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Ja, damit habe ich mich dieses Mal selbst überrascht. Ich war mit dem Camp fertig, bevor man seinen Wordcount überhaupt validieren konnte. Das ist mir bis jetzt noch nicht passiert. Auch nicht bei einem Überarbeitungscamp. Ich wusste gar nicht, wie ich mit einem solchen Luxusproblem umgehen sollte. Ok, strenggenommen gibt es noch ein paar kleine Todos, die ich aber bewusst geschoben habe.

Aber der Reihe nach.

Die ersten Tage schrie alles danach, dass es statt des kürzesten Camps ever, das frustrierendste Camp ever würde. Ich kam zu nichts, war dauermüde und hatte noch weniger Bock auf die Story, zumal mein Fangirl-Herz wieder einmal zwischen aktueller Lektüre und dem Projekt hin und hergerissen war. Dazu kamen einige Startschwierigkeiten mit meinem neuen Laptop Dazen (wie Gavin, aber ich sträube mich dagegen, Hardware mit einem Alias zu versehen) wie ein versehentlich zerschossenes Open Office und sein Bestreben, sämtliche Windows 7 Updates machen zu wollen, die seit dem Release dieses letzten einigermaßen brauchbaren Betriebssystems aus dem alten und gar mächtigen Hause Microsoft online gegangen sind.

Nachdem ich die ersten Kapitel brauchte, um in die Story reinzukommen, und sich auch der berufliche Stress ein wenig gelegt hatte, bekam ich wieder richtig Freude an „Der Zorn der schwarzen Sonnen“. Das lag nicht zuletzt daran, dass Akkarin in diesem letzten Teil seiner Trilogie eine Wandlung vom einsamen Wolf zu jemandem, der sich einem anderen öffnet und zu dessen Verbündeten/Komplizen macht, durchlebt. Diese Entwicklung ist einfach großartig, nicht zuletzt wegen seiner aufkeimenden Gefühle für Sonea. Seine Liebe/Besessenheit von Isara hatte sich immer irgendwie falsch angefühlt. Zu lesen und überarbeiten, wie er mehr und mehr Gefühle für Sonea entwickelt, war als würde ich mich selbst neu in ihn verlieben. Und ab da entwickelte sich die Überarbeitung zu einem Selbstläufer. Meine anfängliche Befürchtung, die Geschichte könnte eine Nacherzählung von „The High Lord“ geworden sein, löste sich rasch in Wohlgefallen auf. Obwohl die Dialoge der Akkarin-Szenen aus dem Original übersetzt sind, wirken sie durch ihre Einbettung in die Handlung und Akkarins eigene Wahrnehmung vom Buch losgelöst.

Das hat mich sehr beruhigt.

Es stellte sich sogar als gut heraus, dass ich meinen Re-read des Buches aufgeschoben hatte. Denn so konnte ich besser den Wiedererkennungswert der jeweiligen Szenen bewerten, als wenn ich das Buch ganz frisch im Kopf gehabt hätte.

Insgesamt lief die Überarbeitung so zügig, dass ich an Ostermontag das letzte Mal meinen Wordcount aktualisiert habe. 200k hatte ich mir als Ziel gesetzt, es wurden ca. 240k – entsprechend der Länge der Geschichte. Die folgende Woche arbeitete ich eine überraschend kurze Todo-Liste ab, wozu ich einen Großteil der Geschichte noch einmal überflog und einige einzelne Stellen ausführlicher schrieb oder kleine Szenen ergänzte. Insgesamt war dies jedoch nichts, was ein weiteres Updaten des Wordcounts gerechtfertigt hätte. Anders als im vergangenen April, wo ich „Schwärzer als die Nacht“ zweimal gründlich überarbeiten musste und dementsprechend Wörter gezählt habe.

Einige Punkte meiner Todo-Liste sind noch offen. Darunter das Finden passender Song-Zitate für 20 der mehr als 50 Kapitel (mittlerweile gar nicht mehr so einfach, da die guten Zitate schon für Teil 1 und 2 der Trilogie draufgegangen sind – es wird Zeit, dass Kamelot ein neues Album rausbringen!). Außerdem bin ich mit den Kapiteln nach dem Showdown noch nicht glücklich. Seltsamerweise habe ich mehr Schwierigkeiten, jenen Teil, der parallel zu „Der Spion“ spielt, nicht zu einer Nacherzählung werden zu lassen, als jenen, der parallel zu Canavans Trilogie spielt. Mit ein wenig geistigem Abstand zum Camp werde ich mir in Ruhe durch den Kopf gehenlassen, was ich mit diesen letzten vier Kapiteln mache. Ich würde sie nur ungern streichen und stattdessen nur lieblos den Epilog dahinklatschen. Sie so umzuschreiben, dass sie nicht mehr zum Headcanon passen, möchte ich auch nicht. In ihnen passiert zu viel, was für den Abschluss von Akkarins Entwicklung von Bedeutung ist. Zum Glück habe ich noch eine Weile, um mir darüber klarzuwerden.

Es passiert selten, dass ich mit einer Geschichte bei der Überarbeitung so zufrieden bin. Ich hoffe, das ist ein gutes Zeichen. In jedem Fall hat mir „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ viele schöne bewegende Momente bereitet und ich komme nicht umhin zu bedauern, dass die Trilogie über Akkarin damit nun zu Ende ist. Obwohl es mir alles bedeutet, die Fortsetzung zu Black Magician zu schreiben, die ich mir gewünscht hätte, so betrachte ich die Schwarze-Sonnen-Trilogie als meine beste Arbeit.

Da „Der Zorn der schwarzen Sonnen“ so nah an „The High Lord“ ist, habe ich das Gefühl zu viel zu spoilern, wenn ich Leseproben bereitstelle. Dabei gibt es genug Szenen, die nicht auch im Buch vorkommen. Eventuell stelle ich einige Monate vor dem Start der Geschichte (voraussichtlich Anfang 2018) noch eine Leseprobe online. Bis dahin müsst ihr euch mit dieser Szene begnügen.

Das Blöde daran, so früh fertig zu sein, ist übrigens, dass man beinahe vergisst, seinen Wordcount zu validieren, was ich dann letzte Woche noch getan habe. Schließlich wollte ich mein Winner-Zertifikat:

Wenn am Ende der Überarbeitung noch so viel Camp übrig ist

Den Rest der Zeit habe ich getan, was ich andernfalls Anfang Mai getan hätte. Allerdings in einem größeren Extrem:

Ich habe sämtliche Kapitel von „Schwärzer als die Nacht“ und „Yukai“, die bis Anfang August online gehen, inklusive Testleserkommentare und Fragen uploadfertig gemacht. Damit kann ich mich während der nächsten Wochen ganz auf das Beenden meiner Rohfassung der „Königsmörderin“ konzentrieren. Besonders bei „Yukai“ bin ich überrascht, wie viele unschöne Formulierungen und Redundanzen ich gefunden habe. Das erweckt wiederum in mir den Wunsch, meine bisher online gestellten Geschichten erneut zu überarbeiten, doch dazu fehlt mir im Augenblick die Zeit. Und das ist auch keine Arbeit, die Testleser mir abnehmen könnten.

Was „Schwärzer als die Nacht“ betrifft, so könnt ihr gewiss sein, dass ich euch den Sommer über mit kurzweiligen, teils amüsanten, teils nachdenklich stimmenden und in jedem Fall bewegenden Kapiteln versorgen werde. In ihnen sind einige Easter-Eggs versteckt, eines davon habe ich letzte Woche erst eingebaut, weil ich, sagen wir, die Ironie zu schätzen wusste.

Und auch „Yukai“ wird nicht ohne sein. In den folgenden Kapiteln werden einige Dinge passieren, von denen ich hoffe, dass sie überraschend daherkommen. Alle, die Freude an Intrigen haben, sollten hier außerdem auf ihre Kosten kommen. Wobei das erst der Anfang ist. Ab dem Spätsommer/Herbst wird es erst so richtig intrigant.

In jedem Fall lässt sich sagen, dass dieses Camp wieder äußerst produktiv war und das ganz ohne in irgendeiner Weise am Limit zu leben. Das ist allerdings auch etwas, das traditionsgemäß dem Juli-Camp und dem offiziellen CampNaNoWriMo im November vorbehalten ist.

Zuletzt habe ich noch ein paar Lieblingszitate für euch, zwei davon kennt ihr vielleicht schon von Facebook oder Twitter:

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