Unter tausend schwarzen Sonnen

Jeder, der ’The High Lord’ gelesen hat, kennt Akkarins Geschichte. Nach Die Erfüllung und der Ausschreibung des Wettbewerbs Der Verlust wurde aus der Idee für eine Kurzgeschichte ein halber Roman. Ende April 2014, mitten während des Umzugs in eine größere Wohnung, kamen die ersten Ideen. Ich begann mit den wenigen erfreulichen Kapiteln und arbeitete mich dann zu dem unschönen Teil vor. Schon sehr bald nahm mich die Geschichte jedoch so ein, dass es meine Arbeit am Heiligtum von Yukai behinderte. Doch der NaNoWriMo im Juli rettete mich.

Kurzbeschreibung

Es sollte das Abenteuer seines Lebens werden, doch die Reise, auf die er sich begab, weil ihn das beschauliche Leben in der Gilde langweilte, endet in Akkarins größtem Albtraum – Sachaka. Eine Flucht aus dem Land, in dem es nur Meister und Sklaven gibt, scheint unmöglich. Akkarin ist gezwungen, sich bis hin zur Selbstaufgabe anzupassen und sich seinem Meister und seinen eigenen Abgründen zu unterwerfen. In dem Koch Takana findet er schließlich einen treuen Freund, mit dem seine Situation ein wenig erträglicher wird. Doch als Akkarin anfängt, Gefühle für die Bettsklavin seines Meisters zu entwickeln, sieht er sich dessen Willkür plötzlich auf eine Weise ausgeliefert, die auch den letzten Rest seines früheren Ichs auslöscht. Akkarin hat sich schon lange aufgegeben, da unterbreitet ihm ein fremder Magier ein höchst zweifelhaftes Angebot: Seinen Meister mit dem Wissen zu töten, das zu suchen er ausgezogen war. Doch dazu muss er die finsterste Form der Magie erlernen, die überhaupt existiert …

Genre: Drama

Altersempfehlung: P18, möglicherweise P18-AVL

Die Geschichte basiert auf Akkarins Erzählungen über seine Vergangenheit (hauptsächlich Kapitel 7, The High Lord), enthält jenseits davon jedoch eine frei erfundene Storyline, die seiner Freundschaft mit Takan und seiner Beziehung zu Dakovas Bettsklavin gewidmet ist. Selbstverständlich gibt es auch eine übergeordnete Rahmenhandlung, mit der ich begründe, warum die Ichani Kyralia nicht schon viel früher angegriffen haben, wenn Dakova sein neues Spielzeug doch überall zur Schau gestellt hat.

Um einen kleinen Eindruck von der Geschichte zu erhalten, habe ich hier zwei Leseproben für euch. Allerdings habe ich keine brutalen Szenen ausgewählt, sondern solche, die die Charakterkonstellationen gut darstellen.

Leseprobe I

Leseprobe II

U1000sS Cover

Es hat ganze fünf Jahre gebraucht, dass ich diesen Schritt wagte. Doch als Fan sowohl der Bücher als auch von Akkarin halte ich es für essentiell, sich derart intensiv mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Denn nur durch diese wird er überhaupt zu diesem großartigen Charakter, den wir aus den Büchern kennen und lieben.

Die Geschichte ist Bestandteil meines Headcanons. Sie ergänzt nicht nur Akkarins Geschichte in der Trilogie, sondern erklärt auch einige seiner Eigenheiten und Verhaltensweisen in meiner Fortsetzung. Sie ist eine Charakterstudie, in der ich seine Veränderung von einem unbeschwerten und abenteuerlustigen jungen Krieger zum ernsten und distanzierten Hohen Lord und die damit einhergehenden Abgründe beschreibe.

Unter tausend schwarzen Sonnen’ ist keine leichte Kost. Viele Szenen gingen mir beim Schreiben regelrecht unter die Haut oder haben mir in der Seele weh getan. Ich hatte und habe immer noch ungeheuren Respekt vor dieser Geschichte. Sie zu schreiben war eine wahre Herausforderung. Jedoch weniger auf Grund von Akkarins Charakterentwicklung, sondern weil ich dabei von einem menschlichen Abgrund in den nächsten gestürzt bin.

Ich habe bei dieser Geschichte nicht nur meinen Lieblingscharakter auf eine ganz neue Art und Weise erfahren, sondern auch viel über mich selbst gelernt, was mir zuvor verborgen geblieben war. Beim Schreiben haben sich ganz neue Zusammenhänge zu meiner Fortsetzung ergeben, was für sich genommen überwältigend war.

Ich bin wahrlich kein Freund davon, Geschichten aus Akkarins Perspektive zu schreiben. Ich kann es, aber ich will es nicht. Das hat vor allem zwei Gründe:

  1. Respekt gegenüber seiner Figur: In Sachaka hat er genug durchlitten, dass ich es als unmoralisch empfinde, zu späteren Zeiten in seinen Gedanken herumzupfuschen.

  2. Seine Mysteriosität: Zu wissen, was in Akkarin, dem mysteriösen und ehrfurchtgebietenden Hohen Lord vor sich geht, nimmt diesem Charakter das, was ihn ausmacht – seinen Zauber. In meiner Kurzgeschichtensammlung Die Gilde der ungelüfteten Geheimnisse gibt es einige Kurzgeschichten aus seiner Erzählperspektive, weil ich es als notwendig empfand, um offene Fragen zu beantworten. Für mich hat sich das bereits grenzwertig angefühlt.

Dass ich es dennoch getan habe, liegt daran, dass ich ihn noch besser kennenlernen wollte. Und so respektvoll, wie ich sein späteres Ich behandele, habe ich beim Schreiben seiner Geschichte nach und nach alle Skrupel abgelegt. In einer Zeit, in der seine Gedanken nicht ihm gehörten, war ich dreist genug, mich ihrer zu bedienen. Ich habe gefürchtet, seinen Charakter oder meinen Respekt vor ihm zu zerstören, doch weder das eine noch das andere ist eingetroffen. Mein Respekt vor seiner Figur ist sogar noch gestiegen und bestätigt mich darin, ihn in meiner Fortsetzung nicht zum Erzählcharakter zu machen.

Neben den Geschichten zu den beiden oben erwähnten Wettbewerben hatte ich noch eine weitere Inspirationsquelle: Die Musik der wundervollen Band Kamelot. Besonders aus ihren beiden Konzeptalben Epica und The Black Halo, die eine Interpretation von Goethes Faust und Faust II sind, haben dazu beigetragen. Auf eine gewisse Weise hat auch Akkarins Geschichte für mich Parallelen zur Faust-Tragödie und das habe ich beim Hören dieser Musik wiedergefunden. Die Kapitel werden daher von Songzitaten aus diesen beiden Alben und einem weiteren Album (Silverthorn) eingeleitet.

Auch falls ihr keinen symphonischen Power Metal mögt, kann ich euch nur empfehlen, einmal hineinzuhören.

Neugierig geworden? Hier geht’s zur Geschichte. Neue Kapitel gibt es jeden Samstagvormittag.

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