Schlagwörter

, , , , ,

Der 11. August ist der Tag, an dem ich, für nicht-fangirlende Menschen vermutlich nicht nachvollziehbar, den Jahrestag mit meinem Lieblingscharakter aus Black Magician feiere, dem mein Fangirlherz seit jenem Tag im Sommer 2009 gehört. Für gewöhnlich kleide ich mich ihm zu Ehren an diesem Tag komplett schwarz (etwas, was ich als hitzeempfindlicher Mensch in dieser Jahreszeit eigentlich vermeide), höre Musik aus jenem Sommer und lese abends Szenen aus „The High Lord“ und trinke dabei ein Glas Anurischen Dunkelwein – pardon, den Wein, den ich als Äquivalent dazu betrachte.

Es mag seltsam klingen, doch für mich ist dieser Tag sehr wichtig. Die Black Magician Trilogy und ganz besonders Akkarin haben damals vor acht Jahren etwas in mir verändert. Ich nenne es immer gerne und ein wenig flapsig meine post-pubertäre Fangirlphase, hatte ich diese Eigenheit mit fünfzehn Jahren doch abgelegt, weil ich ja „erwachsen“ war. Die Wahrheit ist, dass mir in den zwölf Jahren, die verstreichen sollten, bis es mich wieder erwischt, etwas gefehlt hat. Und seit jenem Tag fangirle ich dauerhaft und fühle mich dadurch sehr viel lebendiger.

Black Magician hat mich auf eine positive Weise verändert, durch Akkarins Tod (und das ist das einzig Positive an diesem unsäglichen Ende), habe ich wieder angefangen zu schreiben und mittlerweile ein ganzes Fanfiction-Universum rund um die Bücher erschaffen. Meine Schreibe ist, wenn auch meilenweit davon entfernt, dass ich mich mit meinen Lieblingsautoren messen könnte, seitdem weitaus ambitionierter als zuvor.

Acht Kerzen für acht wundervolle Jahre voll stiller Glückseligkeit und ein Glas Anuren Dark (in diesem Fall Cabernet Sauvignon aus Chile, wo ich einst meine persönlichen sachakanischen Ödländer fand). Und ja, das ist eine Khal Drogo Actionfigur. Und ja, der Ausschnitt auf meinem Zweitmonitor ist eine Karte der Seven Satrapies, die ich als Desktophintergrund verwende.

Sieben Jahre lang war Akkarin-High-Lord-es-kann-nur-einen-geben der einzige fiktive Charakter, dem die unsterbliche Liebe meines Fangirlherzens gehört. Vor gut einem Dreivierteljahr hat er jedoch Konkurrenz von einem gewissen Gavin-hottest-Prism-ever-Guile, häufig von mir auch liebevoll Mr. Badass genannt, bekommen. Anfangs dachte ich noch, das würde sich wieder legen, aber selbst Blood Mirror und ein Re-read der bisher erschienenen vier Lightbringer-Bücher konnten daran etwas ändern. Eher im Gegenteil.

Und seitdem fangirle ich beide abwechselnd. Der CampNaNoWriMo vom letzten Monat hat irgendwie dafür gesorgt, dass mein Mr. Badass sich in den Vordergrund gedrängt hat, dabei habe ich im Camp nicht einmal Lightbringer-Fanfiction geschrieben (die Bücher sind so exzellent, dass ich mir das nicht zutraue, wobei ich es in Erwägung ziehen werde, je nachdem wie die Reihe ausgeht und da befürchte ich das Schlimmste). Mittlerweile habe ich mich an dieses Hin und Her einigermaßen gewöhnt, aber im Hinblick auf den Jahrestag mit meinem High Lord könnte es nicht ungelegener kommen.

Andere Fangirls sind da lockerer. Sie wechseln zwischen ihren Fangirl-Objekten hin und her und nehmen es, wie es gerade kommt. Ich bin sowohl im realen Leben als auch bei Buchcharakteren monogam veranlagt. Ich fühle mich wie ein Fangirl-Flittchen und das geht gar nicht. Ich hatte schon vor ein paar Jahren diese schmutzige Affäre mit dem bösen heißen König, nachdem ich meinen Kater benannt habe. Das hier, das ist jedoch irgendwie etwas Ernsteres. Dabei wären Gavin und ich in einigen für mich essentiellen Punkten nicht einmal kompatibel. Aber wen stört das schon, wenn der Mann einem Gott gleicht? Und wenn man Jahrestag mit seinem Fangirl-Objekt feiern kann, während man eine reale Beziehung hat, wieso sollte das nicht auch gehen, wenn es noch ein zweites Fangirl-Objekt gibt?

Auf meine Frage, wie ich mit diesem Problem umgehen soll, wurde mir vorgeschlagen, ein Crossover zu schreiben. Eigentlich eine sehr schöne Idee, allerdings sind beide Männer ziemliche Platzhirsche und vermutlich würde das in einem epischen Kampf Akkarin vs. Gavin enden. Unter der Annahme, dass beide unter für sie optimalen Bedingungen kämpfen, hätte Gavin selbst nach Blood Mirror noch genug Macht, um Akkarin vom Erdboden zu blasten. Also lieber kein epischer Kampf. Stattdessen ein Dreier? Ugh! Nein!

Der Vorschlag hat mich jedoch auf eine andere Idee gebracht. Und diese hat mit Teil 2 von „Das Erbe der schwarzen Magier“ zu tun, den zu schreiben ich jetzt bald beginnen werde. Denn in diesem wird Sonea als lustige Nebenstoryline dem Helden aus der Romanreihe „Die Abenteuer des Gayend von Gallene“, die in Elyne gerade der neuste Schrei ist und mittlerweile auch in der Gilde gelesen wird, verfallen sein. Akkarin findet das Ganze zwar amüsant, in gewissen Situationen jedoch eher ärgerlich. Seit mir vor ein paar Monaten die Idee dazu kam, bin ich dafür regelrecht Feuer und Flamme. Ich kann es kaum erwarten, mit der Arbeit an „Das Erbe 2“ zu beginnen. So wie ich momentan jedoch noch in mein Projekt vom Camp-NaNoWriMo involviert bin, komme ich wahrscheinlich erst irgendwann im September dazu. Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht vorher schon die eine oder andere Szene schreiben werde, die mir im Kopf herumschwirrt. Und genau das habe ich gestern Abend bei einem Glas pseudo-Anuren Dark getan. Und ich kann euch sagen, es macht verdammt viel Spaß, Akkarin in gewissen Situationen mit Gayend zu ärgern. *reibt sich mit einem niederträchtigen Lachen die Hände* Schließlich soll die Beziehung meines Hauptpairs auch nach fünfzehn Jahren noch voll knisternder Spannung sein.

(Eigentlich schade, dass Sonea erst mit Mitte 30 in den Genuss des Fangirlens kommt, angesichts ihrer Herkunft allerdings auch verständlich.)

Ihr könnt jedoch davon ausgehen, dass Soneas Geschwärme für Gayend von Gallene nicht die gesamte Handlung an sich reißen wird. Die Handlung von „Das Erbe 2“ baut auf den Ereignissen der Königsmörderin auf und da werden unsere Helden bald ganz andere Probleme als Romanhelden haben und es wird zwischenzeitlich richtig düster für sie aussehen. Aber gerade deswegen ist von ein wenig stimmungsauflockernden Humor noch niemand gestorben.

Und für alle Interessierten habe ich eine runtergeschmierte Rohfassung des Anfangs von Kapitel 1 für euch (der Prolog, der ihm vorangestellt werden wird, wird hingegen auf irgendeine Weise blutig und brutal und wird die Haupthandlung einführen):

Schauen wir mal, wie lange Akkarin ihr ihre Eskapaden durchgehen lässt und wie weit Sonea die Situation nutzt, um ihn zu bestimmten Reaktionen zu bewegen 😀 – Und wie gesagt, das ist wirklich nur runtergeschmiert und wird noch x-mal überarbeitet.

Richtig geht es jedoch erst wie gesagt im September los.

Und so wie es seit gestern Abend scheint, bin ich jetzt auch endlich in der richtigen Stimmung, um meinen Re-read von Black Magician wiederaufzunehmen und sobald ich mit meinen aktuellen Lektüren durch bin, The High Lord zu lesen.

(Mein erster Jahrestag mit Gavin wäre übrigens im Dezember, wobei ich noch mit mir streite, ob es der 21. oder 27. sein soll. Wahrscheinlich werde ich mich an diesem Tag dann mit meinen Katzen aufs Sofa kuscheln und meine Lieblingsszenen aus Black Prism lesen. Feiern werde ich diesen Tag auf jeden Fall auch, denn Lightbringer hat erneut eine positive Veränderung in meinem Leben bewirkt, für die ich unheimlich dankbar bin und bei der ich noch ganz am Anfang stehe.)

Advertisements