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Die heutige Frage der Autorenwahnsinn-Challenge ist wieder so eine, die sich nicht in 140 Zeichen beantworten lässt. Deswegen kommt die Antwort in einem Blogartikel daher. Ich bewundere mehr als nur einen Autor und für keinen von ihnen lässt sich das in wenigen Worten zusammenfassen.

Grundsätzlich liebe ich epische Geschichten, in denen man versinken kann, mit einer komplexen und logisch durchdachten Handlung und vielschichtigen Charakteren. Handelt es sich um Fantasyromane, so gilt dies auch für die Welt und, sofern vorhanden, ihr Magiesystem. Ich mag es, wenn es einem Autor gelingt, eine Welt vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen, mit den Charakteren zu lieben und zu leiden und zu wünschen, das Buch würde nie zu Ende gehen. Es ist das, was ich bei meinen Geschichten selbst anstrebe. Das eine oder andere habe ich mir bei den untengenannten Autoren hier und da abgeschaut und passend auf meine Geschichten umgesetzt. Ein guter Schreibstil ist dabei vorausgesetzt, wobei ich da keine echten Vorlieben habe, da jeder Autor anders schreibt. Die Sprache sollte jedoch nicht zu einfach sein, aber auch nicht so verworren und umständlich, dass einem die Lust am Lesen vergeht.

Den folgenden Autoren ist dies bis jetzt bei mir gelungen. Die Reihenfolge ist rein chronologisch danach, wann ich sie für mich entdeckt habe.

Rebecca Gablé

Angefangen mit Büchern wie Das zweite Königreich und Das Lächeln der Fortuna hat sie mich mit ihren historischen Romanen schon sehr früh in ihren Bann gezogen. Mir gefällt die Mischung aus persönlichem Einzelschicksal mit Intrigen, Liebe, Krieg und Abenteuer. Und man lernt nebenbei etwas über die Geschichte Europas, insbesondere Englands und des Hundertjährigen Krieges. Ich mag sowohl Gablés Schreibstil und ihre Art, Dinge und Situationen zu beschreiben, als auch ihre Umsetzung der Protagonisten, mit denen man sich leicht identifizieren kann, als auch ihrer Gegenspieler. Obwohl ihre Bücher häufig nach gleichem Schema funktionieren, konnte sie mich damit noch nie langweilen. Außerdem schätze ich an Frau Gablé, dass sich ihre Romane von der breiten Masse an historischen Romanen á là Die Wanderhure, Die Hebamme, Die Whatever absetzen, die seit einer Weile jede Buchhandlung überfluten.

George R. R. Martin

Der Meister des Charakterfolterns und der kreativen Charaktertode. Wie kann man ihn nicht bewundern? A Song Of Ice And Fire war das erste Fantasy-Epos, das mich in eine unglaublich komplexe und detailreiche Welt entführte, mit Charakteren so facettenreich, dass man den Glauben an Gut und Böse verliert. Seine Bücher sind eine gelungene Mischung aus faszinierendem Worldbuilding, Krieg, Intrigen, liebens- und hassenswerten sowie polarisierenden Charakteren und jeder Menge Drama, ohne dabei absurd zu werden. Tatsächlich sorgt seine oft schonungslose Darstellung dafür, dass man sich mitten im Geschehen fühlt, wo andere Fantasyautoren zu Verharmlosung neigen. Die Charaktere mit ihren verschiedenen Graustufen zwischen Gut und Böse wirken zudem menschlicher als die stereotypen Fantasyhelden, die man anderswo findet.

Brandon Sanderson

Ihn bewundere ich vor allem für seine Magiesysteme – sei es in Mistborn, Elantris oder The Rithmatist. Was er da auffährt, ist bis ins kleinste Detail logisch durchdacht und zugleich unglaublich komplex gestaltet, wofür dieser Mann meine volle Hochachtung hat. Besonders Mistborn und Elantris haben es mir angetan, wobei Mistborn mit seinem düsteren Setting und den epischen Kampfszenen, bei denen ich immer Animes im Kopf habe, mein Favorit ist. Hier bewundere ich vor allem auch, wie sich das Magiesystem in die Welt fügt und welche Zusammenhänge dabei mit dem Worldbuilding und der Geschichte geschaffen werden. Es gelingt Mr. Sanderson dabei, dem Leser Häppchen der Wahrheit hinzuwerfen, die sich nach und nach zu einem Bild zusammensetzen, wodurch man sich auch dann noch mit dem Buch beschäftigt, wenn man nicht gerade liest.

Brent Weeks

Obwohl erst vor kurzem durch einen Tipp entdeckt, weiß ich jetzt schon, dass dieser Mann definitiv auf meine Liste der Lieblingsautoren gehört. Ich habe den zweiten Band von Lightbringer nicht einmal ganz durch und bin schon lange in Ehrfurcht vor dem Talent dieses Mannes erstarrt. Was er in dieser Reihe schafft, ist eine Welt mit einem Magiesystem, dessen Komplexität sich mit denen von Sanderson messen kann, und die voll mit Geschichte, Intrigen, facettenreichen Charakteren und Grausamkeiten ist, wie man sie von Martin kennt – nur mit einem deutlich viel schnelleren Tempo. Auch er versteht es, dem Leser immer wieder Häppchen der Wahrheit hinzuwerfen und einen rätseln zu lassen. Rätseln über die Charaktere, ihre Vergangenheit, ihre Motive und darüber, wie bestimmte Aspekte des Magiesystems mit Veränderungen in der Welt oder bei den Charakteren selbst zusammenhängen. Seine Charaktere sind in ihren Aktionen und Gedankengängen überaus menschlich mit Stärken und Schwächen, was sie liebenswert, aber hin und wieder auch hassenswert macht.

Mr. Weeks ist es gelungen, mich in ein emotionales Wechselbad der schlimmsten Sorte werfen, was es einem nahezu unmöglich macht, das Buch beiseitezulegen.

Ich freue mich darauf, mit der Zeit noch weitere Autoren zu entdecken, die ich derart für ihre Werke und das, was sie mit mir tun, bewundern darf – zumindest ein paar auf meiner To-Read-Liste sind recht vielversprechend. Und ich hoffe, eines Tages in der Lage zu sein, selbst etwas in dieser Richtung schreiben zu können.

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