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Seit dem Wochenende schreibe ich endlich offiziell an „Das Erbe 2“, der Fortsetzung der „Königsmörderin“, die im Spätsommer 2018 im Anschluss an „Yukai“ online gehen wird. Schon in der vergangenen Woche habe ich begonnen die Ideen, die seit Monaten bis Jahren in meinem Kopf herumspuken, nach Charakter sortiert aufzuschreiben. Wie so oft führt das zu Kaskaden mit weiteren Ideen und wie so oft sind es zu viele, um sofort als Szenen aufgeschrieben zu werden.

Und wie so oft klaffen riesige Lücken in der Storyline, geschweige denn, dass ich überhaupt annähernd damit beginnen könnte, die Handlungsstränge der einzelnen Charaktere in eine Struktur zu bringen. Aber das macht nichts. Ich bin ja Discovery Writer und kein Planer. Nur, dass mich die Fülle an Ideen häufig so überfordert, dass die Outline ein Abfallprodukt gratis mitkommt. Schließlich kann ich nur eine nach der anderen aufschreiben.

Genau damit habe ich begonnen. Mit dem ersten Kapitel, dessen Einstiegsszene ich schon vor einem Monat an meinem „Jahrestag“ begonnen hatte – eine Szene, die ich am Wochenende gründlich überarbeitet und gesplittet habe. Das Schreiben der Szenen so früh im Projekt hilft mir, meine Ideen zu ordnen, Zusammenhänge zu erkennen und führt zu neuen Ideen. Das erste Kapitel wird kein Action-Kapitel wie bei der „Königsmörderin“. Im Gegenteil, es beginnt gemächlich, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Alle relevanten Konflikte und Storylines werden hier bereits angerissen. Manche Konflikte wird man vielleicht noch nichts als solche erkennen, rückblickend wird es jedoch klarwerden.

In den nächsten Wochen werde ich weitere Szenen aufschreiben. Nicht nur chronologisch, sondern auch Schlüsselszenen, die irgendwo im Verlauf der Geschichte stattfinden. Es ist das, was ich so gerne als Storypuzzeln bezeichne. Um diese bereits geschriebenen Inseln kann ich die Handlung weiterentwickeln und finde darüber Lösungen für Probleme, die ich zuvor nur bestaunen konnte. Chaos-Discovery-Writing in seiner Reinform eben.

Wie die Story von meiner Auszeit von Black Magician profitiert

Während die Grundidee für „Das Erbe 2“ schon seit Jahren steht, schöpfe ich bei den Details aus „The Project which may not be named“. Ich kann daher noch nicht sagen, ob die Story dieses Mal ein wenig kürzer und dafür kompakter wird, oder ob sich die Länge an den übrigen Teilen meiner Fortsetzung orientiert und dafür mehr Inhalt, Action und Wendungen enthält. Der Einfluss ist jetzt schon spürbar und sorgt unter anderem dafür, dass einige Charaktere sich auf Eskapaden begeben werden, für die ich ein paar verdammt gute Erklärungen finden muss. Indirekt stammt auch das Konzept für Kapitel 1 aus meinem Juli-Projekt, auch wenn die Struktur insgesamt eine andere ist. Insofern ist ein gewisses Maß an Kompaktheit schon vorgegeben, in welchem Ausmaß ich dieses umsetzen werde, wird sich zeigen. (Unter Kompaktheit fällt auch die in diesem Artikel beschriebene Problematik.)

Wenn man das übergeordnete Thema der Geschichte betrachtet, lassen sich Erklärungen für die Eskapaden gewisser Charaktere jedoch relativ leicht finden. Leider kann ich euch nicht verraten, was es mit diesem übergeordneten Thema auf sich hat, außer dass es wie schon bei der Königsmörderin eine Folge der Themen aus der „Bürde“ ist. Und es wird darum gehen, dieses Thema aufzubrechen bzw. zu zeigen, warum das nicht oder nur in Teilen möglich ist.

Dass ich mein Juli-Projekt frischen Wind in die Geschichte bringt, bedeutet nicht, dass ich daraus kopiere. Das wäre allein deswegen nicht möglich, weil es sich hier um etwas völlig anderes handelt. Es geht vielmehr um den Aufbau von Handlung und Konflikten. Es geht um kompakteres und ansprechenderes Schreiben. Und es geht darum, etwas zu wagen. Ich bin gespannt, wie viel Einfluss von „The Project which may not be named“ am Ende tatsächlich in der Story zu spüren ist.

Make Akkarin badass again*

Spannend finde ich im Zusammenhang mit meinem Juli-Projekt auch die Erkenntnisse zu meinem Hauptpair. In den Büchern ist Akkarin der klassische Anitheld. Selbst Sonea weist einige entsprechende Merkmale auf. Durch ihre Wiederaufnahme in die Gilde in „Die Bürde“ und den weiteren Verlauf der Handlung verwandelt sich das Antiheldentum der beiden in etwas, das eher einem echten Heldentum entspricht. Sie retten noch immer Kyralia und kämpfen gegen Sachakaner, aber sie tun es nun auf legalem Weg. Die Gilde hat sie als schwarze Magier akzeptiert und Akkarin genießt mittlerweile wieder alle Privilegien, die er zuvor auch besaß. Und auch Sonea hat keinen Grund mehr zu rebellieren. Außer hin und wieder gegen Akkarin selbst, was jedoch unter Beziehungsdynamik fällt und in den meisten Fällen eher amüsant als plotrelevant ist.

Auf Dauer sorgt das für eine gewisse Langeweile. Der Akkarin aus den Büchern ist ziemlich badass und auch Sonea zeigt ab The High Lord Badass-Tendenzen. Es wird Zeit, dass die beiden diese wieder zum Einsatz bringen. Wo Sonea eher geneigt ist, erneut zu rebellieren, ist Akkarin Gilde und König gegenüber extrem loyal. Er hat kooperiert, als ihn die Magier in The High Lord unter Arrest gestellt haben, und als die Sachakaner Sonea in „Die zwei Könige“ entführt haben, hat er sich dem Willen des Königs gebeugt, anstatt sie zu suchen. Dementsprechend wird es eine kleine Herausforderung, ihn aus der Reserve zu locken. Tatsächlich habe ich dazu bereits einige Ideen, wie es dazu kommen könnte, ohne dass ich dafür seine ic-ness verletzte. Vielleicht gelingt mir das sogar, ohne dass Akkarin mit seiner Loyalität brechen muss, auch wenn Gilde und König das vermutlich anders sehen.

Denn letztendlich lieben wir Akkarin doch gerade, weil er so badass ist. Weil er kein strahlender Held ist und weil er tut, was nötig ist, ohne mit der Wimper zu zucken.

Diese Ideen resultieren übrigens sowohl aus meinem Juli-Projekt als auch aus der Problematik der übergeordneten Storyline und meinem Wunsch, diese aufzubrechen. Und ganz vielleicht bin ich gerade ein klein wenig begeistert, wie viel diese Auszeit doch gebracht hat.

Aller Anfang ist aber auch schwer

Trotz aller Ideen merke ich, dass ich mich noch ziemlich mit dem Schreiben schwertue. Das liegt zum einen daran, dass noch zu große Teile der Handlung schwammig sind. Sobald sie klarer definiert sind, wird es leichter gehen, bis irgendwann der Punkt kommt, an dem so viel Story steht, dass die fehlenden Stücke eingefügt werden müssen, was eine Herausforderung für sich ist. Zum anderen liegt es daran, dass ich erst wieder in mein Black Magician Universum reinkommen muss. Und das nicht nur, weil ich wieder auf Deutsch schreibe. Es sind auch die Charaktere und die Welt, und solange ich nicht wieder komplett dort drin lebe, muss ich umso penibler darauf achten, nicht in ooc-ness zu verfallen.

Ich rechne jedoch damit, dass sich das innerhalb der nächsten Wochen legt und dass der frische Wind, den mein Juli-Projekt in die Story bringt, dann überwiegt. Spätestens zum Beginn den NaNoWriMo sollte alles wieder beim Alten sein.

* Sorry für diesen Trumpian. Oder auch nicht xD

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