jeder Autor hat seine Achilles-Ferse: Szenen, die man wahnsinnig schwierig zu schreiben findet. Was ist das bei dir? Was kannst du gar nicht?

Romanzen. Ich mag keinen Kitsch. Die Charaktere, die ich bis jetzt zusammengebracht habe, sind fast immer auf unromantische Weise zusammengekommen. Bei Romantik habe ich immer das Gefühl, ich würde Füllszenen schreiben, weil ’nichts’ passiert. Für Blümchensex gilt übrigens dasselbe. Für die Königsmörderin musste ich eine Blümchensexszene mit meinem Hauptpair schreiben, was mir nur möglich war, indem ich die gesamte Situation parodiert habe. Kampfszenen fallen mir auch sehr schwer, weil hier Vorstellungsvermögen mit Matrix, Tarantino und Comicsprache aufeinandertreffen und es zugleich nachvollziehbar und spannend sein soll. Und das ist ziemlich ärgerlich, da bei mir andauernd gekämpft wird. Paradoxerweise mögen meine Leser meine Kampfszenen trotzdem.

9. Und umgekehrt gefragt: Welche Szenen gehen dir besonders leicht von der Hand?

Szenen, in denen entweder gestritten wird oder die Charaktere Sex haben. Oder beides *hust*

10. Wenn dich ein absoluter Schreibanfänger um Hilfe bitten würde, welchen goldenen Tipp würdest du ihm unbedingt geben wollen?

Den goldenen Tipp habe ich nicht, aber einige, die ich wichtig finde, weil ich bei Anfängern immer wieder erlebe, dass sie sich mit bestimmten Dingen schwertun:

  • Der erste Entwurf darf schlecht sein. Alles, was dir jetzt nicht gefällt, kannst du in der Überarbeitung ausmerzen.
  • Akzeptiere, wenn die Charaktere ein Eigenleben entwickeln. Dadurch wirken sie natürlicher und die Handlung wird lebendig.
  • Wenn du an einer Stelle nicht weiterweißt, schreib an einer anderen Stelle und schließ die Lücke später. Manchmal ergibt sich die Lösung erst, wenn man den weiteren Verlauf der Geschichte kennt.
  • Versteife dich nicht zu sehr auf Kapitellängen. Ein Kapitel ist so lang, wie es braucht, um erzählt zu werden. Und auch eine Geschichte ist nicht nach einer vorher festgelegten Wortzahl zu Ende erzählt.

11. Weniger eine Frage, mehr eine Aufforderung: Es ist Herbst, die Blätter fallen von den Bäumen, Nebel kriecht durch Städte, Dörfer und Täler, die Tage werden kürzer, morgens ist es dunkel und kalt, nachmittags vergoldet die Sonne die Welt und wärmt uns den Pelz … die perfekte Zeit, um ein Haiku zu verfassen!
Anleitung: Erste Zeile fünf Silben, zweite Zeile sieben Silben, dritte Zeile fünf Silben!
3 …. 2 … 1 … Los!

Öhm, willst du mich foltern? Wenn ich etwas nicht kann, dann lyrisch wertvolle Dinge von mir geben.

Ich habe mir überlegt, es dieses Mal noch einmal mit Fragen zu versuchen, und dieses Mal zum Thema Fanfiction, weswegen ich nur Blogs von jenen nominiere, die Fanfiction schrieben oder geschrieben haben, sofern sie mitmachen mögen:

Otterfly

Jaelaki

Evanesca Feuerblut

Drachenkönigin

Chickinwhite

Ich würde gerne mehr Nominierungen aussprechen, aber von den Fanfiction-Autoren, die ich kenne, fällt mir spontan niemand ein, der zugleich auch einen Blog hat. Sollte ich also jemanden vergessen haben, fühlt euch frei, mitzumachen.

Und das sind meine Fragen:

  1. Mary Sues, absurde Pairings, Zwangsverslashung, Mpreg etc. – welche Fanfiction-Klischee findest du am schlimmsten und warum?

  2. Wie wichtig ist es dir, beim Schreiben Charaktere und Canon originalgetreu wiederzugeben?

  3. Liest du andere Fanfictions? Und liest du sie lieber in deinem Fandom(s) oder in anderen und warum?

  4. Würdest du zu einer Fanfiction, die du gelesen hast, ein Review schreiben, selbst wenn du sie absolut unterirdisch findest?

  5. Prequel, Sequel, Spin-Offs, Lückenfüller und Geschichten, die zwar in dem Fandom spielen, aber mit den Originalfiguren nichts zu tun haben – Was schreibst du am liebsten?

  6. Was kannst du an Fanfictions überhaupt nicht leiden? Wofür liebst du sie?

  7. Wie bist du überhaupt dazu gekommen, Fanfiction zu schreiben?

  8. Welche Vorurteile gegenüber Fanfictions begegnest du am häufigsten?

  9. Welche Vor- und Nachteile siehst du bei Fanfictions gegenüber ’richtigen’ Büchern?

  10. Schreibst du in erster Linie für dich oder für andere und wie wichtig ist dir die Meinung deiner Leser?

  11. Und zuletzt einmal Hand aufs Herz: Hast du in Bezug auf Fanfictions ein Guilty Pleasure?

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