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Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

Die angestellten Überlegungen werden sich auch auf mein Autorenleben auswirken. Aber keine Sorge, es ist nicht so schlimm, wie es klingt. Ich werde nicht aufhören, zu schreiben. Niemals. Es gibt immer noch zwei Bände von „Das Erbe der schwarzen Magier“, die geschrieben werden wollen und auch, anders als gestern behauptet, geschrieben werden. Das heißt, sofern nicht etwas dazwischenkommt, das ich jetzt noch nicht absehen kann. Aber ich werde nicht mehr so verkrampft dahinter sein. In den vergangenen drei Jahren hatte ich einen ziemlich straffen Zeitplan um meine beiden Herzensprojekte voranzutreiben. Dieser Zeitplan lässt mir jedoch kaum Platz für anderes. Und das ist auf Dauer Gift für einen Autor. Wenn man sich die ganze Zeit nur mit seinen Geschichten beschäftigt, kaum Zeit hat, um andere Eindrücke zuzulassen, leidet zwangsläufig die Kreativität. Man läuft Gefahr auszubrennen. Wenn ich so weitermache wie bisher, wird das irgendwann passieren. Mit dem Schreiben und meinem Brotjob habe ich bereits zwei Vollzeitjobs. Zugleich nehme ich mir die Möglichkeit, all die tollen Bücher zu lesen, die ich noch lesen will, oder andere Dinge zu tun, die ich schon immer machen wollte. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Ideen eher und bereitwilliger kommen, wenn ich Auszeiten vom Schreiben zulasse. Alles, was ich schreibe, wird davon profitieren und damit werdet auch ihr davon profitieren.

Aus diesem Grund habe ich auch die sprachliche Überarbeitung von „Unter tausend schwarzen Sonnen“ im März nicht fortgeführt. Nicht, dass es bei dieser Geschichte so kritisch wäre. Mit der Königsmörderin und meinen Überlegungen war ich schon genug ausgelastet. Aus demselben Grund weiß ich auch noch nicht, ob ich nach dem Camp im April meine geplanten sprachlichen Überarbeitungen von „Der Spion“ und „Die zwei Könige“ durchführen werde. Beide Geschichten hätten es nötig, ich entdecke immer wieder Füllwörter, Passagen, die man schneller auf den Punkt bringen könnte, und Wiederholungen, die dadurch entstehen, dass ich über einen langen Zeitraum schreibe und die einem nur auffallen, wenn man die Geschichte in sehr kurzer Zeit liest. Allerdings möchte ich diese sprachliche Überarbeitung nur machen, wenn ich auch wirklich Zeit und Lust habe, diese Geschichten zu lesen. Die Qualität der Überarbeitung würde davon profitieren.

Überarbeitungsstatus von „Die Königsmörderin“

Trotz aller Schwierigkeiten habe ich im März das Unglaubliche geschafft: Die Rohfassung der Königsmörderin ist fast fertig. Das 3. Märzwochenende hing ich in einer zwei lange Kapitel umfassenden Endschlacht, die so komplex mit ihren zahlreichen Erzählsträngen war, dass es sich nicht mal eben so runterschmieren ließ. Dafür, dass ich beim Schreiben sehr viel nachdenken musste und kein NaNo war, habe ich an beiden Tagen mit 6-7k überraschend viel geschafft. Damit hatte ich jedoch erst die Hälfte und der Rest der Schlacht zog sich daher bis zum nächsten Wochenende. Nichtsdestotrotz hatte ich unglaublich viel Spaß und ich habe mehrere Charaktere getötet, die schon länger dabei sind, darunter mindestens zwei aus dem Canon. Das letzte Wochenende war ein wenig entspannter mit den letzten Kampfszenen und dem Beginn des vorletzten Kapitels.

Ausschnitt aus dem Endkampf mit einem epischen Akkarin

Nach dem April-Camp werde ich das letzte Drittel der Königsmörderin noch einmal komplett durchgehen und meine inzwischen etwas längliche Todo-Liste abarbeiten. Ursprünglich wollte ich das Camp damit beginnen, doch im Augenblick halte ich es für besser, mit ein wenig geistigem Abstand an die Sache heranzugehen. Sobald ich mit der Überarbeitung von „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ durch bin, werde ich, entweder noch während des Camps oder danach, mir die Königsmörderin wieder vornehmen. Ich hoffe, dass ich damit bis spätestens Mitte Mai fertig bin.

Ob dadurch, dass ich mehrere Tage ziemlich konzentriert geschrieben habe, oder weil der gesamte Monat mitsamt all seinen Überlegungen so mind-blowing war – ich habe ein paar ziemlich geniale Ideen für Teil 2 des Erbes der schwarzen Magier bekommen. Und ich werde ein ziemlich fettes Easter-Egg einbauen, dass sich durch die gesamte Story ziehen wird. Einige Dialogfetzen sind sogar schon aufgeschrieben. Starten werde ich jedoch erst im Spätsommer, bis dahin darf die Geschichte im Hintergrund prozessieren.

NaNoPrep

Ja … So etwas habe ich gemacht. Irgendwie. Ich habe Band 1 und Band 2 von The Black Magician gelesen. Im Nachhinein hätte der Zeitpunkt nicht ungünstiger sein können. Wenn du wenig zuvor etwas absolut Grandioses gelesen hast und noch immer unter den Nachwirkungen leidest, ist es schwer, sich wieder auf etwas einzulassen, dass verglichen damit nur ’gut’ ist. Immerhin habe ich damit wieder das komplette Wissen bis zu der Stelle intus, an der „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ anknüpft.

Und wie vor jedem Schreibcamp habe ich die letzte Woche damit verbracht, die während des Camps online gehenden Kapitel uploadfertig zu machen und letzte Testleserkommentare einzuarbeiten. Und ich habe den Schreibmeer-Artikel für April geschrieben. Allerdings musste der zum 1. April sowieso ins Lektorat.

Light cannot be chained – Wenn Re-reads sich gegenseitig sabotieren

Es war nicht so geplant. Letzte Woche Freitag hatte ich The Novice ausgelesen und mir The High Lord rausgelegt, um vor dem Schlafengehen damit zu beginnen. Als ich dann schließlich ins Bett ging, geschah etwas, womit ich mich selbst überrascht habe: Ich ging ins Wohnzimmer, an mein Bücherregal und zog The Black Prism heraus. Und dann waren die ganzen Gefühle wieder da.

Vielleicht war es auch die Furcht, dass der Zauber von The High Lord verlorengeht, wenn ich geistig noch in den Seven Satrapies verweile. The High Lord ist mein Lieblingsbuch von Canavans erster Trilogie trotz des unsäglichen Endes. Es ist mir nahezu heilig. Und ich habe Angst, mir dieses Leseerlebnis zu verderben, weil ich mich gerade nicht darauf einlassen kann. Mit genug Abstand zu Lightbringer wird mir das wahrscheinlich wieder gelingen. Aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass das dauern kann.

Ein Fangirl muss eben einem Herzen folgen.

Im Hinblick auf das Camp ist es vielleicht besser, dass es so gekommen ist. Ich müsste The High Lord so lesen, dass ich immer gleichauf mit den Kapiteln meines Projekts bin. Und da würde sich dann auch die Frage stellen, ob und wie viel Sinn es macht, die Handlung doppelt zu erleben.

Mittlerweile kann ich jedoch guten Gewissens sagen, dass ich, anders als gestern behauptet, keine Lightbringer-Fanfiction schreiben werde. Die Bücher sind zu perfekt, um irgendwo sinnvoll anzusetzen, noch bezweifle ich, dass mein Geschreibe dem Original gerecht würde. Vielleicht werde ich mich an einem alternativen Ende versuchen, sollte es nicht so ausgehen, wie ich mir das wünsche und mein geliebter Mr. Badass sterben. Mein Problem ist auch nicht die Sprache (ich würde auf Englisch schreiben). Mein Problem ist, dass ich mich so intensiv mit den Büchern beschäftigt habe, dass alles, was ich dazu schreiben könnte, eine Beleidigung an dieses Meisterwerk wäre.

Eine Sache bleibt jedoch unwiderruflich bestehen:

Lightbringer hat mein Leben verändert. Die Bücher haben etwas in mir ausgelöst, das zu all den Überlegungen des letzten Monats geführt hat. Und es fängt gerade erst an.

Was war sonst noch so los?

  • Anfang März ging mein erster Beitrag zur Schreibmeer-Kolumne online.

  • Letzten Samstag kam außerdem ein Artikel über Fortsetzungsreihen von mir raus.

  • Meine Geschichten laufen inzwischen besser, vor allem „Schwärzer als die Nacht“, was mich sehr freut, während Yukai leider noch ziemlich vor sich hindümpelt.

  • Das neue Testlese-Verhältnis für Yukai, über das ich mich vor einem Monat so gefreut habe, ist leider schon wieder beendet, was ich sehr bedauere. Es fing so unglaublich vielversprechend und früchtetragend an, doch auf Grund einiger Missverständnisse auf beiden Seiten, nahm es ein plötzliches Ende. Ich bin sehr froh, dass wir die Angelegenheit wie Erwachsene klären konnten, auch wenn es natürlich trotzdem schade ist, weil die Testleserin unglaublich kompetent war.

  • Meine Testleserin von „Schwärzer als die Nacht“ hat mir grandioses Abschluss-Feedback gegeben und mir damit bestätigt, dass die Geschichte keine Nacherzählung ist, sondern eine eigenständige Geschichte um Akkarin ist, auch wenn vor allem in der zweiten Hälfte viele Szenen aus den Büchern vorkommen.

 

Ausblick

Den April werde ich wie geplant am Camp-NaNoWriMo teilnehmen und „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ überarbeiten. Tatsächlich habe ich gestern schon damit begonnen und wieder großen Spaß an der Geschichte. Sobald ich damit durch bin, ist das letzte Drittel der Königsmörderin noch einmal an der Reihe.

PS: An dieser Stelle noch ein großes Sorry an alle, die auf meinen gestrigen April-Scherz reingefallen sind. Aber die besten Fake-News sind immer noch die, die einen gewissen Funken Wahrheit beinhalten 😉

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