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Von Storypuzzeln, epischen Dialoge und neuen Charakteren

Morgen ist es wieder soweit und der offizielle NaNoWriMo geht in die nächste Runde. Für mich ist es das dritte Mal, dass ich daran teilnehme und das zweite Mal mit ’Die Königsmörderin’. Seit dem vergangenen Jahr ist die Geschichte um einiges weitergediehen. Im Mai/Juni habe ich zwischen den Camps eine Weile daran gearbeitet, bestehende Kapitel überarbeitet und mit Szenen aufgefüllt. Und seit Anfang September gehen die Arbeiten weiter.

Oder genauer gesagt, da ich nach dem Juli-Camp und der darauffolgenden dritten Überarbeitung von ’Schwärzer als die Nacht’ (ehemals ’Darker Than Black’) wieder komplett aus der Story raus war, habe ich wieder von vorne begonnen. Und das hat mir über den September zahlreiche schöne Fangirlmomente geschenkt, weil ich allenthalben auf Textpassagen stieß, die für mich nahezu episch waren.

Allen voran mein Hauptpair, das sich seit der ersten Trilogie ziemlich gesteigert hat und seine dunklen Seiten nicht mehr zurückhält. Zugleich nehmen sie sich jedoch selbst nicht so ganz ernst, was in Dialoge ausartet, die an eine Parodie grenzen. Und dann diese beiden Kinder, die auf ihre Weise schlimm sind und ihrerseits Sprüche bringen, wegen denen ich oft lachend unterm Tisch lag und die Katzen vertrieben habe (oder meine Kollegen verstört).

Aber auch die anderen Charaktere hatten ihre Momente. Diejenigen, die mir auf Twitter oder FB folgen, sind in den vergangenen Wochen ja bereits in den Genuss zahlreicher kleiner Textpasssagen gekommen.

Wenn eine kaum überarbeitete Rohfassung nach fast einem Jahr ein solches Lesevergnügen ist, dann ist das für mich ein ziemlich gutes Zeichen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass das, was mich begeistert, in der Regel auch die Leser begeistert. Was nicht heißen soll, dass es nicht viel zu überarbeiten gibt, weil ich wieder einmal dabei bin, die Szenen zu einer Story zusammenzupuzzeln.

Während meines Herbsturlaubs Anfang Oktober bin ich über den Punkt hinausgekommen, an dem ich im Frühsommer aufgehört hatte. Ab hier habe ich wieder begonnen, neue Szenen zu schreiben und in die Kapitel einzubauen, aber auch die Hintergrund- und Nebenstorylines weiterzuentwickeln, wo ich vergangenes Jahr nur den Hauptplot geschrieben habe. Denn die Ideen dazu müssen stehen, damit ich im November etwas zu schreiben habe. Also habe ich mir entsprechend zahlreiche Szenen notiert, die noch geschrieben werden wollen.

Als der Urlaub vor zwei Wochen zu Ende ging, habe ich vermehrt damit begonnen, sämtliche bestehende Kapitel weiterzulesen und zu überlegen, welche Szenen hier noch fehlen und was dabei passieren muss. Teilweise lief das richtig gut, teilweise musste ich es jedoch auch offenlassen, um der Handlung und den Charakteren nicht ihre Dynamik zu nehmen. Irgendwie kann ich Handlungsstränge nur bedingt in die Zukunft spinnen, denn wie Meister Yoda schon sagt „Immer in Bewegung, die Zukunft ist“. Also muss ich, so frustrierend es ist, es meinen Charakteren überlassen, die in den nächsten Wochen ohnehin wieder das Ruder an sich reißen werden.

Die Ironie dabei ist, dass ich niemand bin, der großartig plant. Ich bin Chaos-Discovery-Writer. Allerdings habe ich oft so viele Ideen, dass ich diese auch gleich in Stichpunkten je Kapitel festhalten kann, was den Vorteil hat, dass mir darüber oft weitere Ideen kommen. Da ich mehrere Storylines habe, halte ich das für eine gute Strategie. Allerdings sorgen diese Storylines zugleich auch dafür, dass Plotten ein hoffnungsloses Unterfangen wäre, weil es im krassen Kontrast zur Natürlichkeit der Geschichte steht.

Für meinen Antagonisten habe ich noch immer keine Storyline neben seinem Dasein als Antagonist. Das ärgert mich insofern, dass er dadurch schneller als Antagonist erkennbar ist. Andererseits, je mehr ich mich mit ihm befasse, glaube ich, dass sein Leben aus nichts anderem besteht. Wieso also sollte ich etwas dazu erfinden?

Dafür habe ich durch die Idee einer Leserin auf Twitter einen neuen Charakter eingebaut. Er ist Lonmar, jedoch in Sachaka aufgewachsen, weil seine Mutter als Sklavin dorthin kam, während sie mit ihm schwanger war. Jetzt bildet er Sklaven zu höheren Magiern aus und diese sollen dann die Anwesen ihrer zukünftigen Meister bewachen. Er wird viel mit Ivasako zu tun haben. Doch das aus meiner Sicht wissenswerteste Detail ist, dass er von der Figur des Drago aus der Serie Spartacus inspiriert ist. Jene Leserin hatte das angeregt, als ich die Serie im Spätsommer durchgesuchtet und recht viel darüber getwittert hatte. Ich war sofort von der Idee begeistert, da ich Drago toll finde und wie sich schnell herausstellte, hatte ich auch den perfekten Platz für ihn in meiner noch recht dünnen Sachaka-Storyline. Und es macht unglaublich Spaß, diesen Charakter zu schreiben und dabei eine so tolle Vorlage im Kopf zu haben. Überhaupt musste ich feststellen, wie sehr die Serie schon vor Jahren, als ich nur Staffel 1 gesehen hatte, ‚mein‘ Sachaka inspiriert hat.

Kleine Nebenprojekte

Zwischen der Überarbeitung von ’Schwärzer als die Nacht’ und vor dem erneuten Einlesen in ’Die Königsmörderin’ habe ich mein Geheimprojekt #blackmagicXmas2016 durchgezogen. In meinem Herbsturlaub Anfang Oktober habe ich mir ein paar Abende und einen Nachmittag zur Überarbeitung genommen und es ist nun auf einem guten Stand. Ab 1. Advent werde ich auf Twitter und meiner FB-Seite enthüllen, was es mit diesem Projekt auf isch hat.

Außerdem habe ich die Rohfassung einer Kurzgeschichte geschrieben, die sich die Verfasserin des 200. Reviews von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ wünschen durfte. Denn ich konnte nie glauben, dass diese Geschichte die 200-Marke knacken würde. In der Geschichte wird es um Soneas Eskapaden mit Cery und Harrins Bande – also ihre Jugendsünden – und das harte Leben in den Hüttenvierteln gehen. Damit spielt die Geschichte mehrere Jahre vor den Büchern und bevor Soneas Familie in das Bleibehaus im Nordviertel gezogen war. Im Dezember werde ich die Geschichte überarbeiten, so dass sie hoffentlich um den Jahreswechsel online geht.

Die letzten vier Tage habe ich weniger mit NaNoPrep als mit dem Schreiben einer Badfic, der ich den Namen ’Bad Romance’ gegeben habe, verbracht. Diese Badfic war der Wunsch einer Leserin, die vergangenes Jahr Review Nr. 666 geschrieben hatte, worauf ich eine Badfic verlost hatte. Ihr Wunsch war etwas über Sonea und Regin. Lange Zeit hatte ich keine Idee, was ich schreiben sollte, doch letzte Woche kam mir die zündende Idee – gerade noch rechtzeitig für Halloween und eine zweite Folge von ’Guildhouse Of Horror’. Die Geschichte ist mittlerweile online, doch ich beginne es bereits zu bereuen und wünschte, ich hätte lieber Kapitel 7 von ’Yukai’ gepostet. Dieses wird allerdings am 2. November kommen, da ich morgen einen Schreibmarathon mitmache. Vor allem tut es mir jedoch für die Leserin leid, die sich diese Badfic gewünscht hat. Sicher hat sie mit etwas anderem gerechnet und ich habe sie enttäuscht.

Ausblick auf den November

In den nächsten 30 Tagen werde ich schreiben, schreiben, schreiben. Die Kapitel von ’Yukai’ kommen bis auf Kapitel 7 planmäßig, Antworten auf Mails und Reviews werden wie immer wahrscheinlich ein wenig dauern.

Als Ziel habe ich mir mindestens 180k vorgenommen, wobei 200k mir lieber wären. Sehr viel mehr halte ich mit Katzen und Brotjob für utopisch, zumal der Monat nur vier Wochenenden hat und ich an zwei Tagen kaum zum Schreiben kommen werde. Auch ist das Füllen von Lücken kein so flüssiges Runterschreiben, wie eine Story mit nur einem Erzählcharakter oder wie letztes Jahr, als ich die Rohfassung schrieb.

An einem Wochenende werde ich ein kleines Projekt veröffentlichen, das ich extra für die Pause in der ’Schwarze-Sonnen-Trilogie’ aufgeschoben habe. Ich bin gespannt, wie es ankommt, da es zugleich ein Test für ein längeres Projekt seiner Art sein soll.

Ansonsten hoffe ich, dass ich wieder so motiviert und konzentriert schreibe, wie sonst im NaNo auch und mich nicht zu sehr ablenken lasse.

Ich bin gespannt, wie es werden wird.

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