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Nach etwas mehr als anderthalb Jahren, 831k Wörtern* und 56 Kapiteln ist es vollbracht: Die Rohfassung der ’Königsmörderin’ ist abgeschlossen und überarbeitet. Damit ist dieser erste Teil von „Das Erbe der schwarzen Magier“ von seinem Umfang her etwa gleichauf mit den Teilen der Vorgängertrilogie „Die Bürde der schwarzen Magier“. Also wieder reichlich Lesestoff.

Alles begann Anfang September 2015. Seitdem habe ich mit einigen Unterbrechungen an diesem ersten Band meiner zweiten Trilogie, die Black Magician auf alternative Weise fortsetzt, geschrieben. Darunter mehr als drei Monate Korrekturlesen von Band 3 der ersten Trilogie (Yukai) und, drei CampNaNoWriMos, in denen ich mich der Schwarze-Sonnen-Trilogie gewidmet habe und hier und da kleinere Unterbrechungen. Mehr als die Hälfte (ca. 470k) habe ich in den offiziellen NaNoWriMos 2015 und 2016 geschrieben.

Wo ’Yukai’ die Handlung ein wenig von der Gilde fortgeführt hat, ist diese in der ’Königsmörderin’ wieder in einem zentraleren Fokus. Trotzdem gibt es eine nicht gerade unwichtige Handlung in Sachaka, die sich durch die gesamte Trilogie ziehen wird. Es gibt jede Menge Action und Humor, ein in einer D/s-Beziehung lebendes Hauptpair, das sich selbst nicht so ganz ernstnimmt und das mit zwei schlimmen Kindern und einem verrückten Diener in einer Residenz lebt, einen Barney Stintson der Magiergilde, ein zwielichtiges Comeback, ein langersehntes Wiedersehen, unerwartetes Fremdflirten, sachakanische Cachikas und jede Menge Tote, die Gilde erschütternde Skandale und einen sie spaltenden Streit – und einen neuen Antagonisten. Und wahrscheinlich noch so einiges andere, das mir gerade nicht einfällt.

Oh, und es gibt ein Satirekapitel. Der Grund dafür ist folgender: Sonea und Akkarin geraten im Laufe der Geschichte an einen Punkt, ab dem ihre Beziehung für eine Weile … sagen wir einfach, das zu schreiben war grauenhaft, aber es musste sein. Mir hat selten etwas mehr weh getan und ich kann nicht nachvollziehen, was Leute an dieser Art von Fanfiction toll finden. Weil es sich nicht vermeiden ließ, habe ich einen Teil ihrer Seltsamkeiten in ein Satire-Kapitel ausgelagert in der Hoffnung, die Leser damit zu amüsieren. Die anderen Charakter haben sich jedenfalls amüsiert.

Neu war für mich der Bezug zu aktuellen Themen, der von der lange gehegten Idee dieser Geschichte vorgegeben war. Durch die Flüchtlingskrise, die etwa zur selben Zeit wie meine Arbeit an der Königsmörderin begann, bekam das Ganze noch einmal eine neue Präzedenz und ich muss gestehen, das für die Geschichte ein wenig ausgenutzt zu haben. Wirklich politisch bin ich damit vermutlich nicht geworden, aber ich denke, dass Soneas Ansichten zu dieser Problematik ganz gut zusammenfassen.

Große Leseproben kann ich euch aus Spoilergründen nicht bieten, aber ich habe hier eine kleine Galerie mit Textauszügen, die ich auf Twitter und Facebook gepostet habe (zum Lesen könnt ihr die Slideshow anhalten und euch mit den Pfeilen durchklicken):

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Und ich habe einen etwas längeren Textauszug zum Thema durchgedrehtes Hauptpair. In der Szene ist tiefster Winter und sie und die höheren Magier wurden in den Palast zitiert (fragt besser nicht!):


Zwei von Pferden gezogene Gefährte lösten sich aus den Ställen und kamen mit leisem Geläut näher.

Schlitten?, fragte Sonea ungläubig.

Angesichts der Straßenverhältnisse ist dies die schnellste Möglichkeit, sich fortzubewegen.

Wieso glaube ich nur, dass ein Teil des romantischen Akkarin noch nicht wieder von seiner dunklen Seite verschluckt wurde?

Vielleicht hat meine dunkle Seite einen Weg gefunden, romantisch zu sein, ohne dass es seltsam wirkt, erwiderte er erheitert.

Wer bist du und was hast du mit meinem Mann gemacht?

Ah, ich werde dir heute Abend noch zeigen, wie sehr ich dein Mann bin.

Du meinst wohl eher, dein ’Meister’, dachte Sonea. Akkarin erwiderte nichts darauf, doch sie war sicher, er hatte ihre Gedanken gehört.

Dann hielten die Schlitten vor den Stufen der Universität. Akkarin stieg in den vorderen Schlitten und half Sonea beim Einsteigen. Im zweiten Schlitten tat Osen dasselbe für Lady Vinara, Regin und Peakin folgten.

Ob es eine gute Idee ist, ihn bei den anderen sitzenzulassen?“, fragte sie leise, während sie die Decke unter dem Sitz hervorholte.

Akkarin half ihr, die Decke über ihre Beine auszubreiten. „Wäre es dir lieber, wenn er bei uns sitzt?“

Sonea wandte den Kopf. „Nein.“

Ihre Hand fand die seine unter der Decke.

Das darf ich doch, nicht wahr?

Ja, antwortete er erheitert.

Und das ist so gar nicht romantisch, nicht wahr?, zog sie ihn auf.

Findest du es romantisch, dass ich es dir in dieser speziellen Situation gestatte?

Es gab einen Ruck und der Schlitten rollte unter leisem Glöckchengeläut los.

Ja, antwortete sie.

Akkarin führte ihre Hand zu seinem Schoß.

– Findest du das auch noch romantisch?

Nein, das finde ich überaus töricht. Was soll der König von dir denken? Deine Robe wird das nicht verdecken können!

Du hast recht. Seine Hand, die ihre noch immer umschlungen hielt, wanderte zwischen ihre Schenkel. Aber das wird er nicht sehen.

Akkarin!

Mit einem leisen Lachen zog er seine Hand wieder zurück und legte sie auf seinem Bein ab, jedoch ohne ihre loszulassen.


Ich bin ziemlich stolz, dieses Werk zu Ende gebracht zu haben. Aber gleichzeitig fühle ich mich auch irgendwie leer. So wie nach jedem vorangegangenen Band meiner Fanfiction. Das Wissen, dass ich nun zwei Drittel meiner alternativen Fortsetzung geschrieben habe, gibt der ganzen Sache irgendwie einen leicht traurigen Beigeschmack. In ca. vier Jahren werde ich den letzten Band geschrieben haben. Und dann wäre dieses Lebenswerk beendet. Für euch bedeutet das noch mindestens sechs Jahre Lesestoff. Für mich bedeutet das, dass ich mir allmählich andere Möglichkeiten suchen muss, um meine Freizeit zu gestalten, damit ich wenn es so weit ist nicht in ein tiefes Loch falle und vielleicht niemals wieder herauskomme. Es sind jetzt bald acht Jahre, die ich fast nur für mein Black Magician Universum gelebt habe. Vielleicht werde ich noch ein paar Was-wäre-wenn-Szenarien schreiben, die Ideen wären zumindest da. Aber es ist nicht dasselbe, wie ein über Jahre gewachsener Headcanon mit Charakteren, die alle ihre Schrullen und liebenswerte und nervige Eigenschaften haben. Die ein Teil von mir geworden sind.

Auch stellt sich mir die Frage, wie viele Leser in ein paar Jahren überhaupt noch dabei sind. Und da muss ich realistisch sein. Wenn ich mir die Statistiken ansehe, so geht die Leserzahl mit jedem Band zurück. Die Reaktionen auf ’Yukai’ sind zwar weiterhin gut, aber verglichen mit den ersten beiden Bänden in ihrer Häufigkeit bescheiden. Entweder es wird weniger interessant oder die Leser wenden sich anderen Fandoms zu oder wachsen aus dem Fanfiction-Lesen hinaus. Neue Leser lesen trotz der Länge häufig alles auf einmal und sind trotzdem noch begeistert, weswegen ich nicht glaube, dass es an der Länge liegt, zumal auch in jedem Band sehr viel passiert und jeder Charakter seine eigene Storyline hat. Aber ich weiß auch, dass gerade ’Yukai’ den klassischen Fanfiction-Leser vergrault, weil es noch weniger als vorherigen Bände auf Pairings fokussiert ist und stattdessen Krieg, Politik und Intrigen als Hauptthema hat. Soll heißen: Es gibt Pairings als natürliche, logische Folge der Charakterentwicklung, aber sie dienen nur als schmückendes Beiwerk. (Andererseits weiß ich nicht, wie viele ’klassische Fanfiction-Leser’ tatsächlich meine Geschichten lesen. Insgesamt wahrscheinlich nicht viele. Doch der ’Spion’ und ’Die zwei Könige’ sind da thematisch vermutlich näher dran als ‘Yukai’.)

Ich weiß nicht, wie viele Leser, die ’Yukai’ auf Grund des Themas vergrault, der zweiten Trilogie eine Chance geben und darauf vertrauen, dass sie wieder näher an den Büchern ist und deren Geist besser einfängt. Nicht zuletzt habe ich den Eindruck, dass das Interesse an dem Fandom im Allgemeinen zurückgeht. Die Frage, ob ich die zweite Trilogie vielleicht einzig schreiben werde, um sie selbst zu lesen, taucht daher immer wieder in meinem Kopf auf. Nicht, dass ich nicht schon schreiben würde, was ich gerne lesen will. Es wäre nur schade, das nicht mehr teilen zu können, weil es niemanden mehr interessiert. Das wäre, als würde ich meine Seele entblößen, aber zu diesem Thema habe ich in diesem Blog auch schon oft genug geschrieben.

Mit diesen Gedanken bin ich mehr denn je bereit, nicht durch die letzten beiden Bände zu hetzen. Dem Schreibrausch nachgeben, wenn er kommt (wie z.B. im NaNoWriMo), ja. Aber nicht verkrampft vor dem Laptop sitzen und versuchen zu schreiben, um es in einer bestimmten Zeitspanne fertigzubekommen, damit für die Leser keine Wartezeit entsteht. Diese Entspannung wird meiner Kreativität zugutekommen und ermöglicht es mir, meine Freizeit auch mit anderen Dingen zu füllen, denn wir schon in meinem Monatsbericht vom März geschrieben, ist eine nur von Schreiben ausgefüllte Freizeit ebenfalls Gift für die Kreativität. Besonders in den letzten drei oder vier Jahren, seit FF.de und den NaNoWriMos, hat sich das Schreiben zu meinem zweiten Vollzeitjob entwickelt. Und das wird mich auf Dauer auffressen.

Daher werde ich nicht wie sonst mich sofort in das Schreiben des nächsten Teils stürzen, sondern im Spätsommer, irgendwann im August damit anfangen. Ideen habe ich beim Schreiben und Überarbeiten genug bekommen und diese auch schon als einzelne Szenen oder Gedankenfetzen aufgeschrieben. Über den Sommer werden mir gewiss weitere Ideen kommen. Angesichts des Komplexitätsgrades kann ich diese gut gebrauchen. Nach dem NaNoWriMo im November, bei dem ich auf einen erneuten Schreibrausch hoffe, werde ich die ’Königsmörderin’ in ihrer Gesamtheit ausdrucken und Korrektur lesen. Ich denke, der Winter ist dafür ein guter Zeitpunkt. Die Story hat lange genug geruht, dass ich sie mit klarem Kopf lesen kann, und dadurch, dass von Band 2 dann schon das Grundgerüst stehen wird, habe ich die Möglichkeit, Details anzugleichen. Danach werde ich mir ein paar Testleser suchen, damit das erste Kapitel pünktlich nächsten Sommer online gehen kann.

Auch wenn der gesamte Sommer dazwischen liegt, freue ich mich bereits darauf.

Bis dahin wird es in diesem Blog ruhiger werden. Wenn es etwas gibt, worüber ich berichten will, werdet ihr es mitbekommen. Einige werden vermutlich mitbekommen, dass ich beim CampNaNoWriMo im Juli teilnehme. Allerdings gedenke ich nicht, darüber zu bloggen, weil das, was ich dort tun werde, etwas persönliches ist und nichts mit meinen Geschichten zu tun hat.

Auf Fanfiktion.de geht es jedoch wie gehabt weiter.


* Für alle, die meine Geschichten nicht kennen und diesen Blog aus anderen Gründen lesen: Ja, das ist sehr lang. Ich weiß, dass man ein Buch dieser Länge niemals verkaufen könnte. Einer meiner ’Bände’ wäre vermutlich eine Trilogie für sich. Aber es ist ja auch kein echtes Buch. Es ist Fanfiction. Und in dieser kann ich jedem Charakter seine eigene Storyline geben, die mit der Hauptstory verknüpft ist, aber trotzdem seine Entwicklung vorantreibt, und ich kann Szenen schreiben, die in einem normalen Buch rausfliegen würden, obwohl sie die Geschichte mit weiterem Leben füllen.

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