Die Verräter

Dieser Text basiert auf der Vorgeschichte ’The Magician’s Apprentice’ und den von mir weitergesponnenen Überlegungen dazu und daher mein geistiges Eigentum. Gemeinsamkeiten zur offiziellen Fortsetzung sind möglich und zufällig. Was ich über die offizielle Fortsetzung erfahre, wird ignoriert, da ich mich nicht damit assoziieren kann und will.

 

Heimat: ein verborgenes Tal in den Bergen Sachakas
Oberhaupt (ab Der Spion): Die Große Mutter Savedra

Geschichte

Die Gründung der Verräter geht auf die Zeit vor dem Sachakan War zurück. Zu jener Zeit sind die Verräter eine Gruppe von Frauen in Arvice, die bis auf eine keine höhere Magie beherrschen. Als die Kyralier in die Stadt kommen, fliehen sie in ein verstecktes Tal in den Bergen (engl. ’the sanctuary’, ich übersetze es mit ’die Zuflucht’).

Während die Verräter sich damals um Frauen gekümmert haben, die von ihren Meistern oder Ehemännern misshandelt wurden, hat ihre Entwicklung in den folgenden Jahrhunderten einen eher düsteren Verlauf genommen. Dem König und den Ashaki waren die Verräter alsbald ein Dorn im Auge, weil sie ihre Frauen, Töchter und Sklaven stahlen und in höherer Magie unterwiesen. Es kam wiederholt zu Kämpfen und Streitigkeiten, und nachdem Verräter und Ashaki sich einen erbitterten Kampf nicht weit der Zuflucht geliefert haben und nur knapp ihrer Vernichtung entgingen, einigten diese sich mit dem König auf einen Vertrag: Der König billigt ihre Aktionen, solange sich ihre Befreiungsaktionen in Grenzen halten und sie sich nicht in seine Politik einmischen. Im Gegenzug jagt er sie nicht und beansprucht ihre Dienste, um unbequeme Ashaki loszuwerden.

So entstand eine Gruppe von Söldnerinnen, die zum Teil recht militant sind, jedoch das Überleben der Verräter sichern. Sie erledigen nicht nur Aufträge für den König, sondern arbeiten auch für untereinander verfeindete Ashaki und für die Ichani. Obwohl diese Söldnerinnen sich bei ihren Aufträgen an die Regeln ihres Volkes zu halten haben, halten sich nicht immer alle daran, weil diese Söldnerinnen teils sehr verroht und militant sind, wofür sie mit dem Ausstoß aus ihrem Volk bestraft und zu Ichani werden.

In Der Spion ist Savara eine dieser militanten Söldnerinnen. Dass sie den Verrätern angehören muss, war für mich nach der Lektüre von ’The Magician’s Apprentice’ klar.

Lebensweise & Kultur

Wo die sachakanische Kultur eine patriarchalische und oft grausame ist, hält das Volk der Verräter dieser einen Spiegel vor. Wo unter den Ashaki Menschen ohne Magie häufig wie Tiere oder Möbelstücke behandelt werden, ist die Denkweise der Verräter fortschrittlich und freiheitlich. In ihrem Volk gibt es keine Sklaven und alle sind gleichberechtigt, egal ob sie über Magie gebieten oder nicht. Doch dieser Vergleich hinkt bei näherer Betrachtung: Denn auch wenn sich die Verräter über die ihre sachakanischen Wurzeln emanzipiert haben, sind sie doch von ihnen geprägt. Der Spiegel, den sie den Ashaki vorhalten, bekommt hier eine weitere Bedeutung: In ihrem Volk haben die Frauen die Macht. Bei wichtigen Entscheidungen sind alle Frauen gleichberechtigt, egal ob sie über Magie gebieten oder nicht. Die Männer ihres Volkes werden gut behandelt, haben jedoch keinerlei Rechte und es ist ihnen verboten, Magie zu erlernen.

Aus Sicht der Verräter hat dies jedoch einen berechtigten Grund: Viele ihrer Frauen mussten Vergewaltigung oder Misshandlung über sich ergehen lassen, bevor sie Verräter wurden, oder sind die Nachfahren von Sklaven. In ihren Augen sind über Magie gebietende Männer grausame Tyrannen, so dass sie sich nach innen nur schützen können, indem sie ihren Männern diese Macht verweigern. Daher könnte man sagen, dass selbst die Männer, die von den Verrätern aus der Sklaverei befreit wurden und nun bei ihnen leben, trotz ihrer Freiheit nicht viel dazugewonnen haben. Auf Außenstehende wirken sie daher ebenfalls wie Sklaven, weil sie oft bei niederen und körperlich anstrengenden Tätigkeiten eingesetzt werden und als magische Quellen dienen.

Die meisten Verräter leben der Zuflucht, deren Zugang streng bewacht wird. Über Generationen hinweg haben ihre Feinde versucht, das Versteck zu finden und die Verräter endgültig zu vernichten – und sind gescheitert. In diesem Tal haben die Verräter eine autarke Zivilisation errichtet. Die über das Tal verstreut lebenden Mitglieder dieses Volkes betreiben Land- und Forstwirtschaft oder gehen verschiedenen Handwerken nach und sorgen auf diese Weise für den täglichen Bedarf ihres Volkes. Weitere Verräter leben im Heimatberg – einem Berg mit einem umfangreichen Tunnelsystem. Hier haben die Verräter Räume für soziale Versammlungen und Diskussionen und Abstimmungen. Unter dem Heimatberg entspringen es heiße Quellen, von denen Wasser in jedes Quartier geleitet wird. Kristalle, die leuchten, wenn man sie mit Magie auflädt, erhellen die Wände und vermitteln eine heimelige Atmosphäre.

Eine Grotte im Herzen des Heimatberges beherbergt nicht nur seltsame Malereien, die vermutlich mehrere Jahrtausende alt sind und schon alt waren, als die ersten Verräter zu diesem Ort kamen, sondern auch eine große Menge Speicherkristalle, deren Ursprung wie die der Malereien ein Rätsel ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass der Charkan-König, über den Dannyl in ’The Novice’ Hinweise in der Bibliothek von Dem Ladeiri findet, einst dort lebte und einige dieser Speicherkristalle mitbrachte und diese den Bewohnern von Armje schenkte. Einige davon befinden sich noch heute in der Kammer der Ultimativen Bestrafung und enthalten noch immer Magie. Siehe dazu auch The Novice, Kapitel 31 und 32.

Im Heimatberg hat auch die Anführerin der Verräter, die Große oder Ehrwürdige Mutter, ihre Gemächer. Obwohl sie keine Königin oder Hohe Lady ist, begegnen ihr die Verräter mit Respekt. Sie betrachtet die Frauen der Verräter als ihre Töchter und diese bezeichnen sich selbst als Schwestern. Die Hierarchien in dieser Gesellschaft sind flach, da Gleichberechtigung bei diesem Volk (abgesehen von den Männern) eine große Rolle spielt.

Verräter, die in der Zuflucht geboren werden, kommen in eine sogenannte Krippe, wo sie mit anderen Mädchen ihrer Altersgruppe von einer Krippenmutter gemeinsam aufgezogen werden. Verräter, die in derselben Krippe großgeworden sind, bezeichnen sich daher auch oft als Krippenschwestern. Die Mädchen werden jedoch nicht von ihren leiblichen Müttern vernachlässigt, wie man zunächst denken mag, da ihre Mütter oft im Auftrag ihres Volkes unterwegs sind. Die Krippenmütter kümmern sich um die Mädchen, geben ihnen Stabilität und sind eine stets verfügbare Ansprechpartnerin, weswegen das Verhältnis zur Krippenmutter oft enger ist als zur leiblichen.

Aufgaben

Die Verräter sind Frauen, die anderen Frauen helfen. Sie gebieten als einzige Frauen (außer den Ichani) über höhere Magie. Die Verräter haben überall im Land Beobachter. Einige sind mit Ashaki verheiratet, die nicht ahnen, dass ihre Frauen gefährliche Magierinnen sind, andere sind Sklaven (meist im Dienst eines Ashaki angeworben, manche schlüpfen jedoch auch freiwillig in diese Rolle) und übermitteln Informationen mündlich oder per Blutjuwel. Darüber hinaus sind die Verräter bestrebt, die Herrschaft der Ashaki zu stürzen und Sachaka nach ihren Vorstellungen zu formen. Weil ihre Möglichkeiten jedoch auf Grund ihres Vertrags mit dem König beschränkt sind, können sie nur im Untergrund gegen die Tyrannei kämpfen. Die Ichani können sie hingegen offener bekämpfen, was ihnen wiederum das Wohlwollen des Königs bringt.

Befreiungsaktionen von Frauen, die in irgendeiner Form unter ihren Ehemännern oder Meistern leiden, geschehen im Geheimen. Nach ihrer Befreiung wird der Frau ein Platz im Volk der Verräter angeboten. Sie kann frei entscheiden, in welcher Form sie zur Gesellschaft beitragen möchte. Hat sie magisches Potential, so dient sie unter anderem als magische Quelle, sofern sie keine Magierin sein will. Entscheidet sie sich jedoch für die Magie, so wird von ihr erwartet, sich dem aktiven Kampf der Verräter in irgendeiner Form anzuschließen.

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4 Gedanken zu “Die Verräter”

  1. Haruhi sagte:

    Hallöchen,

    also als begeisterte Leserin der ofiziellen Fortsetzung aber auch ebenso begeisterte Leserin deiner Fortsetzung finde das deine Entwicklung der Verräterinnen der aus der ofiziellen Variante stark ähnelt.

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  2. Hallo Haruhi,

    Da ich die offizielle Fortsetzung nicht gelesen habe, kann ich dazu nicht viel sagen. Es kann gut sein, dass Canavan die Verräter ähnlich weiterentwickelt hat, wie ich es mir überlegt habe. Anhand der Informationen aus ‚The Magician’s Apprentice‘ ist der Werdegang dieses Volkes ziemlich naheliegend.
    Dennoch halte ich es für wichtig, darauf hinzuweisen, um meine eigenen Ideen von denen Canavans abzugrenzen.
    Ich halte bewusst davon Abstand, alles, was ich über die offiizielle Fortsetzung erfahren habe, auf irgendeine Weise in meine Fanfictions einzubringen (insbesondere gewisse Pairings oder Details über Akkarins Vergangenheit), da ich mich damit nicht identifizieren kann und will.

    LG
    Lady Sonea

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  3. Schwan97 sagte:

    Hey du,

    Ich hätte die klitzekleine Frage, ob ich deinen Headcanon bezüglich der Verräter für meine Beiträge vom Fantasyturnier auf FF.de nutzen darf? Inklusive deiner Karte von Sachaka. Also als Vorlage, keines Falls als Kopie.
    LG Schwan

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    • Hallo Schwan,

      es freut mich, dass du fragst. Doch leider muss ich deine Frage verneinen.
      Ich möchte prinzipiell nicht, dass mein Headcanon weiterverwendet wird, weil ich mich mit diesem Gedanken nicht wohlfühle.

      Liebe Grüße,
      Lady Sonea

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